XXL Leseprobe: #3 VERLOGEN (Dark Hill Secrets, Teil I) + Green Valley-Szene

Die Rechte am Text liegen bei mir!

Nach den beiden vorangegangenen Leseproben folgt heute die letzte!

Und nun Auftritt Green Valley 🙂

*

Benny Schafser sah auf.

Goldener Oktober. Einfach wunderschön.

Die Sonne strahlte auf ihn nieder und ließ die bunten Blätter tatsächlich golden schimmern.

So romantisch.

Nur leider war seine Verlobte, Laura Bunkma, nicht bei ihm. Ihr gefiel das genauso gut. Was sie wohl gerade tat?

Es lag ein Zeitunterschied von acht Stunden zwischen Kanada und Deutschland.

Bei ihr war es gleich sechs Uhr morgens. Sie war bestimmt bereits wach.

Sie entschied sich für ein Auslandssemester, welches sie in Calgary, Kanada, absolvierte. Dort studiert sie die Tiermedizin für ein Semester.

Noch drei Monate. Dann war sie wieder bei ihm. Benny konnte es kaum erwarten.

Green Valley war ohne Laura nicht dasselbe.

Er wendete seinen Hengst Boyly Chance und ritt weiter in Richtung Gebirge.

Der zweiundzwanzig-jährige, junge Mann griff sich an die Krempe seines Cowboyhuts.

Diesen Sommer veränderte sich einiges. Unter Anderem zogen auf dem Dunscher Hof tatsächlich endlich neue Leute ein.

Er stand einige Jahre leer, kurz vor dem Einzug der neuen Bewohner hatte man Renovierungsarbeiten leisten müssen, da das Haus so nicht mehr bewohnbar war, wie es seine letzten Besitzer zurückließen.

Der Gedanke an neue Leute darin war komisch. Zumindest wenn man wusste, wer zuvor dort drin lebte. Und was er so tat …

Neugierig auf die neuen Mieter war er aber schon. Er überlegte, ob er nicht einfach mal freundlicher Nachbar spielte und sie willkommen hieß.

*

Nina ging durch die Gänge des Supermarkts im Ort, Chieming in Bayern, durch. Gemütlich, persönlich, liebevoll – so würde sie ihn und das ganze Dorf bezeichnen.

Sie besuchte heute Morgen die Vorlesungen in der Uni. Nach acht Stunden kostete es Überwindung, nicht einfach nach Hause zu fahren und sich erledigt aufs Bett zu schmeißen, sondern noch einkaufen zu gehen. Ihr Kühlschrank sah mau aus.

Und zu diesem Zweck lieh Finn ihr sein Auto.

Kathrin arbeitete im Stall ihrer Arbeitgeberin und Finn in der Werkstatt, in der er seine Ausbildung absolvierte. Nacheinander kamen die beiden auch gleich nach Hause.

Und bemerkten, dass es nichts zu futtern gab.

Sie seufzte innerlich. Ach – dachte sie sich – wie fremd das alles noch war. Fremde Straßen, neue Leute, alles unbekannt.

Die junge Frau ging zur Kasse und legte alles aufs Band.

Währenddessen fiel ihr auf, dass an der Kasse neben ihr ein Mann, ein paar Jahre älter, stand und sie beobachtete.

Als es ihr auffiel, lächelte er sie charmant an.

Mehr als ein Flirt war sowieso nicht drin – dachte sich Nina einmal mehr.

Sie bezeichnete sich selbst gern als beziehungsuntauglich. Mehr als Freunde, oder eben ein lockerer – eventuell auch heißer – Flirt war einfach nicht drin. Eine richtige Beziehung, mit echten Gefühlen und alltäglichem Stress und so weiter – nein, das konnte sie sich nicht vorstellen. Oft genug hatte sie es bei Freunden erlebt. Das war ihr zu anstrengend. Lieber ungebunden, unverbindlich und frei.

Nina lächelte dennoch keck zurück und wartete weiter in der Schlange bis sie dran war.

Ein paar Blicke wurden noch ausgetauscht, ehe erst er und dann sie zahlten und ihre Wagen hinausschoben und das Eingekaufte ins Auto verfrachteten.

Nina schob ihren Wagen gerade zum Stand zurück, holte sich das Euro-Stück, steckte es in ihr Portemonnaie und trank einen Schluck ihres Coffee-to-go-Bechers, den sie beim Einkauf mitgenommen hatte.

Den Koffeinschub benötigte sie jetzt einfach nach diesem kräftezerrenden Tag.

Ein Schluck.

Eine Drehung, um ans Auto zu gelangen.

Und jemand, der hinter ihr stand, um seinen Wagen ebenfalls weg zu bringen.

Mehr benötigte es nicht, um gegen diesen Jemand zu laufen und sich den Kaffee über zu schütten.

Erschrocken schnappte sie nach Luft, bemerkte sofort das Ausmaß auf ihrem Schal und der Jacke.

„Oh nein, das tut mir so verdammt leid.“

Nina sah hoch und bemerkte erst jetzt, dass es ihr kleiner Einkaufsflirt war.

Zufall, dass er zeitgleich hier stand?

Das ließ sich nur spekulieren.

„Nicht schlimm. Ich hätte die Augen aufmachen müssen.“

„Ich auch.“ Er versuchte, zu lächeln. Ihm war es selbst ein wenig unangenehm.

„Quatsch, alles gut. Ein Waschgang und alles wieder in Ordnung.“

„Cool, dass du das so locker nimmst.“

„Warum sich das Leben unnötig schwer machen.“

Er taxierte sie kurz schmunzelnd. „Richtig.“ Er fuhr sich verlegen durch die Haare.

Nina sah ihm an, dass er sie so nicht gehen lassen wollte und noch nach Worten suchte.

„Ich bin Elias.“ Er reichte ihr die Hand.

„Nina.“

Ein fester Händedruck – registrierte sie. Selbstbewusstsein also – schlussfolgerte sie. Und doch ein wenig verlegen im ersten Kontakt mit einer Frau. Das gefiel ihr.

„Vielleicht kann ich dich als kleine Entschädigung zu einem Kaffee einladen.“

Nina sah ihn für Sekunden nachdenklich an.

„Natürlich nur, wenn du willst. Wenn du einen Freund hast, den das stören würde, oder …“

„Nein, das ist es nicht“, wehrte sie ab.

„Was, keine Lust oder ein Freund?“

„Weder noch.“ Sie gab sich einen Ruck. Wenn es ein Desaster werden sollte, konnte sie immer noch gehen. „Also gut, überredet.“

Er grinste, holte etwas zu schreiben aus seiner Innentasche der Jacke und gab ihr seine Nummer. „Wenn du nach diesem … chaotischen Kennenlernen immer noch einen Kaffee trinken gehen willst, dann melde dich. Würde mich echt freuen.“ Elias lächelte sie nochmal an und machte dann auf dem Absatz kehrt.

Nina sah ihm kurz hinterher. In der einen Hand ihren nur noch halbvollen Kaffeebecher, in der anderen das Blatt mit der Handynummer dieses – zugegeben nicht unattraktiven – Mannes und bemerkte erst jetzt den Geruch von Kaffee. Er kam von ihrer Jacke.

*

Dunkelheit umgab ihn.

Er saß in seinem Auto.

Den ganzen Tag beobachtete Kaleb sie.

Bei der Uni, dem Einkaufen, nun zuhause.

Da fiel ihm heute erstmals dieser Typ auf.

Die Erkenntnis, etwas eventuell Relevantes doch nicht über sie zu wissen, ärgerte ihn.

Aus den Papieren, die er von seinem Auftraggeber bekam, wusste er bereits einiges über Nina Hölzer. Anderes recherchierte er im Internet, wobei sie da ziemlich spärlich mit Infos zu ihrem Leben umging. Erschwerte natürlich seine Arbeit.

Aber zu diesem Typ fand er nichts in den Unterlagen.

Er musste herausfinden, was für eine Beziehung sie hegten.

Kaleb schloss die Unterlagen einmal mehr, schaute auf das Haus vor sich, welches in jedem Zimmer beleuchtet war und sah, wie jemand am Fenster vorbeihuschte.

Der dreißigjährige versuchte herauszufinden, wer das gewesen war.

Er sah auf das Bild von Nina Hölzer, welches er mit den Papieren über sie hielt.

Es wurde Zeit, dass er in ihr Leben trat. Immerhin hatte er einen Auftrag zu erfüllen.

*

„Ich will einen Namen.“

„Hast du doch, Kathrin.“ Finn tätschelte ihren Kopf und streckte ihr die Zunge raus.

„Für den Hof, du Dummkopf.“

„Wieso das?“, fragte Nina.

„Weil ich aus dem ganzen hier was machen will und dann ist es ja unpassend, wenn ich für den unbekannten Hof da hinten auf dem Anliegerweg Werbung mache, oder?“

Nina neigte den Kopf zur Seite. „Wie man’s nimmt. Der Name dürfte im Gedächtnis bleiben.“

„Hast du schon einen?“, mischte sich Finn ein.

„Nein, noch nicht. Hab schon im Internet gegoogelt, aber nichts gefunden, was mir auf Anhieb gefallen hat.“ Kathrin legte den Kopf in ihre Hände.

Die Haare standen ihr aus dem Zopf in alle Richtungen ab, sie trug ihre Stalljeans und roch auch so. Zwei Schmutzschlieren verliefen über ihr Gesicht. Kathrin kam soeben nach Hause.

„Ich bin draußen. Will mir noch die neuen Scheinwerfer einbauen, die ich mir geholt habe. Sind nagelneu, hab ich im Angebot gekauft. Damit fällt der Wagen so richtig cool auf. Muss ja schließlich was her machen.“ Er zwinkerte seinen Freundinnen zu.

„Es ist doch schon dunkel.“

„Ach, Nina – ist mir noch gar nicht aufgefallen“, meinte er mit triefender Ironie.

Sie hob entwaffnet die Hände.

„Im Stall geht das Licht. Hab ich schon ausprobiert. Ich mach einfach beide Stalltore auf, dann kann ich reinfahren. Das ist einfach super krass. Der Schuppen wird mein Revier. Motz‘ ich so richtig zu ’ner Autowerkstatt auf.“

„Das ist ein Stall, Finn. Ein Pferdestall“, seufzte Kathrin müde und erweckte den Anschein, als würde sie gleich vom Stuhl fallen. „Ach, Leute, ich geh mich frisch machen und dann schlafen.“ Um dem Ausdruck zu verleihen, gähnte sie einmal herzhaft und laut.

„Dann schmeiß ich den Laptop an und schreib weiter an meiner Bachelor-Arbeit.“

„Mach das. Außer dir versteht den Fachjargon ja eh keiner in diesem Haus.“

„Schließ nicht immer von dir auf andere, Finn“, rief Kathrin aus dem Flur.

Grinsend den Kopf schüttelnd fuhr Nina den Laptop hoch und rief ihre Arbeit auf. Sie hatte noch nicht viel auf dem Blatt. Die Gliederung ihrer Arbeit mit Stichpunkten und Quellen lag neben ihr. Immer wieder warf sie einen Blick darauf und tippte dann weiter.

Nina hielt inne, schaute sich den Text auf dem Bildschirm an und schnappte sich seufzend ihren Kalender. Morgen: Uni, arbeiten im Café in Chieming und danach weiter an ihrer Arbeit schreiben. Ihr Tag war also definitiv verplant.

Ein Funke der Erinnerung flammte auf.

Sie erhob sich beinahe sprunghaft und eilte zur Waschmaschine.

Ihre Jacke.

Der Zettel …

Die Jacke war wieder sauber.

Der Zettel, auf dem Elias‘ Handynummer gestanden hatte, aber auch.

Verärgert über sich selbst schnaubte sie. Man konnte gar nichts mehr entziffern. Das Blatt war weiß und nass.

Sie hing ihre Jacke zum Trocknen auf und setzte sich wieder vor ihren Laptop. Im Internet suchte sie nur mit Elias‘ Vornamen nach ihm oder einem Anhaltspunkt.

Natürlich ergab das keine Treffer.

Nina verschluderte tatsächlich seine Nummer. Das war es dann wohl mit dem süßen Typen aus dem Einkaufsmarkt. Er würde denken, dass sie es sich anders überlegt hatte und sich deswegen nicht meldete.

Sie stützte ihren Kopf mit der Hand und starrte stumm schweigend in Gedanken versunken den Bildschirm an.

Die Motivation, an der Arbeit zu schreiben, war dahin.

Plötzlich klingelte ihr Smartphone.

Die Mobilnummer kannte sie nicht.

„Hallo?“

„Pflegeheim am Chiemsee, hallo. Spreche ich mit Nina Hölzer?“

„Ja, am Telefon.“

„Ich bin eine der Pflegerinnen Ihrer Großmutter, Marietta Hölzer.“

„Ja.“ Nina zog das Wort in die Länge, befürchtete auf einmal das Schlimmste und umklammerte ihr Handy fester.

„Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass … das Pflegeheim brennt und wir bemüht sind, so viele unserer leichten Pflegefälle wie möglich für einige Tage bei ihren Verwandten unter zu bekommen. Besteht da bei Ihnen die Möglichkeit, Frau Hölzer so lange zu beherbergen?“

„Ja, natürlich. Wie geht es ihr? Wie kam es zu dem Brand?“ Nina hörte im Hintergrund der anderen Leitung ein Fahrzeug mit lauter Sirene anfahren.

„Die Ursache steht noch nicht fest. Ihre Oma ist eine der Glücklichen, die überhaupt nichts abbekamen.“

Nina atmete erleichtert auf. „Ich komme sofort.“ Sie legte ohne Weiteres auf.

„Wohin?“ Kathrin stand in der Tür und trocknete sich mit einem Handtuch die Haare.

„Das Heim meiner Oma hat gebrannt. Ich muss sofort hin.“

„Warte kurz. Ich zieh mir was über, dann fahr ich mit.“

Währenddessen schlüpfte Nina in Jacke und Stiefel und überlegte nur kurz, wieso man sie, Nina, anrief – die Enkelin -, und nicht ihre Mutter – Mariettas Tochter. War sie nicht zu erreichen?

Was es auch war, es war Nina gerade sehr recht nicht ihrer Mutter begegnen zu müssen.

Das Auto, welches draußen auf dem Hof im Schutz der Büsche in den Dunkelheit stand, fiel niemandem auf …

*

ENDE Kapitel I

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Leseprobe #2: VERLOGEN, (Dark Hill Secrets, Teil I)

Ich weiß, ihr wartet schon viel zu lange …

Auf Facebook und Insta habe ich angekündigt, dass ich eventuell noch dieses Wochenende mit der Finalfassung fertig werde. Was das bedeutet? Dass die Veröffentlichung als E-Book danach folgt!!!

Nun ist es der erste Band einer vollkommen neuer Serie und ihr wisst vermutlich noch kaum, worum es darin geht. Darum folgt heute ein weiterer Textauszug. Der vorangegangene könnt ihr mit dem Schlagwort „Dark Hill Secrets“ finden und lesen.

Wenn ihr am Ende des Artikels auf die Kategorie „Dark Hill Secrets“ klickt, findet ihr alle informierenden Blogartikel, die ich zur neuen Serie bereits veröffentlichte.

Klappentext, Cover, ein weiterer Auszug und die VERÖFFENTLICHUNG folgen …

Die Rechte am Text liegen allein bei mir!

*

„Angst?“

„Ja.“ Kathrin betrachtete die Bücher im Regal. „Vor dem Neuen. Vor dem, was uns nun erwartet. Vor dem, auf sich allein gestellt zu sein.“

Nina verstand, was ihre Freundin meinte, senkte den Blick in den Karton vor ihr und betrachtete den Kleinkram darin. „Nein. Es kann nur besser werden. Und du?“

Ihre Freundin nickte. „Doch, ja. Auch wenn meine Mutter und ich quasi verfeindet sind, gab es mir irgendwo Sicherheit. Jetzt bin ich hier. Nur mit einem Schulabschluss in der Tasche, ohne Ausbildung und ohne berufliche Sicherheit. Von heute auf morgen kann alles anders sein. Ja, ich habe Angst, dass ich das nicht schaffe.“

„Wir“, korrigierte Nina. „Es gibt kein du, oder ich. Nur ein wir. Und wir schaffen das, Kathrin.“

Sie lächelte zuversichtlich und räumte weiter die Filmsammlung ein. „Wann holst du Taboo?“

Kathrin seufzte bei dem sehnsüchtigen Gedanken daran, dass sie bald – wie sie es sich immer zutiefst wünschte – mit ihrem schwarzen Friesenhengst Taboo auf einem Hof wohnte. Nicht mehr immer erst zum Stall fahren zu müssen, um ihn zu versorgen, sondern aus dem Haus gehen zu können und ihn bereits auf der Weide stehen zu sehen.

„Erst nächsten Monat. Der Umzug ereignete sich schlagartig und schnell. Für Oktober ist die Boxenpacht schon bezahlt. Aber in vier Wochen zieht er dann endlich hier ein.“ Sie lächelte glücklich. „Ich kann es kaum erwarten. Den Stall muss ich noch vorbereiten. Zumindest eine Box und die Weide. Die sah sowieso ziemlich vergammelt und morsch aus. Da muss ich mich nochmal mit den Vermietern auseinandersetzen, was man da preislich zwecks Aufrüstung machen kann.“

Kathrin und Nina gruben Finns Kugelgrill aus und schmissen ihn an.

Als ihrer beider Freund von der Arbeit kam, war die erste Grillladung bereits fertig.

„Hunger?“, fragte Kathrin und schwenkte die Steakgabel in der Luft.

„Und wie.“

Nina stellte alles raus, was sie benötigten und reichte dann Kathrin auch schon die Pappteller.

Ihnen fehlte es zwar noch an Gartenmobiliar, aber einfach vor dem Haus im Gras zu sitzen und zu grillen, besaß dennoch etwas harmonisch idyllisches.

Sie aßen, quatschten über dies und das und lachten.

So lang, bis es begann zu dämmern.

Grillen zirpten und als es dunkel wurde, vernahmen sie nur noch Geräusche und sahen kaum noch etwas. Aus dem Zimmer hinter ihnen im Haus schien das Licht hinaus.

Die Atmosphäre war ruhig und gemütlich.

„Daran könnte ich mich echt gewöhnen“, meinte Finn.

„Ja, richtig schön hier“, bestätigte Kathrin.

Nina nahm die Ruhe in sich auf und schloss kurz die Augen. Frei sein, loslassen – dachte sie. Und es gelang ihr.

Sie atmete befreit durch und fühlte sich vollkommen unbeschwert.

„Aus dem kleinen Farmgelände kann man richtig was machen“, warf Kathrin in die Stille. „Wie hieß der Hof früher?“

„Dunscher Hof.“ Nina trank einen Schluck ihrer Cola.

„Hm, nein, da muss was anderes her.“

„Du willst dem Hof hier einen Namen geben?“

„Ja, klar. Weiß man, was hier auf dem Hof früher betrieben wurde?“

„Nein, kein Plan“, antwortete Nina.

„Wir wissen bloß das, was uns die Maklerin erzählte. Nämlich, dass der Hof einige Jahre leer stand und an Wert verlor.“

„Weshalb wir ihn für einen erschwinglichen Preis mieten können.“ Nina vollführte eine Geste mit ihrem Glas nach oben von sich weg, um das Anwesen anzudeuten.

„Warum eigentlich?“, fragte Finn, als wüsste jeder direkt was er meinte.

„Was, warum?“

„Warum eigentlich dieser Umzug so schnell?“

Es blieb still. Nina wusste für sich die Antwort – überlegten die anderen über ihr Motiv?

„Es kam ziemlich abrupt die Frage auf, ob wir drei zusammenziehen. Und dann die sofortige Suche nach etwas Passendem.“

„Gegenfrage: Warum hast du denn zugesagt?“, fragte Nina.

Er zuckte mit den Schultern. „Ich fand die Idee cool. Ich bin ja sowieso nächstes Jahr mit meiner Ausbildung fertig und wollte dann ausziehen. Dass das alles durch ein Zusammenziehen beschleunigt wurde, kam mir eigentlich gerade recht. Und ich kann mir Schlimmeres vorstellen, als mit euch beiden unter einem Dach zu hausen.“ Finn schmunzelte und kassierte links und rechts von den beiden Freundinnen einen Hieb.

„Ich habe es zuhause bei meinen Eltern nicht mehr ausgehalten. Aber mir hat die Überwindung gefehlt, auf eigenen Beinen zu stehen, mir etwas zu suchen, wo ich finanziell nicht wirklich sicher dastehe.“

„Wieso nicht sicher?“, meinte Finn. „Du arbeitest doch Vollzeit in diesem Pferdestall.“

„Ja.“ Kathrin verdrehte die Augen. „Aber das ist einfach nur irgendein Job, es gibt nicht mal eine Berufsbezeichnung für die Arbeit dort. Ich brauche mehr Sicherheit.“

Es folgte wieder kurze Stille.

„Und du, Nina?“

Sie atmete ein, überlegte, was sie ihren Freunden sagen sollte.

„Wieso hast du damals gefragt, was wir davon halten würden, zusammenzuziehen?“

Sie umkreiste mit dem Finger den Rand ihres Glases.

Wahrheit oder Lüge?

Wahrheit oder Lüge?, überlegte sie fieberhaft.

„Das kam spontan.“

Sie entschied sich für ein Geheimnis auf ehrlicher Basis. Immerhin stammte die Idee, zusammenzuziehen, von ihr.

„Aber im Ernst jetzt.“ Sie sah in die Runde. „Wir schaffen das, Leute!“

*

Leseprobe #1: VERLOGEN (Dark Hill Secrets, Teil I)

Auf meiner Facebook- und Instagram-Seite habe ich gefragt, welchen Blogartikel ihr euch wünscht. Wie ich es mir dachte … die Leseprobe 🙂

Im folgenden ein Auszug aus meinem ersten Teil der neuen Reihe.

DARK HILL SECRETS (10)

Die Rechte am Text liegen bei mir! Der Text kann Fehler aufweisen, es ist nicht die Endfassung!

*

– I –

Nina und ihre Freundin Kathrin sahen das helle Inferno mitten in der Nacht. Krankenwagen, Feuerwehr, viele Privatfahrzeuge und Notärzte parkten dicht aneinander.

Dunkler Rauch stieg in die Luft und ließ viele um sie herum husten.

Nina suchte in dem Getümmel nach ihrer Oma oder zumindest einem Pflegepersonal.

Ein Sanitäter fasste sie am Arm.

Nina zog ihn weg.

Wer sind Sie?“

Meine Oma wohnt in diesem Pflegeheim. Ich will sie abholen.“

Melden Sie sich zuerst dort bei dem Pfleger, der kann …“

Nein, nein, nein! So geht das doch nicht.“

Nina wandte sich Mariettas alter aber doch dominanter Stimme zu, die von irgendwo her kam. Sie war vielleicht alt, aber auf zack und schon gar nicht auf den Mund gefallen.

Was sind Sie denn? Ein Affe, der versucht menschlich zu wirken? Wenn Sie Ihren Job nicht ausführen können, dann lassen Sie es gefälligst ganz sein.“

Der Sanitäter neben Nina senkte seufzend den Kopf. „Diese alte Lady kann einem wirklich auf die Nerven gehen.“

Nina blitzte ihn an. „Das ist meine Oma.“

Etwas berührt von dieser Tatsache sah er sie an. „Ich weiß nicht, ob ich mich nun wirklich für die Aussage entschuldigen, oder Ihnen lieber mein Beileid ausdrücken soll.“

So schlimm ist sie gar nicht.“ Nina zog mit Kathrin an ihm vorbei und kam auf ihre Oma zu.

Sie werden doch wohl einen Verband anlegen können, der weder zu eng ist noch zu lasch, oder nicht?“

Jetta?“ Nina schüttelte den Kopf. „Lass den Mann doch seine Arbeit machen, er weiß was er tut.“

Ach ja?“, meinte sie mit Blick auf den Verband. „Entweder schnürt er die Blutzufuhr ab, oder der Verband fällt wieder ab.“

Nina schüttelte schmunzelnd den Kopf und legte einen Arm um ihre Schulter. „Ach, Jetta.“ An den Sanitäter gewandt meinte sie: „Sie ist immer mit einem Augenzwinkern zu betrachten.“

Oder mit Ohrenschützern“, konterte er.

Nina führte Jetta zur Seite, um ungestört mit ihr reden zu können. „Alles in Ordnung bei dir, Oma?“

Ja, Kleines, bei mir schon. Nur den alten Werner hat es ziemlich übel getroffen.“

Warum? Ist er schon im Krankenhaus?“

Jetta beobachtete noch immer den Sanitäter, den sie kurz zuvor madig machte. „Nein, er muss sich von diesem Tölpel einen Verband anlegen lassen.“

Nina schaute Kathrin an, die bislang noch nichts gesagt hatte und sich ehrlich ein Lachen verkniff.

Sie selbst hatte kein Problem mit ihrer Großmutter, obwohl Jetta einen Kopf kleiner war als Nina – und somit als viele Menschen -, wollte sie sich immerzu mit ihrer großen Klappe durchschlagen. Nina machte es nichts aus. Sie nahm es mit Humor, wie ihre Großmutter austeilen konnte – aber anderen wiederum ging es stellenweise unerträglich auf die Nerven.

Na komm, Oma Jetta. Wir melden dich hier ab und fahren nach Hause.“

Nach Hause, das ist ein Wort das ich lange nicht mehr gehört hab.“ Dabei gestikulierte sie einen Kreis.

Nina verstand nicht ganz die Geste, weshalb sie ihre Oma mit dem Arm auf der Schulter zum nächsten Pfleger dirigierte. Als sie hoch schaute, wäre sie beinahe in diesen Mann gelaufen.

Schon wieder!

Sie sah ihn überrascht an.

Da suchte sie die ganze Zeit nach ihm und ausgerechnet dann, wenn man am wenigsten damit rechnete, stand er vor einem.

Elias.

Äh …“ Sie stand unbeholfen vor ihm, wollte den Augenblick zumindest nicht völlig ungenutzt an sich vorbeigehen lassen und zulassen, dass er wieder in der Versenkung verschwand.

Deiner Reaktion nach erkennst du mich also wieder.“

Nina nickte, wusste nicht, wie sie jetzt und hier dafür sorgen konnte, dass sich ihre Wege wieder kreuzten. „Wohnst du hier in der Nähe?“, versuchte sie es deshalb.

Nein, warum?“

Ich dachte du hättest den Brand mitbekommen, warum sonst solltest du dann hier sein.“

Achso, nein. Ich war in der Nähe und hab das Spektakel gesehen und wollte mich vergewissern, dass alles in Ordnung ist.“

Das ist aber freundlich“, meinte Kathrin.

Ja, aber trotzdem zu spät“, ließ es sich Jetta nicht nehmen zu kritisieren. „Bei deiner Schnelligkeit, Junge, wären wir ja alle gegrillt.“

Nina lächelte und strich der alten Frau über den Arm.

Elias lächelte ebenfalls. „Ein kleiner Kämpfer, wie ich sehe“, meinte er zu Jetta.

Kämpfer immer. Aber nenne mich bloß nicht klein!“ Sie warnte ihn mit erhobenem Zeigefinger.

Er hob kapitulierend die Hände, dabei fiel sein Blick auf Nina und dann wieder auf Jetta.

Ninas Oma seufzte, stellte sich seitlich zwischen Nina und Elias. „Nun frag schon.“

Was?“ Elias sah die alte Frau erstaunt an.

Stell dich doch nicht so an. Den Blickkontakt, den du hier austauscht …“

Hast du immer noch Lust einen Kaffee trinken zu gehen?“ Dabei wandte er sich Nina zu, erst dann wieder Jetta mit einem verschwörerischen Grinsen und beugte sich zu ihr hinüber. „So in Ordnung?“

Du bist ja noch jung. Das wird besser mit der Zeit.“

Hast du was zum Schreiben?“ Diese Einladung kam ihr gerade recht.

Sie notierte ihm auf dargereichtem Papier ihre Handynummer und hoffte gleichzeitig, dass Jetta ihn nicht allzu sehr abschreckte und er sich auch tatsächlich meldete. Andererseits schien er mit ihr klarzukommen, denn er erlaubte sich mit ihr zu scherzen. Jettas Verhalten nach schien sie ihn nicht gerade unsympathisch zu finden, warum sonst gab sie ihm auch noch diese Chance Nina zu fragen?

Ich melde mich.“ Elias hob das Papier und verabschiedete sich mit einem Nicken von den drei.

*

2 Tage zuvor …

Nina Hölzer trug die letzte Kiste ins Haus.

Mit einem Scheppern ließ sie sie zu Boden und fuhr sich über die Stirn.

Sie betrachtete den aktuellen Stand des Einzugs: Kartons. Überall.

Ihr nächster Blick galt ihrem Smartphone: 22:12 Uhr.

Klasse Uhrzeit, um mit der Arbeit fertig zu sein.

Kathrin, ihre Freundin und nun auch Mitbewohnerin, kam ins Haus, gefolgt von Finn.

Alles erledigt, inklusive mir. Wer trägt mich nach oben?“

Nina lächelte. „Lasst uns für heute Schluss machen. Morgen gibt’s noch genug Arbeit.“

Am nächsten Morgen kam Nina die Treppe runter. Sie wurde langsamer, als sie das Chaos sah und sich bewusst wurde, dass sie jetzt alle mit anpacken mussten.

Finn war vorhin los. Er musste zur Arbeit. Nina nahm sich frei von der Uni und Kathrin reichte Urlaubstage auf ihrer Arbeitsstelle ein. So blieb es an Kathrin und ihr das Haus bewohnbar zu machen.

Sie sortierten zuallererst die Umzugskartons aus und stellten sie in die entsprechenden Schlafzimmer in der ersten Etage.

Ein paar wenige Möbelstücke standen ebenfalls unten in irgendeiner Ecke und wurden von den beiden jungen Frauen nach oben getragen.

Pah! Wer sagt, dass man um jeden Preis einen Mann benötigt, um einen Umzug zu schaffen?“, ächzte Kathrin, als sie eines der Möbel die Treppe nach oben hievten.

Irgendwelche Männer“, antwortete Nina angestrengt stöhnend vom Gewicht.

Sie standen in Finns Schlafzimmer, gerade sein DVD-Regal abgestellt betrachteten die beiden einmal mehr nichts als Chaos.

Nina band sich ihre langen dunkelbraunen Haare zu einem Zopf und schob die Ärmel ihres Pullis nach oben.

Kathrins blonde Haare hatte sie wie so oft zu einem Zopf geflochten, aus dem vereinzelte Strähnen herausragten und ihr Gesicht umrahmten. Sie trug einen rosa Kapuzenpulli und eine Bluejeans mit Sneaker.

Sie kehrten zurück in Kathrins Zimmer und begannen die Möbel entsprechend zu stellen und die Kartons zu leeren.

Hast du Angst?“, sagte Kathrin plötzlich in die Stille hinein, während sie ihre Bücher ins Regal räumte.

Angst?“

*

Was könnte Kathrin meinen? Wovor hat sie vielleicht Angst? Würde mich interessieren, was ich denkt 😉 Auch in Bezug auf den Auszug. Lasst mir gerne Feedback im Kommentarfeld zurück.

Aktueller Stand

Vorgestern ging Teil I VERLOGEN der neuen Reihe DARK HILL SECRETS ins Korrektorat. Es dauert also nicht mehr lange. Ich arbeite an Coverentwürfen, die ich euch demnächst auf Facebook und Insta vorstelle. Ebenso dem Klappentext. Wie immer würde ich mich auch hier über eure persönliche Meinung freuen. Eine weitere Leseprobe aus dem Buch folgt, wahrscheinlich sogar eine dritte. Und in einer von ihnen wird ein beliebter Charakter der Green Valley Serie auftauchen. Wer das wohl ist? 😉

Teil II liegt schreibtechnisch in den letzten Zügen.

Und Teil III ist beinahe fertig geplottet. Scheint also, als würde ich meine Ziele im Hinblick auf die zu veröffentlichten Bücher in 2019 einhalten können 😉

Wenn ihr mehr Infos zur neuen Reihe DARK HILL SECRETS möchtet, dann checkt mal den Tag DARK HILL SECRETS. Da gibt’s noch ein paar Blogartikel.

Leseprobe: #2 VERNICHTET UND ZERSTÖRT (Band 18) + News + Special

PicsArt_02-12-05.19.25Die Rechte am Text liegen allein bei mir!

Heute habe ich den letzten Auszug des veröffentlichten Band 18 VERNICHTET UND ZERSTÖRT, sowie einen Song, den ich während dem Schreiben gesuchtet hab und super zu den Szenen in der Vergangenheit passt. Nebenbei habe ich noch etwas an meine Leser zu verschenken.

*

Heute Morgen hatte Laura ihm mal wieder einen Sattel aufgelegt – nämlich den von Button -, diesen nur provisorisch zugeschnallt und ihm seine Trense angezogen. In Verbindung mit der Doppellonge war das ein real feel Training für Rocky. Es fehlte lediglich noch das Gewicht eines Reiters auf seinem Rücken und die Fersenhilfen.

Nachdem er warm gelaufen war, hakte das Mädchen die zweite Longe der Doppellonge an der anderen Seite der Trense ein, öffnete das Gatter des Round Pens und stellte sich in etwas weiterem Abstand hinter Rocky auf, um ihm Kommandos zu geben.

Hörig marschierte er auf Befehl los, bekam mit der Doppellonge eine Richtung angedeutet, welche er aufnahm.

Der Hengst lief aus dem Pen, Laura hinter ihm her.

Na, mein Süßer. Lust auf einen real feel Ausritt?“. Sie lächelte stolz über ihr Ergebnis – alles, was sie mit ihm bereits erreichte.

Er würde ein gutes Reitpferd und einen treuen Gefährten abgeben.

Ob sie ihn behielt oder doch vermittelte, wusste sie noch nicht.

Mithilfe ihrer Kommandos lief Rocky brav schnaubend, mit entspannt hin und her pendelndem Schweif, in Richtung der großen Weide.

Die Route gefiel ihm am besten. Dort standen seine Freunde und Kumpanen, mit denen er ständig Quatsch machte – vor allem mit der Stute ihres Vaters – Brownis Goal – ein ehemaliger Tyrann, welcher durch Training gebändigt wurde. Dort ließ er sich allerdings auch meist ablenken. Anfangs hatte er dort nicht mehr auf die Befehle seiner Trainerin gehört und einfach wiehernd gestanden und die anderen zu sich locken wollen.

Es wurde seltener und mittlerweile konnte sich Laura beinahe ganz darauf verlassen, dass er auf sie hörte und sich nicht ablenken ließ.

Benny trat auf seine Veranda, setzte sich seinen Hut auf und nickte ihr zu.

Laura hob die Hand zum Gruß und brachte Rocky vor dem kleinen Haus dazu, stehen zu bleiben. Schnaubend drehte er den Kopf in ihre Richtung – als wolle er fragen: warum bleiben wir ausgerechnet hier stehen?

Dann hörte er Benny, seinen zweiten Besitzer, und richtete direkt die Ohren auf, drehte ihm den Kopf zu und wieherte leise und erfreut, während er freudig tänzelte.

Benny machte oft viel Unsinn mit ihm, das gefiel dem kleinen Wildfang natürlich. Er umgab sich nur mit jenen viel und gern, die genauso viel Unfug machten, wie er: Bandito, Brownis Goal, Benny …

Seine Mutter, Button, ärgerte er momentan viel. Hin und wieder war sie so gereizt und genervt von ihrem Sohn, dass sie bösartig mit dem Schweif peitschte und nach Rocky schnappte – nicht böswillig, aber dennoch eine eindeutige Warnung.

Nur einmal erkannte Rocky diese Grenze nicht an und lernte seine Mutter von einer ganz anderen Seite kennen – und Laura auch.

Button kannte sie meist nur als ruhigen Einzelgänger, entspannt und im Einklang mit allem und jedem.

Benny kam zu ihnen, strich Rocky über den Kopf und gab Laura einen Kuss.

Bist ja wieder früh auf den Beinen.“

Sie zuckte nur mit den Schultern. „Bin doch sowieso Frühaufsteher.“

Er lächelte und gab ihr noch einen Kuss. „Ich nicht.“

Drinnen steht noch Kaffee.“

Du weißt, was mich auf die Beine bringt.“ Benny küsste sie nochmal.

Sie lächelte und nickte in Richtung Wohnhaus. „Na los.“

Laura gab Rocky das Kommando zum Weiterlaufen.

Von Sahra wusste Laura, dass man intensives Pferdetraining kurz halten soll – etwa zehn bis maximal zwanzig MinutenEinheiten jeweils. Daran hielt sie sich anfangs auch – aber diese Ausritte, wie Laura sie nannte, auch wenn sie selbst nicht auf Rockys Rücken saß, glichen mehr einem richtigen Ausritt und weniger einem Training. Zumindest für ihn.

Sie ließ sich ordentlich Zeit nach Beendigung des Trainings. Sie kratzte ihm die Hufe nochmals aus, striegelte ihn mit aller Hingabe und kämmte ihm Mähne und Schweif.

Den zerzausten Junghengst, den sie von der Weide geholt hatte, erkannte sie nicht mehr wieder. Er glänzte, als würde er zu einem Schönheitswettbewerb gehen.

Laura brachte ihn zur Weide, strich ihm über Stirn und Nüstern und befreite ihn dann von der Trense. Er preschte davon, Staub wirbelte auf und sogar Erdbrocken flogen durch die Luft.

Button trottete gemächlich in ihre Richtung und schnaubte grüßend.

Na du?“, fragte Laura die Stute. „Ich hab dir deinen Sohn wieder gebracht. Hast du ihn schon vermisst?“

Sie schüttelte den Kopf, um die Fliegen zu verscheuchen und schnaubte abermals.

Laura lächelte. Also nein.

Das Mädchen schmuste noch ein wenig mit der Quarter Horse Stute und machte sich dann auf in Richtung Wohnhaus. Mittlerweile dürfte der Frühstückstisch gedeckt sein.

Und tatsächlich konnte sie sich direkt an die frisch aufgebackenen Brötchen machen und sich eine weitere Tasse Kaffee einschenken.

Und, wie macht sich Rocky?“, fragte Bob.

Sehr gut. Ich bin absolut zufrieden. Wäre er ein wenig älter, würde ich ihm direkt den Sattel festmachen und ihn richtig einreiten, aber so …“

Tja, ein wenig Geduld noch.“ Becky nahm einen Schluck aus ihrer Tasse. „Hast du was Neues von den Düllmens gehört? Von Carola?“

*

Sahra Düllmen saß ihrem Vater am Tisch gegenüber und schlürfte ihren Kakao leer.

Es war ruhig.

An diese Stimmung würde sie sich nie gewöhnen. Das ging mittlerweile einige Wochen und es war kein Ende in Sicht.

Wo ist Mama?“, fragte sie ihren Vater dennoch.

Oben. Sie schläft noch.“

Noch so ein Part, der ungewöhnlich für ihre Mutter war: im Stall standen die Pferde und warteten auf ihr Training und ihre Mutter, Carola Düllmen, lag noch oben und schlief. Wobei Sahra überlegte, ob das tatsächlich der Fall war oder sie einfach nur nicht aufstehen, den Tag nicht offiziell beginnen wollte. Lieber oben lag und den Tag dahin vegetierte, so wie den gestrigen und den vorgestrigen und den Tag davor. Ebenso wie die letzten Wochen.

Sie hat wieder so schlecht geschlafen“, erläuterte Rudolf Düllmen. „Erst gar nicht und ist noch ewig im Haus rumgelaufen, hat keine Ahnung was gemacht und als ich wach geworden bin und nach unten kam, hat sie geputzt.“

Geputzt?“

Ihr Vater nickte, schüttelte fassungslos den Kopf. „Ist ja auch völlig normal, dass man nachts die Hütte schrubbt.“

Sie will sich ablenken.“ Sahra trank einen Schluck.

Ich weiß.“ Er seufzte. „Ich weiß ehrlich nicht weiter. Ich würde ihr ja gern helfen, aber mittlerweile weiß ich nicht mehr wie.“

*

Weiterlesen?

Lade dir das E-Book für 2,99 Euro bei Amazon herunter und erfahre, wie es auf Green Valley weitergeht, aber auch was sich im Weiteren auf dem Düllmenner Hof zuträgt …

Ehrlicherweise muss ich aber gestehen, dass es zum jetzigen Zeitpunkt noch Konvertierungsfehler im E-Book gibt. Nicht drastisch, aber mich stören sie. Ich arbeite daran, sie zu beheben :/

Das Taschenbuch bleibt davon unbetroffen 😉 Das sollte es im Übrigen auch ab nächste Woche überall zu kaufen geben (darin sind Band 17 und 18 zu finden, mit einer Seitenlänge von 392! – Das dürfte Lesespaß bedeuten 🙂 Knapp 250 Seiten lang ist Band 18).

Aktuell

… arbeite ich an Teil II der neuen Reihe Dark Hill. In meinen Blogartikel „Wird GREEN VALLEY jetzt zu DARK HILL?“ und „DARK HILL geht an den Start!“ habe ich bereits darüber geschrieben und weitere Posts und Leseproben folgen.

Aktion

Ich verschicke signierte Postkarten an die ersten 9 Amazon-Rezensenten meines neuen Buchs. Du willst auch eine? Dann schreib mir deine Meinung zum neuen Band, schick mir den Link (in einem Komentar, über FB, Insta oder Mail) und schon hast du auch eine 🙂

Gesuchtet 😉

Gesuchtetes I WILL RETURN von Skylar Grey. Gänsehaut-Stimme *bekommesieschonwieder*

Leseprobe #1: VERNICHTET UND ZERSTÖRT (Band 18)

Howling Wolf Background

Howling Wolf Dark Background. Full Moon and the Wilderness.

Vor dem Lesen des Auszugs möchte ich euch noch darauf hinweisen, dass das Schreiben gerade erst abgeschlossen wurde, der Text deshalb noch alle Fehler enthält & die Rechte am Auszug allein bei mir liegen!

*

1

Ein Jahr zuvor

Benny saß am Tisch und stierte die Holzplatte gedankenverloren an.

Was Laura wohl gerade tat?

Er wäre am liebsten bei ihr und nicht an diesem Ort. Auch wenn der Mann ihm gegenüber alles tat, um ihm den Aufenthalt – so nannte er es für sich: vorübergehender Aufenthalt – angenehm zu machen, sodass sich Benny heimisch fühlen konnte.

Englisch zu sprechen kam ihm mittlerweile so leicht vor, als hätte er nie etwas anderes getan.

Er war jetzt eine Woche weg von Green Valley.

Schmeckt es dir nicht?“, fragte der Mann.

Benny sah hoch, dann auf seinen Teller und seine Gabel, die er lediglich in der Hand hielt.

Du hast doch bestimmt Hunger. Wir haben viel gearbeitet.“

Der junge Mann nickte.

Mein Vater sagte immer: wer hart arbeitet, muss essen. Denn wer nicht isst, kann nicht arbeiten. Und wer nicht arbeitet, lebt nicht.“

Wieder ein Kopfnicken von Benny. „Dein Vater hat Recht.“ Er begann in seinem Essen zu stochern. „Wo wohnt deine Familie?“

Sie wohnen in einem Reservat in Nordamerika.“

Ziemlich weit weg.“

Der Mann zuckte mit den Schultern.

Meine Frau und mich hat es nach Kanada verschlagen und wir lebten immer sehr glücklich hier.“

Kann ich mir vorstellen, so schön wie es hier ist.“ Benny schaute aus dem Küchenfenster, allerdings war es mittlerweile dunkel.

Am Tage war alles grün. Eine Ranch inmitten der kanadischen Wälder.

Erinnerte ihn ein wenig an Green Valley.

Allerdings war dieser Hof abgeschnitten von der Zivilisation. Strom bekamen sie meist nur über einen Aggregat. An gutes Internet war nicht zu denken und alle TV-Programme bekam man auch nicht rein.

Und doch war es ein wunderschöner Ort.

Das Leben zieht so schnell an uns vorbei, wir müssen jeden Augenblick zu schätzen lernen. Das macht wahres Glück aus.“

Solche Worte kamen meist von ihm. Sie waren nicht daher gesagt, sondern tiefgründig. Benny musste ihm einmal mehr zustimmen.

Er hielt sich zwar hier auf und der Mann ihm gegenüber kannte vielleicht nicht Bennys Geschickte, aber er hatte Ahnung vom Leben, von ihrer Philosophie und deren Umsetzung. Benny spürte, dass er einiges von ihm lernen konnte.

Wir dürfen nicht vergessen, dass nichts Zufall ist – alles hat einen Sinn. Und ebenso kommt alles zu seiner Zeit.“

Benny prägte sich diese Worte ein.

Etwas musste dran sein, denn der Indianer Federwind lebte glücklich auf Mountain Kián und das, obwohl er selbst einige Schläge vom Leben verpasst bekam.

*

Gegenwart

Benny wurde aus seinen Gedanken gerissen.

Und du hockst wieder hier draußen?“ Robin reichte ihm eine Bierdose, die er von drinnen mitgebracht hatte und ließ sich neben ihm nieder.

Ja, weißt doch, eine alte Angewohnheit.“

Ja, ich weiß. Und mich hast du damit auch angesteckt. Es hat etwas nach einem harten Arbeitstag einfach da zu sitzen, mit einem Bier in der Hand und entweder dem Untergang der Sonne zuzusehen, oder im Winter einfach bloß im Schein des Lichts von drinnen da zu sitzen und die Ruhe zu genießen.“

Ganz genau.“ Benny nahm einen Schluck aus der Dose.

Und heute ist erst Montag.“

Nein, der Montag ist fast vorbei. An jedem weiteren Wochentag gibt es weniger Arbeit. Kann also nur besser werden.“

Gut gesagt, Benny.“

Die beiden Männer verstummten, als das Gebüsch raschelte.

Angespannt horchten sie.

Dann trat der Vierbeiner durchs Gebüsch.

Benny sah im Augenwinkel, wie Robin merklich zurückschrak.

Wow“, entkam es seinem Kollegen dann leise.

Der Wolf sah zu ihnen hoch.

Bennys Herz pumpte, als sich im schwachen Licht, welches aus seinem Häuschen raus schien, seine und Crashs Blicke trafen.

Das Glitzern und Funkeln der lebendigen Augen eines wilden Wolfes.

Crash beobachtete sie für einen Bruchteil einer Minute, setzte sich dann hin und sah über den Hof. Er saß dabei so entspannt, dass es den Anschein erweckte, als ob Crash sich zu ihnen gesellte.

Seine Ohren zuckten bei den kleinsten Geräuschen: dem Zirpen von Grillen und dem Surren von Mücken.

Das Tier hob den Kopf und entließ ein Heulen in die stille und dunkle Nacht.

Benny bekam Gänsehaut.

*

Laura taxierte seinen Gang konzentriert.

Es war noch früher Morgen – demnach ruhig, denn alles schlief noch – und zum Glück auch kühl.

Es war Mitte Juli und Laura hatte bereits die Nase voll von der Hitze. Zum verrückt werden war das.

In ihren Arbeitsstiefeln, einer verwaschenen Jeans, einem Top und ihrem Hut stand sie im Round Pen. Den Blick gesenkt, um Rocky Star zu beobachten.

Momentan machte es sich Laura zur Angewohnheit aufzustehen, wenn es gerade dämmerte – meist zwischen vier und fünf Uhr morgens -, dafür ging sie abends aber auch deutlich früher zu Bett.

So früh morgens war es noch kühl. Angenehm den Tag über dahin zu vegetieren bei dieser brütenden Hitze war es nämlich bestimmt nicht.

Die Pferde gefüttert und getränkt, war es nun sechs Uhr früh. Laura hatte einen Kaffee hinter sich und longierte ihren Junghengst.

Mit seinen anderthalb Jahren hatte er eine beachtliche Größe erreicht und war fast so groß wie seine Mutter – Button. Vom Temperament kam er eher nach seinem Vater – Boyly Chance, so viel hatte Laura bereits registriert. Rocky war etwas eigen, nicht immer ganz willig seiner Besitzerin folgsam zu hören, aber mit der Zeit, die sie nun auf Green Valley und unter Pferden täglich lebte, hatte sie dazugelernt – vor allem was den Umgang und das Durchsetzungsvermögen bei sturen Pferden anging.

Der kleine Quarter Horse Hengst wurde noch nicht eingeritten, erlernte lediglich das Bodentraining, welches ihn darauf vorbereitete.

*

Aktuell …

… schreibe ich bereits am Nachfolger von Band 18 (was genau, und in welche Richtung der geht, erfahrt ihr schon seeehr bald), während der genannte Band momentan sein Lektorat durchläuft.

Jepp, es dauert nicht mehr lang 🙂

Und das neue Projekt lässt mir keine Ruhe, also setz ich mich jetzt gleich wieder dran…