Recherche: Der böse Wolf

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Quelle: pixabay.com

Für die GREEN VALLEY SERIE muss ich recht selten recherchieren, aber manche Themen möchte ich eben doch vertiefen oder in Erfahrung bringen. In diesem Fall geht es um den Wolf, den meine Green Valley Leser bestimmt schon kennengelernt haben. Ein kleiner Spoiler: Benny wird ihn Crash nennen.
Apropos Benny: Diesmal wird er Euch etwas über meine Wolfsrecherche berichten (wie immer liegen die Rechte am Text einzig bei mir!):

***

Benny seufzte. „Die Sache mit dem Wolf lässt mich einfach nicht in Ruhe.“

Laura runzelte die Stirn. „Wie meinst du das?“

Benny umfasste seinen Becher und sah hinein. „Es war ganz komisch, als ich ihn damals gesehen hab“, verriet er ihr. „Er …“ Benny lächelte und winkte ab. „Das hört sich jetzt zu krass an.“

„Was denn?“, hakte sie nach.

„Ich hab ihn gesehen und sofort …“ Er überlegte. „Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll, aber … ich hab mich dann viel mit Wölfen beschäftigt, weil sie mich so faszinieren, seit ich ihn gesehen hab.“

„Wölfe sind doch auch interessante Tiere.“

„Der Wolf muss etwa zwei Jahre alt sein.“

„Woher weißt du das denn? Du hast ihn doch nur kurz gesehen.“

„Ja, aber bei meinen Wolfsrecherchen hab ich erfahren, dass Wölfe mit zwei Jahren ihr Rudel verlassen, um ein eigenes zu gründen.“ Er sah ihren unverständlichen Gesichtsausdruck, weshalb er weiter ausholte. „Ein Rudel besteht aus einem weiblichen und einem männlichen Tier und zwei Würfen, also auch deren Jungen. Die bekommen nur einmal jährlich Nachwuchs, deshalb sind es nicht allzu viele Tiere. Erst wenn die biologische Uhr mit zwei Jahren tickt, verlassen sie ihr elterliches Rudel und ziehen alleine los, um einen Partner zu finden und ein eigenes Rudel in einem eigenen Territorium zu suchen. Und dieser Wolf damals war alleine unterwegs.“

Laura war ehrlich erstaunt, welches Wissen sich Benny angeeignet hatte. Erst dann sinnierte sie über das gerade Gehörte. „Warte! Soll das etwa heißen, dass dieser Wolf sich sein Territorium hier einrichtet? Bei uns im Chiemgau?“

Benny überlegte kurz. „Ist gut möglich.“ Er sah ihre grübelnde Miene. „Was das Vieh angeht, müssten die Bauern dann für bestimmte Sicherheitsmaßnahmen sorgen, wie zum Beispiel einen Elektrozaun, wie wir es bei den Schafen da hinten gemacht haben.“ Er deutete hinter Laura, wo die Schafherde von Manni Malmer stand. „Und Menschen werden selten angegriffen. Die Hälfte aller gebissenen Menschen wurde von einem tollwütigen Tier angegriffen, etwa ein Viertel der gebissenen hatten einen Hund bei sich, der wahrscheinlich dafür verantwortlich war.“

„Und der Rest der gebissenen Menschen?“

Benny zuckte mit den Schultern. „Da war wahrscheinlich die Ursache unklar.“

„Aus reinem Interesse: Von wie vielen Menschen sprechen wir bei einem Viertel?“, hinterfragte Laura.

„Etwa zehn.“

Laura hatte mit mehr gerechnet, war demnach erleichtert, dass es doch nur so wenig waren.

„Allerdings werden vor allem Kinder gern von einem Wolfsrudel attackiert.“

„Weil sie so klein sind?“

„Das, und weil sie besonders während dem Rennen von ihnen als weglaufende Beute wahrgenommen werden und so ihr Jagdinstinkt ausgelöst wird.“

„Da hast du dich ja richtig in Material vergraben“, lächelte Laura.

„Ja, ich hab so einiges über sie gelesen. Unter anderem hab ich auch ein Video darüber gesehen, wie sie im Rudel ein Bison angegriffen haben. War nicht so schön.“

„Das glaub ich.“

 – (Ausschnitt aus Band 8, ALTES UND NEUES) –

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Soweit zu meiner Wolfsrecherche. Vielen Dank, Benny, das Wichtigste hast du erläutert. Besser hätte ich es nicht ausdrücken können 😉 *Schriftstellerhumor*

Aktuelles Projekt …

Ich habe mit dem Schreiben an Band 10 begonnen (Wow, jetzt ist die Bandnummer schon zweistellig 🙂 ). Band 9, VERSPROCHEN IST VERSPROCHEN, ist im Korrektorat. Nächsten Samstag gibt es wieder einen Schnipsel hier auf meinem Blog. Also wieder reinklicken!

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Recherche: Die arabische Wüste

Eine Leserfrage, die mich erreicht hat und nachdenken ließ, war: warum spielt RUF DER ZEIT und FEUER UND WASSER außgerechnet in der arabischen Wüste? Und tatsächlich habe ich zu dem Thema noch keinen Blogartikel geschrieben. Kurz: Ich persönlich finde, dass die Wüste etwas Unglaubliches, etwas Fantastisches an sich hat. Mit Worten kann ich das kaum beschreiben. Es ist ganz einfach die Aura, die sie umgibt, die mich begeistert und zum Schreiben veranlasst hat.
Auf meiner Rechercheliste habe ich das Großthema „Wüste – Rub‘ al Khali“ gegliedert. Zwei davon sind:

Beduinen
Das Leben einer Beduinenkarawane sieht von außen monoton aus. Doch bei meinen Recherchen wurde mir schnell klar, dass das Beduinensein mehr bedeutet, als nur durch die Wüste zu irren. Hier ein kurzer Einblick: Davon abgesehen, dass ihnen der Titel „Beduine“ gegeben wurde, nennen sie sich noch nicht einmal selbst so – sie sind ganz schlichte „Araber“. Diese „Araber“ haben den untersten Status in ihrem Land und vererben ihn an die Nachkommen weiter. Dieser Status hat häufig Diskriminierung als Folge. Daher wundert es weniger, dass ihnen das ruhig auszusehende Leben mehr als nur schwer gemacht wird. Oftmals leiden sie an Essens- und Wasserknappheit, da sie an öffentlichen Quellen bedroht und verscheucht werden. Daher haben sie es sich zu eigen gemacht, hauptsächlich von ihrer eigenen Viehzucht zu leben. Diese Beziehung, die sie zu diesen Tieren eingehen, habe ich auch in RUF DER ZEIT verarbeitet, denn sie begegnen ihnen mit Dankbarkeit und Respekt. Sie lieben diese Tiere und umsorgen sie, wie ihre Familien.

Die Liwa Oase
Bereits zu Beginn des zweiten Wüstenromans lasse ich den Leser erfahren, wo sich meine Charaktere aufhalten: an der Liwa Oase. Wenn man zwei Begriffe mit der Rub‘ al Khali verbindet, dann ist es die Liwa Oase und die Moreeb Dühne – wobei ich zweiteres in diesem Artikel unerläutert lasse.
Die Liwa Oase ist das größte Oasengebiet im Emirat Abu Dhabi. Geografisch liegt sie etwa 100 km südlich vom Persischen Golf und 150 km von Abu Dhabi entfernt. Das Gebiet besteht aus über 50 einzelnen Oasen, wobei sie nicht zusammenhängend grün bepfanzt sind. Die meisten Oasen liegen zwischen den Ortschaften Hameem (östlich) und Liwa (westlich). Auch diese Ortschaften finden Gebrauch in RUF DER ZEIT. Das Zentrum den Oasen ist Mezairaa.
Da nur wenige Meter unter dem Sandboden das Grundwasser ist, wird dort Gemüse, Obst und verschiedene Grasarten (für die Tiere) angepflanzt, aber auch die Dattelpalmenkultur findet man vor. Auf einigem Recherchematerial konnte man deutlich die Gewächshäuser und das Grün, mal mehr mal weniger, sehen.
Geschichtlichen Aufzeichnungen nach tritt die Liwa Oase das erste Mal im 17. Jahrhundert auf, wo sie von den Bani-Yas-Beduinen bevölkert wurde.

So weit ein kleiner Einblick in das, was mich an der arabischen Wüste derart fesselt. Leider kann ich hier das Bild- und Filmmaterial nicht so authentisch wiedergeben, wie ich es erfahren durfte, doch der Einblick lohnt sich wirklich, denn meiner Erfahrung nach ist die Rub‘ al Khali eine Wüste, die ihren ganz eigenen Zauber versprüht. Vielleicht konnte ich diesen auch ein wenig in meinem zweiten Wüstenroman RUF DER ZEIT verarbeiten – zusammen mit einem Hauch Liebe, Drama und Action. Der Trailer zu meinem Wüstenzweiteiler und wer sie noch nicht kennt, die Leseprobe stehen für Euch bereit.
Ich hoffe, ich kann Euch ein paar unterhaltsame Lesestunden bereiten!

Derzeit …
Nach dem erfolgreichen Abschluss meines Wüstenzweiteilers kann ich mich wieder Berlin zuwenden, denn dort wartet Mia auf mich bzw. ihre Überarbeitung. Aber davor liegt noch ein anderes Projekt vor mir. Welches? Vielleicht fällt es Euch auf, wenn Ihr auf folgenden Link geht ;) :
Das geheimnisvolle Pferd (Green Valley Serie 1)

Die anderen beiden Bänder folgen schon ganz bald …
(PS: Der verlinkte erste Band ist derzeit für nur 0,99€ als eBook erhältlich – aber auch als Taschenbuch.)

Recherche: Alex, der Polizist

Im Trailer kommen außer den beiden Detektiven Mia und Mark auch noch der Polizeikommissar Alexander Ruppig vor. Er ist ebenfalls einer der Hauptcharaktere und spielt eine große Rolle.
Hier möchte ich eine kleine Recherchezusammenfassung zur allgemeinen Polizeiarbeit liefern.

Die Recherchen um diesen Beruf wollte ich eigentlich nur flüchtig und kurz halten, doch, ob aus Neugier oder Wissenszwang zwecks Recherche, ich hab mich ziemlich tief darin vergraben. Ich habe Interviews von neuen und auch erfahrenen Poliszisten gesehen und mir ein Bild zum allgemeinen Berufsalltag gemacht. Die Meinungen waren unterschiedlich: die einen leben für ihren Job, die anderen finden ihn nach einer Weile alltäglich – normal. Ich hab mich an die gehalten, die Freude an ihrem Job haben – so wie mein Polizeikommissar Alex.

Polizeiarbeit
Polizist ist allerdings nicht gleich Polizist. Streifenpolizei, Kriminalpolizei und Bundespolizei unterscheiden sich in vielem, um nur wenige zu nennen. Ich hab mich, wegen Alex, mehr an die allgemeine örtliche Streifenpolizei – den Polizeivollzugsdienst – gehalten. Wusstet Ihr, dass man als Polizist auch studieren kann? Ich muss ehrlich zugeben – ich nicht. Ich hab mich durch die Amtsbezeichnungen und Laufbahnen gearbeitet und die Unterschiede kennengelernt: die Laufbahnen unterscheiden sich durch den mittleren, gehobenen und höheren Polizeivollzugsdienst. Der Unterschied? Um Polizist im mittleren Polizeivollzugsdienst zu werden reicht ein guter Hauptschul- oder Realschulabschluss. Hier heißen die Ämter in der zu erreichenden Reihenfolge wie folgt: Polizeimeisteranwärter, Polizeimeister, Polizeiobermeister und der Polizeihauptmeister (die Sterne auf der Uniform werden von einem bis vier, in entsprechender Farbe – blau oder grün – vergeben).
Die studierten Polizeivollzugsbeamten unterscheiden sich allein schon davon, dass ihre Sterne auf der Uniform silber oder gold sind. Die Ämter heißen in der Reihenfolge wie folgt: Polizeikommissar, Polizeioberkommissar, Polizeihauptkommissar und Erster Polizeihauptkommissar. Wie man direkt erkennt, sind Kommissare – egal in welchem Amt – studierte Polizisten.
Um den Überblick zu behalten, Alex ist Polizeikommissar und trägt deshalb einen silbernen Stern auf seiner Uniform.
Neben diesen Unterschieden hab ich mich auch noch ein wenig mit der Wasserschutzpolizei beschäftigt, diesmal aber wirklich nur flüchtig :)

Die Aufgaben eines Polizeikommissars, wie Alexander Ruppig – und das Studium
Polizeikommissare nehmen bereits Führungspositionen ein, wie Gruppenleiter, Fach- und Sachgebietsleiter. Sie haben Befugnisse zur Beschlagnahmung, strafprozesslichen Durchsuchung, Festnahme von Ermittlungsstörern, Personenfahndung, Sicherheitsleistung und Festnahmen, um nur einige zu nennen.
Dazu studieren sie drei Jahre lang öffentliche Verwaltung, erhalten ein Diplom als Verwaltungswirt und sind dann ‚Beachlor of Arts in Police Leadership‘.

In Bezug auf Mia
Ich bin letztes Wochenende mit dem Schreiben an Mia, dem ersten Teil, fertig geworden. Die Überarbeitung steht an, aber auch viele andere Arbeiten warten in der Schlange. Leider auch Shadia, was nicht an mir hängt, sondern am Korrektorat. Der Wüstenroman sollte bereits im März erscheinen, jetzt haben wir Ende Mai – nun gut. Mittlerweile bin ich guter Dinge, dass es im Juni endgültig klappt.
Zur Zeit ist der erste Mia-Teil für den Spätsommer geplant.

ERSCHEINUNG: Sommer 2015
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Recherche: Mia, die Detektivin

Wie manche vielleicht schon aus dem Trailer wissen, arbeitet Mia in einer Detektei – der Detektei Wolf, die sich in Berlin befindet.
Natürlich war das ein Knackpunkt, in dem ich mich nicht wirklich gut auskannte. Deshalb hab ich während den Recherchen zu diesem Berufsfeld nicht nur einmal gestaunt.

Zu Anfang sind erst einmal ein paar Anforderungen an die Bewerber gestellt, aber wo ist das nicht? Wie z.B. gute Auffassungsgabe, Aufmerksamkeit, Verantwortungsbewusstsein, Sorgfalt und die Verschwiegenheit über die Fälle.

Eine Ausbildung – beziehungsweise die Wege dorthin – sind gar nicht so anspruchsvoll, wie ich immer gedacht habe. Zudem dauert die Ausbildung an einer entsprechenden Einrichtung nicht einmal so lange – und das ist nur eine Möglichkeit, um in den Beruf einzusteigen. Die Inhalte einer solchen theoretischen Ausbildung bestehen aus Aufgaben, wie Observationen, verdeckte Ermittlungen, Aufdeckung von Betrug/Diebstahl und dergleichen, sowie Erkennung und Auswertung von Spuren, Befragung von Menschen und das dafür richtige Verhalten an den Tag zu legen, der Umgang mit Verteidigungswaffen, die effektive Zusammenarbeit mit Auftraggeber, Behörde und Polizei, sowie auch alle rechtlichen Regeln, die man beim Job auch einzuhalten hat.

Wenn man dann schließlich angekommen ist, wo ein ausgebildeter Detektiv hin möchte, wird man in Detekteien/Ermittlungsbüros, Sicherheits- und Wachdiensten, im Einzelhandel und Versicherungsunternehmen beschäftigt.
Wichtige Tätigkeiten sind das Auswerten und Überprüfen aller Neuigkeiten, sowie das Ermitteln von Personendaten, aber auch Beratung, Verwaltung und Organisation.
Natürlich stehen noch andere Perspektiven zur Verfügung, wie die der Weiterbildung in bestimmten Themengebieten, wo von der Online-Recherche bis hin zur Fotografie alles dabei ist. Aber auch Spezialisierungen – z.B. im Personenschutz – sind nicht ausgeschlossen, oder das Selbstständigmachen.
Alles in allem hat man in diesem Beruf viele Möglichkeiten, um immer wieder neue Herausforderungen zu finden.

Bezug auf MIA
Mia Brauner arbeitet gemeinsam mit ihrem Kollegen Mark Eichberger an einem Fall, wobei sie schnell spitz hat, dass Mark nicht nur irgendeiner der Detektive ist, sondern – wie Bernd Wolf, der Leiter der Detektei Wolf, immer so schön und voller Stolz betont – einer der Besten. Er besitzt eine Fähigkeit, die ihn zu einem besonderen Detektiven macht:)

ERSCHEINUNG: Sommer 2015
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Recherche: Herrisch wie Mustafa

„Gib einem Menschen Macht und du erkennst seinen wahren Charakter“, so lautet ein Sprichwort. Psychologen stimmen mit dem aber nicht überein. Denn nicht der wahre Charakter wird offenbar, sondern lediglich ein anderer, ein neuer.
„Wenn Sie in eine Position mit Macht kommen, dann kommen Sie in eine neue Situation. Sie sind nicht mehr der alte Mensch“, sagte Philip Zimbardo, ein Psychologe der 1971 das Stanford-Gefängnis-Experiment durchgeführt hat, dessen Ergebnis seine These untermauert.

Mächtig oder mächtig schwierig?
Extreme Verhaltenszügler können arrogant wirken. Sie wissen, wie sie ihr Gegenüber kleinmachen können. Sie wollen, dass er sich mies und minderwertig fühlt. Diese Narzissten sind weder einfühlsam noch leicht zu handhaben. Sie neigen zur Aggressivität. Wie weit sie aber Erfolg mit ihrer Strategie haben, hängt vor allem am Selbstwert des Gegenübers ab.
Mein Resultat: Menschen die Macht besitzen, sind es irgendwann gewohnt und wollen sich nicht mehr von anderen dazwischenfunken lassen!
Wie kann ich das nun auf meinen Antagonisten Mustafa al Mawadi übertragen?

Herrisch wie Mustafa
Mustafa ist der Anführer einer arabischen Beduinenkarawane. Mehr muss ich wohl nicht mehr sagen 😉 Er hat Macht.
Nach einem Artikel aus der faz.de (Psychologie – Was Macht aus uns macht) kann man nur in den seltensten Fällen einem Machtmissbrauch widerstehen. Die Folge: man wird unzugänglich und herrisch. Genau das ist bei Mustafa der Fall.
Kurze Erklärung: Wer meinen ersten Wüstenroman „Feuer und Wasser“ kennt und gelesen hat, weiß, dass Mustafa Sharifs Bruder ist – und was mit ihm zum Ende des Buches geschah, was er tat und wie es schließlich endete. Mein momentaner Roman, mit dem Arbeitstitel Shadia, führt sein Leben fort. Es erklärt und erläutert einige Passagen aus seinem Leben.
Als ich das 3. Kapitel geschrieben hab, hab ich eine behutsame Stelle eingebaut, in der ich Mustafa al Mawadi das Recht eingeräumt habe, sich und sein Leben, aber auch seine Taten zu rechtfertigen. Denn nicht nur aus meiner Sicht, sondern auch aus der einiger Leser weiß ich, dass sie ihn verabscheuen und froh waren, als er endlich von der Bildfläche verschwand. Was hat mich nun also dazu bewogen, ihn wieder auftauchen zu lassen und dann auch noch als ein Hauptcharakter? – Es ist eigentlich weniger das Warum, sondern eher das Wie. Wie hab ich ihn in den Roman eingebunden? Jetzt könnte man ganz schnell sagen: na, herrisch. Und, ja, das stimmt. Er ist herrisch und auch unzugänglich – die typischen Merkmale.
Aber jeder Mensch wird von etwas geprägt, was ihn schließlich auf dem Weg gehen lässt, auf dem er eben läuft. Mustafa geht einen Weg, der es anderen schwierig macht, mit ihm klarzukommen. Wichtig bei den Personen in meinen Romanen ist mir, dass sie nicht alle gleich sind. Sie sollen alle ihre Merkmale, Stärken aber auch Schwächen haben – sie sollen Realistisch sein.
Aber da gibt es eine entscheidende Prägung, die er in „Feuer und Wasser“ mitgenommen hat und sie in „Shadia“ verinnerlicht. Und genau diese macht ihn schließlich doch sympathischer.
Ich muss zugeben, im ersten Wüstenroman war ich froh, als ich mit Mustafa ein Schlussstrich ziehen konnte. Genau wie Zahra und Sharif. Nun muss sich aber Shadia mit ihm rumärgern – und einmal mehr: ich!
Aber seine Prägung lässt mich umdenken. Und seine Gestalt – als herrischer, mächtiger Anführer – wird zwiespältig. Dadurch wird er ein angenehmer Begleiter und … ja, man kann es mit ihm aushalten. Die Passagen in denen ich aus seiner Sicht schreibe, lassen mich in seine Seele blicken und erkennen, was diesen Menschen antreibt.
Und wie Ihr lest, hab ich mich schon wieder in meinem Roman verloren 😉

Wie ist der Stand von „Shadia“?
Noch kurz zum derzeitigen Stand von „Shadia“. Ich hab dieses Wochenende mit der Überarbeitung angefangen. Das Manuskript an sich steht also schon;)

ERSCHEINUNG: Winter/Frühling 2015
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