Toughe Frauen – wie Mia (MIA – TÖDLICHES SPIEL) – Teil 5

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Quelle: pixabay.com

Nach den letzten beiden Teilen dieser kleinen Blogreihe, die wir in der arabischen Wüste verbracht haben, kehren wir nach Deutschland zurück. Genauer gesagt nach Berlin. Denn dort wohnt mein junger Charakter Mia Brauner aus meinem Spannungsroman/Thriller TÖDLICHES SPIEL.

Zudem wird dessen Fortsetzung mein neues Projekt nach Abschluss der Green Valley Serie. Also vielleicht ganz interessant für meine Leser, die meinen Stil mittlerweile kennenlernen konnten. Auch wenn hier der bayrische Flair und die Pferde fehlen, dürft ihr euch auf Spannung, Gefühle, interessante Charaktere und einen Schäferhund gefasst machen.

Bei Beginn des Projekts dann mehr dazu …

Warum ist Mia tough?

Mia ist eine schon früh zu einer eigenständigen und somit manchmal auch eigenwilligen Persönlichkeit geworden. Sie will immer stark sein, sich nie eine Schwäche anmerken lassen und alles alleine schaffen. Warum ich finde, dass Mia trotz dieser Persönlichkeitsneigung tough ist und nicht einfach ein weiblicher Macho, beweist sie in der für sich erlangten Neuerkenntnis im Abschnitt im nächsten Punkt …

An welcher Stelle beweist sie das?

Die Rechte am folgenden Text aus TÖDLICHES SPIEL liegen bei mir!

*

Vielleicht hatte Mark tatsächlich recht. Die wirkliche Kraft des Menschen besteht nicht darin, dramatische Ereignisse zu ignorieren, sondern sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Doch gerade jetzt – mit ihren selbstbewussten achtzehn Jahren und stellenweise einem Mundwerk, dass man sie kein zweites Mal ansprach – musste Mia sich eingestehen, dass sie doch nicht so tough war, wie sie immer geglaubt hat. Dass sie doch nicht die innere Kraft besaß, die sie andere immer glauben machen wollte. Sondern, dass sie innerlich doch verletzt und voller Trauer war.

*

Welche Geschichte durchlebt Mia?

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Das neue Cover 🙂

„Was, wenn dich ein kranker Stalker zum Spielen auffordert?“

Eine Berliner Studentin sucht die Detektei Wolf auf: Sie wird auf eine krankhafte Weise gestalkt. Die jungen Detektive Mia Brauner, die hier mit ihrem ersten Fall konfrontiert wird, und Mark Eichberger, der sie einarbeiten soll, übernehmen den Fall – und wissen noch nicht, in welch perfides Spiel sie hineingezogen werden. Ein nächtlicher Einbruch bei sich lässt Mia glauben, dass auch sie eine Figur in der Hand des psychopathischen Stalkers ist, doch was will er von ihr? Es scheint, als kenne Mia ihn besser, als sie ahnt …

-> Zur Leseprobe

TÖDLICHES SPIEL ist Teil 1 der spannenden, perfiden und psychopathischen Geschichte um die 18-jährige Mia Brauner, Mark Eichberger, Alex Ruppig und Polizeihündin Gisha, deren Ende und Teil 2 TÖDLICHE ERKENNTNIS für 2017 geplant ist.

 

 

Nächster Blogartikel

Mit diesem Artikel ist meine kleine Blogreihe TOUGHE FRAUEN abgeschlossen. Alle Artikel hier nochmal zusammengefasst für euch.

Im nächsten Blogpost am 29. April erwartet euch wieder ein XXL-Auszug. Diesmal aus Band 14 AUFBRUCH ZU NEUEN UFERN. Wer gespannt ist, wie es weitergeht, ist herzlich eingeladen dann wieder meinen Blog zu besuchen bzw. ihn jetzt in der rechten Spalte zu abonnieren und 1-2 Mal/Monat via Mail über neue Blogartikel benachrichtigt zu werden.

Derzeit … ist Wochenende – aber am Montag geht’s für mich gleich wieder in den Chiemgau zurück, denn ich habe tatsächlich nach Beendigung des Abtippens von Band 15 sofort mit dem Schreiben an Band 16 angefangen (wer mir auf Facebook folgt, weiß ja schon Bescheid 😉 ). Dort bin ich bereits mitten im 2. Kapitel.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende & friedliche Osterfeiertage!

LINDA ANN STONE

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IM SCHATTEN DES HASSES (13): XXL Textauszug 2

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Green Valleys 13. Abenteuer IM SCHATTEN DES HASSES ist seit 26.03. als E-Book und Taschenbuch bei Amazon erhältlich.

Heute habe ich für euch den Abschluss des ersten Kapitels 🙂

Und nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen & möchte euch daran erinnern, dass die Rechte am Text bei mir liegen!

***

„Musst du weg?“, fragte Bob.

Laura lächelte glücklich, konnte die Sache wegen der Klage tatsächlich ein wenig in den Hintergrund verdrängen. „Das war der Doc. Mein erster Fall zu dem ich mit darf. Ich muss weg.“

„Wohin?“

„Das erkläre ich euch später. Ist echt dringend. Bis nachher.“ Sie kramte ihre Sachen zusammen und schoss aus dem Haus.

Dort parkte nämlich ihr freundlich dreinblickender roter VW Lupo. Sie startete den Motor und fuhr vom Hof. Sie schlug den Weg zum Heuberger Hof ein, der von ihr etwa zwanzig Minuten entfernt lag.

Das Autofahren machte ihr noch so viel Spaß wie zu Anfang. Endlich erwachsen, endlich ein eigenes Auto. Sie durfte fahren wann sie wollte.

Besonders interessant fand sie, dass sie ausgerechnet einen Lupo fuhr, was aus dem italienischen übersetzt Wolf bedeutete – wobei sie sofort an Bennys Wolf Crash denken musste, den sie seit jener Nacht nicht mehr gesehen beziehungsweise gehört hatte.

Als Laura auf den Heuberger Hof fuhr, sah sie schon den Wagen von Streichinger. Ihr Herz klopfte wie verrückt, denn sie war so aufgeregt.

Sie beeilte sich in den Stall zu kommen, in dem sie alle vermutete, nicht zuletzt, weil auch Streichingers Auto davor parkte.

Hektisches Stimmengewirr donnerte ihr entgegen, das heftige Schnauben eines Pferdes und immer wieder die Anweisungen des Tierarztes.

Laura näherte sich langsam. Der Doc hatte am Telefon davon gesprochen, dass es Probleme bei der Geburt des Fohlens gab.

Die offenkundige Besitzerin des Pferdes stand mit der Hand auf den Mund gepresst vor der Box und sah dem Tierarzt bei dem Bestreben zu die Stute zu beruhigen und ihr bei der Geburt zu helfen.

Laura erfasste die Situation recht schnell, überblickte was Streichinger tat.

„Laura, du musst mir helfen sie zu beruhigen. Das Kleine steckt fest und bekommt keine Luft, aber wenn Oxidia nicht aufhört und mich nicht arbeiten lässt …“

Er musste nicht weitersprechen, Laura hatte auch so verstanden.

Blitzschnell kam sie in die Box, in der die Stute mit dem Namen Oxidia lag und nicht nur triefte vor Schweiß, sondern auch aufgeregt und voller Schmerzen schnaubte. Sie wollte den Tierarzt partout nicht an sich heranlassen, trat nach ihm, versuchte sogar zu schnappen und bewegte sich ständig.

Bestimmt sollte ihre Besitzerin die Box verlassen, damit sie nicht verletzt wurde.

Laura kam von hinten an Oxidia heran, erinnerte sich kurz daran, wie Buttons Geburt verlief, die überhaupt nicht wie diese ausfiel und sprach beruhigend leise auf das Pferd ein. Sie nahm den Kopf des Tieres und drückte ihn sanft nieder zu Boden, damit sie sich entspannte und der Tierarzt endlich dem Fohlen helfen konnte.

Ganz wollte sie ihren Kampf noch nicht aufgeben, ob aus dem inneren Instinkt heraus ihr ungeborenes Fohlen vor diesen Menschen zu schützen, oder weil sie so heftige Schmerzen litt, die ihr den Verstand vernebelten und sie Angst hatte, dass es noch schlimmer wurde, wenn sie jemand anfasste.

„Schmerzmittel habe ich ihr kurz vor deinem Eintreffen verabreicht, aber es wirkt noch nicht. Darauf müssten wir noch warten, aber bis dahin kann es schon zu spät sein. Ich muss jetzt was tun.“ Der Doc war ein alter Hase in seinem Beruf, ließ sich durch Druck und Stress nicht aus der Ruhe bringen und behielt einen klaren Kopf, um für alles gewappnet zu sein.

Lauras Beruhigungsstrategie zeigte erste Wirkungen, die der Tierarzt direkt nutzen wollte, weshalb er sich an die Arbeit machte, um das Fohlen rauszuholen, welches noch immer im Geburtskanal festhing.

Oxidia wieherte schmerzhaft und hob ruckartig den Kopf, schnellte vor und wollte wieder den Doc beißen, doch diesmal konnte Laura, die noch immer hinter ihr im Stroh saß, ihren Kopf festhalten und das Tun verhindern.

Streichinger konnte weiter vorgehen. Seine Stirn war nass vor Schweiß, sein Gesicht wies rote Flecken auf.

Laura hatte mittlerweile alle Mühe die Stute daran zu hindern Streichinger zu zerfleischen. Sie wollte ihn mit allen Mitteln davon abhalten, ihr oder dem Fohlen zu nahe zu treten.

„Halt sie bloß gut fest“, brachte der Tierarzt mit zusammengekniffenen Zähnen hervor.

Das Mädchen hielt Oxidia weiterhin fest und sah dem Tierarzt zu, wie er nach und nach einen Körper hervorholte.

Die Stute bäumte sich vor Schmerzen auf, schnaubte ständig und legte den Kopf zurück, als das Fohlen komplett geborgen worden war.

Mit einem Mal wurde es ruhig im Stall. Nur der gleichmäßig werdende Atem der Mutterstute war zu vernehmen.

Eine gewaltige Druckwelle fiel von Lauras Schultern. Oxidia hatte ihren Kampf aufgegeben. Das Fohlen war da.

Doch bei weiterem Beäugen des Vorgehens des Tierarztes wurde ihr schnell klar, dass es eine schlechte Nachricht gab.

„Was ist?“ Oxidias Besitzerin trat nah an die Box und schaute mit vor Schreck geweiteten Augen hinein.

Der Tierarzt sah auf, blickte zuerst Laura, dann die Frau an. Er kniete vor dem Fohlen, nun eine Hand auf das Knie gestützt und senkte zerknirscht den Kopf, schüttelte den Kopf. „Es ist tot.“

„Dann reanimieren Sie es!“, befahl die Besitzerin aufgeregt und konnte nicht still stehen bleiben.

„Das habe ich versucht, aber das Fohlen ist schon im Geburtskanal gestorben.“

„Und Sie können nichts mehr machen? Das gibt es doch nicht!“, fuhr die Frau auf.

Laura wusste, auch wenn es anders rüberkam, dass die Frau nicht böse war. Sie war einfach nur aufgekratzt, nervös, wollte nicht wahrhaben, dass das Fohlen, auf das sie sich nun beinahe ein ganzes Jahr vorbereitet und eingestellt hatte, einfach tot sein sollte.

Und Laura konnte es verstehen. Ihr wäre es nicht anders gegangen, wenn Rocky bei seiner Geburt etwas zugestoßen wäre.

Die Frau drehte sich um, schluchzte.

Laura sah ihr nach, wäre gern aufgestanden, um sie zu trösten, aber sie musste sich um Oxidia kümmern, denn Streichinger untersuchte die Stute, damit sie selbst keine Verletzungen erlitten hat, zudem musste er warten bis die vollständige Nachgeburt ausgesondert war.

Das Mädchen sah all dem zu. Das tote Fohlen, schwarz war es, lag nass und mit seiner Eihülle im Heu, bewegungslos.

Laura wandte den Blick ab, sie konnte diese Ungerechtigkeit nicht ertragen. Es hatte noch nicht einmal die Chance gehabt, seine Mutter zu sehen, oder überhaupt lebend das Licht der Welt zu erblicken. Es war einfach so schrecklich unfair.

Doch da waren noch offene Fragen, die sie nur von einem Tierarzt beantwortet bekommen würde. „Wie konnte das Fohlen einfach im Geburtskanal stecken bleiben?“

Doc Streichinger seufzte, begutachtete die vollständige Nachgeburt und strich Oxidia über das Fell. „Das Fohlen war im Vergleich zu Oxidias Becken einfach zu groß, dort ist es stecken geblieben.“

„Hatte es keine Chance?“ Sie wollte dem Tierarzt keine Vorwürfe machen, auch wenn sie im Nachhinein dachte, dass es sich genau danach anhörte.

Er schüttelte den Kopf, hatte sich sichtlich schon selbst mit der Frage beschäftigt was er hätte besser oder schneller machen müssen, um dem Kleinen doch noch lebend auf die Welt zu verhelfen. „Es gab wegen Oxidias Becken nur drei Möglichkeiten: Die erste …“ Er sah zu dem kleinen Fohlen, das mit dem Rücken zu ihnen gewandt lag.

Laura verstand ganz deutlich.

„Die zweite wäre gewesen, dass die Nabelschnur vorzeitig gerissen wäre und die dritte, dass …“ Sein Blick ging grübelnd ins Leere. Er fuhr sich durchs Gesicht, wusch sich über die schweißnasse Stirn. „… man hätte schnell genug etwas tun können, aber … das war nicht möglich. Oxidia hat mich nicht an sich herangelassen.“

Laura wusste es, war dabei gewesen und musste es mit ansehen.

„Gleichzeitig ist das Medikament, das ihr ihr injizierte, kein Wundermittel. Es wirkt nicht binnen Minuten. Und … genau diese Zeit ist uns verloren gegangen – dem Fohlen“, korrigierte er sich und erhob sich. Er sah zu der Frau, die noch immer mit dem Rücken zu ihnen gewandt stand und schluchzte. „Es tut mir schrecklich leid.“

Sie hob die Hand, wollte nichts mehr darüber hören.

Der Tierarzt sah zu der Stute. „Oxidia geht es gut“, meinte er dann noch. Er schaute unsicher zu der Besitzerin. „Ich werde mich um den Abtransport von …“ Er konnte es nicht noch einmal aussprechen. „Ich werde mich darum kümmern.“ Damit verließ er die Box, überblickte Laura und Oxidia. „Lass sie Abschied von ihrem … Fohlen nehmen. Das ist wichtig, um abschließen zu können. Sie muss es riechen … und spüren, dass ihrem … Baby nicht mehr zu helfen ist.“ Er senkte den Blick, ging aus dem Stall.

Laura strich dem Pferd über den Kopf, wollte der Aufforderung nachkommen und erreichen, dass Oxidia zu ihrem Fohlen ging. Doch die Stute hielt sich von ihm fern. Das Mädchen konnte nicht noch näher an das Fohlen herangehen, denn sie spürte und wusste, dass es tot war, konnte sich ihm einfach nicht nähern.

Sie stand auf, bewegte sich rückwärts auf die Boxentür zu und verschwand auf die Stallgasse, in der noch Oxidias Besitzerin stand, mit dem Rücken zu Stute und Fohlen gewandt.

Das Pferd hob den Kopf, jetzt wo Laura nicht mehr hinter ihr saß und ihr beruhigend über das Fell strich. Sie erblickte das schwarze Kleine im Stroh, schnaubte ihm entgegen, als würde es eine Antwort erwarten.

Laura seufzte. Der Anblick tat ihr in der Seele weh. Und genau in diesem Augenblick wurde ihr bewusst, dass der Beruf des Tierarztes nicht nur schön war, sondern auch seine Schattenseiten besaß. Natürlich wusste Laura dies, hatte es aber in ihrem Enthusiasmus Tierärztin zu werden verdrängt. Nun kam es ganz klar an die Oberfläche.

Sie überlegte mit welchen Schuldgefühlen sich der Doc vielleicht plagte. Gab er sich die Schuld, oder war er so erfahren und sich bewusst, dass er alles in seiner Macht stehende getan hatte, es aber nicht immer gut ausgehen konnte?

Oxidia schnaubte wieder in die Richtung des Fohlens, bekam keine Antwort, was sie dazu veranlasste sich schwerfällig auf ihre vier Beine zu erheben. Sie schüttelte sich kräftig, sodass Stroh und letzte Schweißperlen von ihr abfielen. Langsam lief sie auf das Kleine zu, senkte den Kopf und strich mit den Nüstern über das schwarze Fohlen.

Sie gab keine Anzeichen von sich, ob sie wusste, dass das Kleine nicht mehr lebte, sondern roch weiterhin eingehend an dem kleinen Körperchen.

Oxidias Besitzerin wandte sich um, sah, wie ihre Stute sanft ihr Fohlen liebkoste und schluchzte wieder. Tränen rannen über ihr vom Weinen rotes Gesicht und sickerten in ihr T-Shirt, das schmutzig war. Ihre Haare hatte sie sich zusammengebunden, die Hände vor dem Oberkörper verschränkt, als sei ihr kalt.

Laura sah ihr unbehaglich zu, wollte etwas sagen, was hierzu passte, bis ihr bewusst wurde, dass es so etwas nicht gab. Es passte einfach gar nichts in diese Situation.

Das Mädchen seufzte. „Immerhin ist Oxidia wohlauf. Es hätte auch sie treffen können.“

Die Frau reagierte nicht, was Laura verunsicherte. Sie wandte sich ab.

Oxidia schnaubte leise über den Körper des Fohlens und Laura glaubte, dass das ihre Art war sich von dem Kleinen zu verabschieden.

Streichingers Schritte waren auf dem Boden zu hören. Laura drehte sich ihm nicht zu, sah aus dem Augenwinkel heraus, dass auch die Frau ihn nicht anblickte.

Er sah zu, wie Oxidia vorging, verhielt sich ruhig und ließ der Stute die Zeit, die sie brauchte um loszulassen.

„Den Rest bekomme ich alleine hin, dafür brauche ich Sie nicht.“

Der Tierarzt nickte der Frau zu.

„Es kommt im Verlauf der nächsten Stunde jemand und …“

Er musste es nicht aussprechen, sie nickte schon.

„Muss ich noch was beachten, wegen Oxidia?“ Es hörte sich an, als wollte sie Streichinger das nicht fragen, musste es aber, um nicht unnötige Fehler zu begehen.

„Sie sollte vorerst viel Ruhe haben. Es war eine schwere Geburt, mit vielen Schmerzen verbunden, die mittlerweile vom Schmerzmittel verdrängt werden. Auch der Verlust von … ihrem Fohlen wird ihr psychisch ein wenig zusetzen, aber ansonsten … geht es ihr gut.“ Er schaute zu Oxidia. „Ich werde morgen nach ihr sehen.“

Die Frau nickte. „Bringen Sie dann auch gleich die Rechnung hierfür mit. Ich will es erledigt wissen.“

Streichinger sah sie an, konnte vielleicht nicht wechseln, warum sie in so einer schrecklichen Stunde ausgerechnet auf die Rechnung zu sprechen kam, doch er nickte. Der Doc packte seine Sachen zusammen, nickte Laura zu und verließ mit ihr den Stall.

„Furchtbar für so etwas auch noch Geld zu verlangen“, murmelte er ihr zu.

***

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Dieser Blogartikel erschien schon früher, als das letzte Mal von mir angekündigt, da es mit der Veröffentlichung des Bandes schneller klappte als geplant. Passend hierzu veranstalte ich auf Facebook momentan wieder ein Gewinnspiel: Gewinne hier ein signiertes Taschenbuch von IM SCHATTEN DES HASSES!

Der nächste Artikel erscheint am 15. April in der Kategorie “Buchhintergründe”.

ERSCHEINUNG des nächsten Bandes AUFBRUCH ZU NEUEN UFERN, 14: Mai/Juni 2017

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Toughe Frauen – wie Shadia (RUF DER ZEIT) – Teil 4

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Quelle: pixabay.de

Nach Zahra stelle ich euch eine weitere Araberin vor: Shadia.

Warum ist Shadia tough?

Shadia beweist, dass Ruhe keine Schwäche ist, sondern Zeichen der Stärke – der inneren Stärke. Sie reagiert nicht impulsiv sondern immer bedacht.

Dass sie sich hinter einer anderen Identität versteckt, heißt nicht, dass sie feige oder schwach ist, sondern einfach nur, dass sie für ihre 17 Jahre eine Geschichte hinter sich hat, die sie vorsichtig hat werden lassen. Und trotzdem gibt sie nicht auf, sondern kämpft den größten Krieg: ihr Leben.

An welcher Stelle beweist sie das?

Es gibt einige Stellen im Buch, in denen Shadia ihre Stärke in ihren Gedankengängen und Handlungen zeigt. Da sie zu lang wären, um sie an dieser Stelle vorzustellen, hier die Kurzform: Shadia macht sich von niemandem abhängig, weder von Mustafa noch von anderen. Rayhan ist ihr Vater und sie vertraut ihm in allen Angelegenheiten.

Shadia ist nicht naiv und vertraut nicht leicht, um nicht getäuscht zu werden.

Sie ist ein für mich sehr komplexer Mensch und einer meiner interessantesten Charaktere. Ich für meinen Teil bewundere sie sehr für ihre innere Stärke, die wohl erst volle Wirkung erzielt, wenn man die komplette Story kennt und versteht, wie die Dinge liegen bzw. lagen. Mehr könnt ihr über sie in einem anderen Rechercheartikel erfahren („Recherche: Stille Wasser sind tief„)

Welche Geschichte durchlebt Shadia?

frontcover-neu-rdz„Eine Geschichte von Liebe, Leid, des Einsehens und Vergebens.“

Amir reitet mit seinem Ziehvater in einem männlichen Beduinenstamm in der Wüste Rub‘ al Khali umher. Was niemand weiß, der ruhige Begleiter ist eine 17-jährige Frau, die nach einem Vorfall ihr Geschlecht wahren muss. Doch Mustafa, ihr Karawanenführer, durchschaut Shadias Spiel recht schnell. Er kommt ihr unbewusst immer näher, bis sie schließlich die Wahrheit über ihn erfährt. Als dann plötzlich ein Mustafa gut bekannter Hengst namens Ashir zu ihnen stößt, und Shadia sich in der Wüste verirrt, macht sich Mustafa auf, um sie zu suchen. Doch weder der herrische Anführer, noch die sanfte Schönheit Shadia, können verhindern, was die arabische Wüste bereits für sie geplant hat – auch wenn über der jungen Frau ein schwarzer Schleier der Vergangenheit hängt, der sie zu vernichten droht. Kann sie lernen, über den Dingen zu stehen?

-> Zur Leseprobe

RUF DER ZEIT ist Teil 2 und Ende der arabischen Wüstengeschichte um die Al Mawadis.

 

Nächster Blogartikel

Nachdem ich hoffe, euch den Charakter meiner Shadia weitgehend erläutert zu haben, möchte ich mitteilen, dass mein nächster Artikel am Samstag, den 08. April erscheint und ein neuer XXL-Auszug aus Band 13 mit dem nun feststehenden Titel IM SCHATTEN DES HASSES sein wird. Der Roman befindet sich in der Endphase des Korrektorats. Allzu lang wird es also nicht mehr dauern 😉

Band 14 mit dem Titel AUFBRUCH ZU NEUEN UFERN ist fertig geschrieben und wird momentan von mir überarbeitet. Es läuft also 😉

ANGEKLAGT! (13): XXL Textauszug 1

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(Quelle: Pixabay)

Nach STÜRMISCHE ZEITEN könnt ihr heute hier endlich erfahren, wie es weitergeht im Nachfolgeband mit dem derzeit noch provisorischen Titel ANGEKLAGT!

Und nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen & möchte euch daran erinnern, dass die Rechte am Text bei mir liegen und es sich hier um den unkorrigierten Text handelt!

***

 

1

Auch wenn dieser Sommertag im August wirkte wie jeder andere, so wusste Laura, dass es neue Probleme gab, als sie diesen teuren Wagen auf die Ranch fahren sah.

Sie beäugte ihn und seinen Insassen und schlenderte langsam auf ihn zu.

Der etwa Mitte fünfzig-jährige Mann stieg aus, sah sich um, hatte Laura allerdings schon längst bemerkt. Dann kam er doch auf das Mädchen zu.

„Guten Tag. Kann ich helfen?“

Der Mann nickte. „Ich suche die Familie Bunkma.“

„Ich bin die Tochter.“

„Sind Ihre Eltern zu sprechen?“

Laura schaute über die Schulter, wusste, dass die beiden mit einem Interessenten für die zu vermietenden Weiden hinten auf dem Hof waren und somit außer Sichtweise. „Gerade nicht. Vielleicht kann ich Ihnen helfen.“

„Das glaube ich eher nicht. Ich bin Konrad Welle.“

Irgendwie sagte ihr der Name etwas – und zwar nichts Gutes, doch sie konnte es nicht zuordnen.

„Ich war vor ein paar Wochen auf einem Wanderritt mit dabei, den Ihre Eltern veranstaltet haben.“

Und dann machte es Klick. Laura wusste, dass ihre Eltern hofften, nie wieder von ihm zu hören. Und je mehr Zeit vergangen war, desto größer wurde die Wahrscheinlichkeit. Und nun stand er doch hier. Seine Miene, sein Ton und sein Auftreten gefielen Laura nicht. Es war kein Freundschaftsbesuch von ihm.

„Ich war im Anschluss im Krankenhaus und dort habe ich mich direkt nach einem Anwalt umgesehen.“

„Ein Anwalt?“ Laura gab sich noch wenig interessiert, denn sie wollte ihm nicht das Gefühl geben, dass er damit wirklich durchkam.

Trotzdem nickte er selbstsicher.

Laura verschränkte die Arme.

„Unterlassene Hilfeleistung Ihrer Eltern, Drohungen“, er zählte mit den Händen auf und schien dabei recht angetan von der Chance Laura gegenüber seine Macht über ihre Familie zu demonstrieren, „zudem wurde ich verletzt, während ich in der Obhut Ihrer Eltern war. Ich fordere Schadensersatz. Dieser Hof wird doch vollkommen unprofessionell und unerfahren geführt.“

Laura prustete die Luft ungläubig und stieß ein abfälliges Lachen aus. In ihr bündelte sich der Zorn wegen der erlogenen Aussagen dieses Mannes. Was bildete er sich eigentlich ein?

„Also ich denke, dass Sie die Geschichte ein wenig umgeschrieben haben, Herr Welle. Und dass Sie meine Familie und unseren Hof derart in den Schmutz ziehen, lasse ich nicht zu.“

„Was sonst? Wollen Sie mir jetzt auch drohen?“

„Hat sich in diesem Satz irgendetwas nach einer Drohung angehört?“, entgegnete sie schroff und musste sich im Zaum halten, um diesem Mann nicht an die Gurgel zu gehen oder vollends die Beherrschung zu verlieren.

„Ich finde, dass es zumindest in diese Richtung ging.“

„Und ich finde, Sie sollten unseren Hof verlassen.“

Der Mann blickte sie argwöhnisch an. „Bist du eigentlich alt genug, um so eine Stellung zu beziehen?“

„Wann hab ich dir erlaubt mich zu duzen?“, schlug sie zurück.

„Ich denke, ich sollte das Gespräch mit deinen Eltern fortsetzen.“

„Und ich denke, du verlässt nun unseren Hof“, ließ sie nicht locker, wollte sich so ein Verhalten nicht bieten lassen.

„Wo sind Ihre Eltern?“, schlug er wieder auf das Siezen um, was ihr schon einmal einen kleinen Stimmungswechsel gab.

„Momentan nicht da. Soll ich ihnen von Ihnen etwas ausrichten?“

Er seufzte. „Sie werden Post von meinem Anwalt bekommen. Das wollte ich sie lediglich wissen lassen.“

„Gut. Ich richte es aus.“ Sie blieb stehen, forderte allein durch ihre Haltung, dass er sich wieder in sein Auto setzte und Green Valley verließ.

Konrad Welle nickte ihr zum Schluss zu, begab sich in sein Auto und fuhr vom Hof.

Ungläubig über das Gespräch und seinen Verlauf starrte sie dem Wagen hinterher.

Sie war so sauer! Sie hätte Bäume ausreißen können!

Lauras Körper vibrierte vor Erregung, sie musste sich zur Ruhe ermahnen.

Wie konnte sich dieser Mann zu so etwas erdreisten. Er schrieb das damals Geschehene um und glaubte tatsächlich, dass er damit durchkam?

Er wollte sie nur wissen lassen, dass sie Post von seinem Anwalt zu erwarten hatten? Dass Laura nicht lachte. Er wollte sich doch nur an der Reaktion ihrer Eltern satt sehen und daran ergötzen. So ein Unmensch!

Auch jetzt, wo er bereits seit Minuten nicht mehr auf dem Hof war, brodelte es unter ihrer Haut. Ihr Körper zitterte vor Wut, war kurz vor einem emotionalen Ausbruch.

Hoffentlich kam er nicht wieder. Obwohl Laura sich das nur schwer vorstellen konnte.

Das Mädchen löste endlich ihre Starre und lief aufs Haus zu, sie nahm sich den Schlüssel für den Briefkasten und sah hinein.

Sie leerte ihn, ging die Briefe durch und fand tatsächlich einen Umschlag von einer Anwaltskanzlei.

Welle machte wirklich Ernst.

Laura kämpfte kurz mit sich, wollte ja nicht einfach die Post ihrer Eltern öffnen, aber in diesem Fall musste sie es einfach tun, schließlich ging es auch sie etwas an, wenn er ihre Eltern und die Kompetenzen Green Valleys angriff.

Sie schmiss die anderen Briefe auf den Tisch, riss den Umschlag auf und faltete das akkurate Schreiben auseinander.

Laura überflog den Brief, schüttelte ungläubig den Kopf. Es schien wirklich alles darauf hinauszulaufen, dass ihre Eltern mächtig Ärger bekamen.

Sie setzte sich hin, musste diese Neuigkeit erst verdauen, ihre Wut schlucken und einen klaren Kopf zum Denken bekommen.

Ein logischer Weg aus all dem hier raus – dachte sie. Den musste es einfach geben. Es war nicht so, wie dieser Welle es auslegte. Irgendwie musste man ihn doch genau deswegen dran kriegen.

Laura steckte den Brief in den Umschlag zurück und ging nach draußen. Es war Zeit ihre Eltern einzuweihen.

Wie sie nun sah, war der Interessent für eine der Pachtweiden schon wieder gefahren, weshalb sich das Mädchen aufmachte, um ihre Eltern auf dem Hof zu finden.

Sie lief zum Stall, doch weder dort noch in der angrenzenden Sattelkammer fand sie sie.

Das Motorengeräusch gehörte mittlerweile schon zum Hof-Inventar, weshalb es Laura nicht sehr irritierte.

Robin kam auf seinem Motorrad vom Weg, der um die Weide führte gefahren. Es war eigentlich kein richtiger Weg, aber durch das Durchlaufen und -reiten hat sich dort im Laufe der letzten zwei Jahre ein provisorischer Weidenrundweg entwickelt.

Die Pferde störte es schon nicht mehr, wenn Robin – nicht übertrieben laut – mit seinem Gerät herumkurvte.

„Der Zaun ist kontrolliert“, berichtete er, als er neben Laura zum Stehen kam, den Motor ausmachte und die Arme lässig über die Lenker legte.

Laura nickte abwesend, sah sich noch nach Becky und Bob um. „Hast du meine Eltern gesehen?“

„Ich glaube, die sind vorhin auf die Weide gegangen.“

Laura nickte. „Danke.“

„Alles okay?“

„Das wird sich zeigen.“ Sie wollte schon zur Weide gehen, als ihr noch etwas einfiel. „Du solltest vielleicht reiten lernen, das ist hier auf dem Hof wesentlich leichter, auch wenn du in nächster Zeit mal mit für die Wochenendausritte eingeplant wirst.“

Robin grinste. „Ich und reiten? Verpass mir doch gleich Flügel wie ’nem Vogel.“

„Was erwartest du? Du arbeitest auf einem Hof mit Pferden.“

„Nur weil man in einem Dorf wohnt, muss man nicht gleich Bauer sein.“

Laura schlug ihm kapitulierend seufzend auf die Schulter. „Schon klar.“

Sie ging weiter zur Weide und erspähte ihre Eltern schon, als sie gerade das Gatter hinter sich gelassen hatte. Sie standen am neuen Weideunterstand, den Bob gebaut hatte – diesmal stabiler als der letzte, der ja vor ein paar Wochen bei einem heftigen Gewitter im Sturm zusammenbrach. Heute hatte er seine Arbeit daran beendet und zeigte Becky wohl gerade, inwiefern er besser und stabiler war.

Laura kam hinzu, wurde von ihren Eltern bemerkt, die noch lachen konnten. Wenn Laura ihnen von der schlechten Nachricht erzählte, würde es damit vorbei sein. Daher traute sie sich kaum die gute Stimmung zu verderben, aber sie konnte es ja auch nicht verheimlichen. Zudem käme es ohnehin heraus, wenn ihre Eltern die Post durchgingen.

„Wie lief es mit dem Interessenten?“, stieg sie harmlos ein.

Becky nickte zufrieden. „Er will es nochmal überdenken. Aber ich schätze, von dem hören wir nichts mehr.“

Man konnte ja nicht alle Menschen als Kunden gewinnen.

„Da war gerade jemand da“, begann sie vorsichtig und fuhr sich durch die Haare, konnte ihren Eltern nicht in die Augen sehen.

„Wer denn?“

Laura sah zerknirscht drein. „Konrad Welle.“

Bob und Becky kannten den Namen, sahen daher beide auf.

Becky, die den härtesten Disput mit Welle hatte, verschränkte die Arme. „Er war bestimmt nicht hier, um sich für den nächsten Wanderritt anzumelden.“

„Nein“, gestand Laura ehrlich und fuhr sich durchs Gesicht. „Er hat einen Anwalt eingeschaltet.“

Becky lachte spöttisch auf. „Ach ja? Und wegen was? Wegen eigener Dummheit? Dafür braucht man keinen teuren Anwalt, das hätte ich ihm kostenlos sagen können.“

„Ein Schreiben vom Anwalt kam auch. Es liegt in der Küche und wie es scheint, findet seine Geschichte Gehör.“

„Seine Geschichte?“, hakte Bob nach. „Was für eine Geschichte?“

„Ich denke, das solltet ihr euch selbst ansehen.“ Laura ging zurück ins Haus, ihr folgten ihre Eltern, die nun ebenfalls gepackt waren und wissen wollten was Sache war.

Laura reichte den Umschlag ihren Eltern.

Becky umfuhr den aufgerissenen Umschlag. „Du hast den Brief schon gelesen“, stellte sie fest.

Laura regte sich nicht, wartete ab, dass ihre Eltern zu lesen begannen.

Sie beobachtete ihre Mienen dabei und erkannte, dass sie genauso wütend wie Laura zuvor waren.

Becky schnappte nach Luft. „Das ist ja … mir fehlen die Worte. Wie kann er so was machen?“ Sie hielt den Brief hoch, schaute von Laura zu Bob, der die Sache, wie gewöhnlich, viel ruhiger anging als seine temperamentvolle Frau.

„Die Klage hat weder Hand noch Fuß. Er hat keinerlei Zeugen für seine Story. Somit steht sein Wort gegen unseres. Und damit kann er uns gar nichts.“

„Oh, dieser Kerl findet Mittel und Wege um zu gewinnen. Schau dir allein mal seine Vorwürfe an. Das ist ja wohl das Allerletzte!“

Die Haustür ging auf. Robin platze herein. „Ich bin mit der Arbeit fertig. Wann gibt’s zu Mittag?“ Er ging an den Schrank und füllte sich ein Glas mit Wasser, sah die Bunkmas an, die alle zusammenstanden und eine eiserne Miene vorlegten.

Er runzelte die Stirn. „Warum hab ich gerade so ein ungutes Gefühl?“, reagierte er auf die Blicke, die auf ihm ruhten.

„Vielleicht, weil du dir dein Mittagessen heute selbst machen kannst“, konterte Bob. „Wir haben etwas zu erledigen.“

„Was denn?“

Wie bei Benny war es auch mit Robin. Er hatte sich in die Familie integriert und gehörte nun einfach dazu. Die Probleme der Familie blieben vor ihm nicht abgeschottet, sondern er wurde eingeweiht. Nur im Gegensatz zu Benny wollte er sich auch sofort integrieren und fühlte sich dabei überhaupt nicht unwohl in deren Privatsphäre einzudringen.

Genau deshalb gab Bob ihm den Brief vom Anwalt.

Robin las ihn durch, runzelte die Stirn. „Mannomann. Was habt ihr denn verbrochen?“ Er gab Bob den Brief zurück und trank noch einen Schluck.

„Das ist es ja. Das alles ist eine glatte Lüge“, entfuhr es Becky wütend. „Sein Racheakt dafür, dass damals nicht alles nach ihm tanzte.“

„Es liegt ja sogar eine Kopie von einem Arzt dabei, der seine Verletzung bescheinigte“, sagte Robin.

„Sahra hatte ihn damals oben im Gebirge abgeholt und ins Krankenhaus gefahren. Das war, als Laura krank war.“

Laura und Robin sahen sich kurz an. Das Ereignis, was sich in Bobs und Beckys Abwesenheit ereignete, war noch immer ihr Geheimnis. Noch nicht einmal Bianka und Sahra hatten sie eingeweiht.

„Ich hab ein verstauchtes Bein vermutet, konnte einen Bruch aber nicht ausschließen. Und der Arzt bestätigte meine Vermutung: Eine Verstauchung. Das passierte, als er oben in dem Fluss ausrutschte, als er sich von der Gruppe entfernte, um alleine zurück nach Green Valley zu kommen. Bob und ich haben ihm noch geholfen. Als Dank durften wir uns seine Frechheiten anhören, von wegen wir wären unprofessionell und so weiter.“ Becky schaute in den Brief und schien eine Stelle darin zu suchen. „Nun stellt er es als Unfall dar, der geschah, während er in unserer Obhut war und er verlangt vollen Schadensersatz. Ich meine, geht’s noch?“

„Den Punkt mit den Drohungen“, deutete Laura wieder auf das Schreiben.

Becky nickte. „Ich weiß gar nicht, wie es darauf kommt. Wir haben ihm nie gedroht.“

Bob räusperte sich. „Wenn man es genau nimmt, stimmt das nicht so ganz.“

„Was soll das heißen?“, entrüstete sich Becky.

„Du hast ihm gesagt, als er Stunden danach mit seinem verletzten Bein in den Bachlauf fiel, dass er sich besser benehmen und bei dir entschuldigen soll, sonst könne er da drin sitzen bleiben bis es aufhört zu regnen.“

Lauras Mutter seufzte. „Das … aber das ist doch absoluter Quatsch. Nicht ernst gemeint.“

„Aber trotzdem ausgesprochen. Und er hat es in den falschen Hals bekommen.“

„Der hat alles in den falschen Hals bekommen“, schlug Becky zurück.

„Wir wissen, dass das keine richtige Drohung war, aber …“, Bob zuckte mit den Schultern, „Welle und sein Anwalt scheinen das anders zu sehen und darzulegen.“

Becky ließ sich auf einen der Küchenstühle plumpsen. „Ich glaube das alles nicht“, seufzte sie niedergeschlagen.

„Ich verstehe nur nicht, wie er auf den Punkt mit der unterlassenen Hilfeleistung kommt.“ Bob nahm seiner Frau wieder das Anwaltsschreiben ab, das ohnehin ständig hin und her gewechselt wurde.

„Da hat er zu viel hinein interpretiert, so wie in den Rest auch“, meinte Becky mit letzter Kraft. „Vielleicht, weil wir ihm nicht sofort jemanden anrufen konnten der ihn abholt, weil wir da oben keinen Empfang hatten, oder wegen der Aktion, die du gerade geschildert hast, als er im Bachlauf saß und ich ihm erst heraushelfen wollte, als er sich entschuldigt hatte.“

„Der Bericht vom Arzt, das hier in Kopie beigefügt dabei liegt, unterstützt seine These auch noch“, sagte Robin wieder. „Das gibt den anderen Klagepunkten natürlich auch ein wenig mehr Gewicht.“

Laura wurde bewusst, dass es tatsächlich nicht gut um sie stand. Sie mussten einen Ausweg, ein Schlupfloch finden.

Dann klingelte Lauras Handy und sie zog es aus der Hosentasche. Als sie die Nummer von Doc Streichinger auf dem Display sah, wusste sie gleich was anstand. Und ihr Herz machte einen Satz. Endlich!

„Hallo?“, sagte sie, als sie abnahm.

„Hallo, Laura. Streichinger hier. Bereit für deinen ersten Einsatz?“ Im Hintergrund hörte sie Geräusche, er schien während dem Telefonieren zu werkeln, vielleicht packte er etwas zusammen.

„Na klar. Darauf warte ich doch schon seit Wochen.“

„Gut. Wir treffen uns auf dem Heuberger Hof, du weißt wo das ist?“

„Ja.“

„Eine Stute fohlt und scheint Probleme zu haben. Bis gleich.“

„Bis gleich.“ Sie legte auf, freute sich natürlich, dass endlich ihr Praktikum als Tierarzthelferin von Doktor Streichinger begann und sie zu ihrem ersten Fall fahren durfte. Weniger schön war, dass es gleich ausgerechnet so ein ernster Einsatz war, in dem es um Schwierigkeiten während einer Fohlengeburt ging, bei der man nie wusste wie es endete.

***

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Der nächste Artikel erscheint am 18. März in der Kategorie “Buchhintergründe”.

ERSCHEINUNG Band 13: März/April 2017

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Toughe Frauen – wie Zahra (FEUER UND WASSER) – Teil 3

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Quelle: pixabay,com

Becky und Laura aus der Green Valley Serie habe ich euch bereits vorgestellt.

Heute wagen wir einen Sprung in die arabische Wüste zurück und statten Zahra einen Besuch ab.

Warum ist Zahra tough?

Zahra ist gerade mal 19 Jahre alt, als sie von ihrem Vater einfach verheiratet wird und sich dort mit dem neuen Leben arrangieren muss. Wider vieler Araber besitzt sie eine rebellische Art, die es ihr verbietet, sich einfach kampflos zu fügen.

Sie will weder Sharifs Ehefrau sein, noch auf seinem Hof mit den Pferden leben. Also nimmt sie den Kampf auf. An wirklicher Stärke scheint Zahra allerdings erst zum Ende hin zu wachsen.

An welcher Stelle beweist sie das?

Da es einige Stellen im Roman gibt, habe ich folgende erste Rebellion herausgesucht, weitgehend friedfertig – zumindest für Zahras Verhältnisse 😉

Wie immer liegen die Rechte am Text bei mir!

***

„Das ist … unser Schlafgemach“, eröffnete er ihr und sah sie erwartungsvoll an.

„Wie bitte?“ Sie glaubte nicht richtig gehört zu haben. „Ich werde nicht mit dir in einem Raum schlafen!“, verkündigte sie entschlossen und verschränkte die Arme, um ihre Stellung zu untermauern.

Nun stand er ratlos da und musterte sie nur. „Tut mir leid, aber …“

„Es gibt kein aber! Lieber werde ich draußen im Wüstensand schlafen, als länger mit dir in einem Zimmer zu sein!“ In Rage lief sie eilig aus dem Zimmer und war im Begriff ihr Gesagtes in die Tat umzusetzen, als sie Schritte hinter sich vernahm.

„Zahra, bleib!“

Sie überhörte es.

***

Welche Geschichte durchlebt sie?

frontcover-neu-fuw„Eine mutige junge Araberin, die nicht aufgeben will, was sie ist – eine emanzipierte Frau.

Zahra, die 19-jährige Araberin, lebt zusammen mit ihren Eltern auf einem kleinen Gestüt und Trainingsstall in der Wüste Arabiens. Dann kommt ein junger Gast auf den Hof, der das Leben der jungen Frau von Grund auf ändert, als er sie heiraten will. Zu Zahras Entsetzen willigt ihr Vater ein. Obwohl sich Sharif recht manierlich verhält, traut sie ihm nicht. Fest entschlossen auch ihm die Ehe zur Qual zu machen, tritt sie einen harten Kampf gegen ihn an. Doch wer ist Sharif wirklich? Ihre Sorgen teilt sie mit dem Hengst Ashir, dem sie in ihrer momentanen Lage als einzigen noch vertraut …

 

~ Infos zum Buch

 

Nächster Blogartikel

Mein nächster Artikel erscheint am 25. Februar. Dann gibt es endlich wieder einen XXL Textausschnitt, und zwar aus Band 13 mit dem momentan noch provisorischen Titel ANGEKLAGT!

ANGEKLAGT! befindet sich seit Mitte der Woche im Korrektorat und ich habe die Zeit genutzt und mich gleich mit Elan, Enthusiasmus und einer Menge Vorfreude ans Schreiben des 14. Bands gesetzt mit dem Titel AUFBRUCH ZU NEUEN UFERN. Die ersten knapp anderthalb Kapitel stehen bereits und ich kann es kaum abwarten weiter zu machen 🙂

Also ich setze mich dann wieder dran & wünsche euch ein schönes Wochenende!