Leseprobe #1: VERNICHTET UND ZERSTÖRT (Band 18)

Howling Wolf Background

Howling Wolf Dark Background. Full Moon and the Wilderness.

Vor dem Lesen des Auszugs möchte ich euch noch darauf hinweisen, dass das Schreiben gerade erst abgeschlossen wurde, der Text deshalb noch alle Fehler enthält & die Rechte am Auszug allein bei mir liegen!

*

1

Ein Jahr zuvor

Benny saß am Tisch und stierte die Holzplatte gedankenverloren an.

Was Laura wohl gerade tat?

Er wäre am liebsten bei ihr und nicht an diesem Ort. Auch wenn der Mann ihm gegenüber alles tat, um ihm den Aufenthalt – so nannte er es für sich: vorübergehender Aufenthalt – angenehm zu machen, sodass sich Benny heimisch fühlen konnte.

Englisch zu sprechen kam ihm mittlerweile so leicht vor, als hätte er nie etwas anderes getan.

Er war jetzt eine Woche weg von Green Valley.

Schmeckt es dir nicht?“, fragte der Mann.

Benny sah hoch, dann auf seinen Teller und seine Gabel, die er lediglich in der Hand hielt.

Du hast doch bestimmt Hunger. Wir haben viel gearbeitet.“

Der junge Mann nickte.

Mein Vater sagte immer: wer hart arbeitet, muss essen. Denn wer nicht isst, kann nicht arbeiten. Und wer nicht arbeitet, lebt nicht.“

Wieder ein Kopfnicken von Benny. „Dein Vater hat Recht.“ Er begann in seinem Essen zu stochern. „Wo wohnt deine Familie?“

Sie wohnen in einem Reservat in Nordamerika.“

Ziemlich weit weg.“

Der Mann zuckte mit den Schultern.

Meine Frau und mich hat es nach Kanada verschlagen und wir lebten immer sehr glücklich hier.“

Kann ich mir vorstellen, so schön wie es hier ist.“ Benny schaute aus dem Küchenfenster, allerdings war es mittlerweile dunkel.

Am Tage war alles grün. Eine Ranch inmitten der kanadischen Wälder.

Erinnerte ihn ein wenig an Green Valley.

Allerdings war dieser Hof abgeschnitten von der Zivilisation. Strom bekamen sie meist nur über einen Aggregat. An gutes Internet war nicht zu denken und alle TV-Programme bekam man auch nicht rein.

Und doch war es ein wunderschöner Ort.

Das Leben zieht so schnell an uns vorbei, wir müssen jeden Augenblick zu schätzen lernen. Das macht wahres Glück aus.“

Solche Worte kamen meist von ihm. Sie waren nicht daher gesagt, sondern tiefgründig. Benny musste ihm einmal mehr zustimmen.

Er hielt sich zwar hier auf und der Mann ihm gegenüber kannte vielleicht nicht Bennys Geschickte, aber er hatte Ahnung vom Leben, von ihrer Philosophie und deren Umsetzung. Benny spürte, dass er einiges von ihm lernen konnte.

Wir dürfen nicht vergessen, dass nichts Zufall ist – alles hat einen Sinn. Und ebenso kommt alles zu seiner Zeit.“

Benny prägte sich diese Worte ein.

Etwas musste dran sein, denn der Indianer Federwind lebte glücklich auf Mountain Kián und das, obwohl er selbst einige Schläge vom Leben verpasst bekam.

*

Gegenwart

Benny wurde aus seinen Gedanken gerissen.

Und du hockst wieder hier draußen?“ Robin reichte ihm eine Bierdose, die er von drinnen mitgebracht hatte und ließ sich neben ihm nieder.

Ja, weißt doch, eine alte Angewohnheit.“

Ja, ich weiß. Und mich hast du damit auch angesteckt. Es hat etwas nach einem harten Arbeitstag einfach da zu sitzen, mit einem Bier in der Hand und entweder dem Untergang der Sonne zuzusehen, oder im Winter einfach bloß im Schein des Lichts von drinnen da zu sitzen und die Ruhe zu genießen.“

Ganz genau.“ Benny nahm einen Schluck aus der Dose.

Und heute ist erst Montag.“

Nein, der Montag ist fast vorbei. An jedem weiteren Wochentag gibt es weniger Arbeit. Kann also nur besser werden.“

Gut gesagt, Benny.“

Die beiden Männer verstummten, als das Gebüsch raschelte.

Angespannt horchten sie.

Dann trat der Vierbeiner durchs Gebüsch.

Benny sah im Augenwinkel, wie Robin merklich zurückschrak.

Wow“, entkam es seinem Kollegen dann leise.

Der Wolf sah zu ihnen hoch.

Bennys Herz pumpte, als sich im schwachen Licht, welches aus seinem Häuschen raus schien, seine und Crashs Blicke trafen.

Das Glitzern und Funkeln der lebendigen Augen eines wilden Wolfes.

Crash beobachtete sie für einen Bruchteil einer Minute, setzte sich dann hin und sah über den Hof. Er saß dabei so entspannt, dass es den Anschein erweckte, als ob Crash sich zu ihnen gesellte.

Seine Ohren zuckten bei den kleinsten Geräuschen: dem Zirpen von Grillen und dem Surren von Mücken.

Das Tier hob den Kopf und entließ ein Heulen in die stille und dunkle Nacht.

Benny bekam Gänsehaut.

*

Laura taxierte seinen Gang konzentriert.

Es war noch früher Morgen – demnach ruhig, denn alles schlief noch – und zum Glück auch kühl.

Es war Mitte Juli und Laura hatte bereits die Nase voll von der Hitze. Zum verrückt werden war das.

In ihren Arbeitsstiefeln, einer verwaschenen Jeans, einem Top und ihrem Hut stand sie im Round Pen. Den Blick gesenkt, um Rocky Star zu beobachten.

Momentan machte es sich Laura zur Angewohnheit aufzustehen, wenn es gerade dämmerte – meist zwischen vier und fünf Uhr morgens -, dafür ging sie abends aber auch deutlich früher zu Bett.

So früh morgens war es noch kühl. Angenehm den Tag über dahin zu vegetieren bei dieser brütenden Hitze war es nämlich bestimmt nicht.

Die Pferde gefüttert und getränkt, war es nun sechs Uhr früh. Laura hatte einen Kaffee hinter sich und longierte ihren Junghengst.

Mit seinen anderthalb Jahren hatte er eine beachtliche Größe erreicht und war fast so groß wie seine Mutter – Button. Vom Temperament kam er eher nach seinem Vater – Boyly Chance, so viel hatte Laura bereits registriert. Rocky war etwas eigen, nicht immer ganz willig seiner Besitzerin folgsam zu hören, aber mit der Zeit, die sie nun auf Green Valley und unter Pferden täglich lebte, hatte sie dazugelernt – vor allem was den Umgang und das Durchsetzungsvermögen bei sturen Pferden anging.

Der kleine Quarter Horse Hengst wurde noch nicht eingeritten, erlernte lediglich das Bodentraining, welches ihn darauf vorbereitete.

*

Aktuell …

… schreibe ich bereits am Nachfolger von Band 18 (was genau, und in welche Richtung der geht, erfahrt ihr schon seeehr bald), während der genannte Band momentan sein Lektorat durchläuft.

Jepp, es dauert nicht mehr lang 🙂

Und das neue Projekt lässt mir keine Ruhe, also setz ich mich jetzt gleich wieder dran…

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2. Leseprobe: ZWISCHEN LIEBE UND WAHN (Band 17)

wolf-547203_1920Viel Spaß mit einem weiteren Textschnippsel aus dem neuen Green Valley.

Weiter unten hab ich noch Infos zu aktuellen Preisaktionen und dem Taschenbuch-Dilemma.

Wie immer liegen die Rechte bei mir!

*

Laura suchte nach dem Essen alle Sachen zusammen, die sie für das anstehende Zelten benötigte. Kleidung, Zelt, Schlafsack, Taschenlampe, sonstige Ausrüstung und die Dinge, die man eben noch so brauchte. Zum Schluss war ihr Wanderrucksack voll und das Zelt in seiner eigenen Tasche verstaut.

Sieht aus, als würdest du auswandern.“ Erst jetzt klopfte Benny an die Tür, die angelehnt war.

Nicht mehr lange, und es wird vielleicht tatsächlich der Fall sein.“ Sie nahm ihn in den Arm, während sie an Kanada dachte und die Entfernung, die zwischen ihnen liegen würde.

Benny küsste sie auf die Stirn. „Dann machst du es also?“

Sie seufzte gequält. „Ich bin noch so unsicher.“

Du wirst dich schon richtig entscheiden.“ Er setzte sich auf ihr Bett und begutachtete ihr Gepäck. „Ich hab ziemlich Mist gebaut“, sprach er leise, schaute seine Freundin aber nicht an.

Inwiefern?“

Ich wollte Bianka für ein Barrel Race Turnier anmelden.“

Sie macht doch kein Barrel Race mehr.“

Das stimmt so nicht ganz. Ich hab sie vor einigen Wochen beobachtet, wie sie im Wald trainiert hat. Sie macht es also immer noch, eben nur heimlich.“

Warum das denn?“

Sie will nicht, dass man sie danach fragt und so weiter. Jedenfalls dachte ich, wenn sie ja noch heimlich trainiert, kann die Leidenschaft zu diesem Westernreitsport ja noch nicht ganz erloschen sein, also …“

… hast du sie im guten Glauben angemeldet“, beendete Laura.

Benny nickte. „Sie war sauer und will nicht antreten.“

Ist es das übernächste Woche?“ Natürlich wusste Laura von Bennys anstehendem Turnierplan.

Wieder ein Nicken seinerseits.

Na ja, es war vielleicht nicht die Reaktion, die du dir erwünscht hast, aber du kennst doch Bianka. Die kann noch so wütend sein, morgen ist sie wieder ganz die Alte.“

Er nickte. „Ja, ich weiß.“ Dennoch schien es ihn nicht wirklich aufzumuntern.

Du hättest es lieber gehabt, dass sie auch reitet, stimmt’s?“

Ja.“

Vielleicht kommt das ja wieder.“ Sie stellte sich neben ihn, lehnte sich gegen ihn und strich ihm durch die dunklen Haare.

Meinst du wirklich?“

Sie zuckte mit den Schultern. „Ich möchte zwar nicht meine Hand dafür ins Feuer halten, aber wenn sie nach wie vor trainiert, ist es tatsächlich nicht mehr viel bis zu einem richtigen Turnier. Vielleicht folgt sie deinem Beispiel irgendwann wieder.“

Hm“, machte er, noch immer wenig Trost findend.

Du weißt, dass sie nach wie vor trainiert. Warum schlägst du ihr nicht mal gemeinsames Training vor? Vor allem jetzt, wo du für dein Turnier noch ach so hart üben musst.“ Das Mädchen zwinkerte ihn verschwörerisch an.

Benny sah an ihr hoch. „Gute Idee, Laura.“

Weißt ja, eine meiner genialer Spezialitäten.“ Sie hob und senkte mehrmals die Augenbrauen.

Stimmt.“ Er packte sie an den Armen und zog sie auf seinen Schoß, um sie zu küssen.

Zum Abendessen saßen Bunkmas, Benny und Robin zusammen draußen auf der Terrasse und genossen die abendlichen Geräusche der idyllischen Ranch. Grillen zirpten, vereinzelt zwitscherten noch die Vögel, hier mal ein Pferdewiehern und dort angeregte Gespräche am Tisch.

Robin hatte weiter mit Bennys und Lauras Beziehung kein Problem – zumindest hatte sich der junge Hofarbeiter noch nicht dazu geäußert. Laura wusste nicht, ob sie ihm mittlerweile nicht mehr so wichtig war, immerhin schrieb er nach wie vor noch mit dieser Nina Schiller, die vor Wochen auf Green Valley für Wirbelwind sorgte; oder ob er seine Gefühle nur nicht zeigen wollte. Wie auch immer: Laura bemühte sich darum nicht allzu aufdringlich Bennys und ihr Glück zu präsentieren. War ohnehin komisch, dass ihr Freund auf dem Hof lebte und arbeitete, auf dem sie mit ihren Eltern wohnte.

Von Sahra wussten Bianka und sie mittlerweile auch, dass Sahra heimlich in Robin verliebt war – und das seit dem ersten Tag. Kaum zu fassen, wie lang sie das geheim hielt! Nun aber war Mike in ihrem Leben – mehr oder weniger eben. Sie wusste nicht wohin mit ihren Gefühlen. Dass es zwischen ihr und Mike lief wie immer war erfreulich, aber andererseits auch kompliziert. Laura konnte schon verstehen, dass Sahra nicht wusste, was nun Sache war. Da küsste er ihre Freundin, machte ein paar Bemerkungen und dann war alles wie vorher?

Sie müsste mal offen mit ihm reden, aber sie fand offensichtlich nicht den Mut dazu. Warum sollte auch sie den ersten Schritt machen? Schließlich hatte Mike sie einfach damit überrascht. Aber war das nicht eigentlich schon der erste Schritt und der nächste galt ihr?

Komplizierte Gefühlslage, wie Laura dachte und selbst gut nachempfinden konnte.

Bianka und Jonah hatten anscheinend keinen weiteren Kontakt, nachdem Lauras Cousin mit seiner Familie zurück nach Oregon flog. Auch für Bianka schien es nicht mehr als ein kleiner Sommerflirt.

Ohnehin plante Bennys Schwester momentan ihr zukünftiges Berufsleben, beziehungsweise alles um den anstehenden Lehrgang zur Therapie mit Tieren.

Apropos Berufsleben und Tiere: Sahra hatte momentan kein Pferd zu trainieren, hatte allerdings nach ihrem letzten Klienten, dessen Training sich doch noch ein wenig komplizierter darstellte als anfangs vermutet, weniger Probleme damit.

Sahras Mutter, Carola Düllmen – ihres Zeichen momentan im achten Monat schwanger – hatte beruflich auf dem Düllmenner Hof einige Gänge runter geschaltet und empfahl ihre Tochter alternativ als Pferdetrainerin, da sie momentan immer nur ein Pferd übernahm. Sie tat allerdings ausschließlich Bodenarbeit, da ihr alles andere zu riskant war. Aufs Pferd setzte sie dann Sahra und dirigierte sie. Wie früher in den Sommerferien, wenn Sahra mit den Pferden arbeitete, halfen hier Mutter und Tochter zusammen.

Die Vorbereitungen für den Familiennachwuchs waren bereits fast beendet. Laura hatte stolz von Carola und Sahra die Babyecke im Schlafzimmer der Eltern begutachtet. Ein kleines Bett, eine Wickelkommode, bereits Pampers, Puder und dergleichen hatte seinen Platz gefunden. Fehlte nur noch der Hauptakteur für all das. Aber der Kleine ließ bestimmt nicht mehr lange auf sich warten.

Sahra freute sich ebenfalls riesig auf ihren kleinen Bruder, schließlich hatte sie ja keine Geschwister.

Die Pferdezucht der Düllmens war ja sowieso eher Rudolfs Part auf dem gemeinsamen Hof, so kümmerte er sich um die Pferde nach wie vor.

Der Hof Bennys und Biankas Eltern war ein Gutshof für Tiere. Sie hatten eine eigene Zucht, Susi Schafser war Pferdetrainerin und half ehrenamtlich im Chieminger Tierheim mit, vor allem wenn es um Vermittlungen ging, oder wenn der Tierheimplatz ausgeschöpft war, dann nahmen sie ein paar der Tiere in Pflege und halfen bei deren Vermittlung mit.

Die achtjährige Julia Schafser ging noch ganz normal zur Schule und hatte quasi neben der Schule keine weiteren Verpflichtungen als Freunde zu treffen oder ihrer Mutter hin und wieder mit den Pferden zu helfen. Ganz so den Draht wie ihre pferdenärrischen Geschwister zu den Vierbeinern hatte sie nämlich nicht.

*

Benny schloss die Haustür seines kleinen Häuschen und lief auf der kleinen Veranda zu der Bank, auf der er oft abends noch saß und den Abend ausklingen ließ. Eine alte Gewohnheit, die er auch hier auf Green Valley weiter übernommen hatte.

In diesen Momenten war er dankbar dafür, wie alles kam, dafür dass er mittlerweile ein Leben führte, das er wirklich wollte und glücklich war.

Manchmal saß auch Robin bei ihm und sie unterhielten sich noch über dies und das, aber seit Benny mit Laura zusammen war, kam es kaum noch vor. Benny kannte auch den Grund: Hatte ihm der Typ doch tatsächlich gesagt, dass er mit Laura zusammen war! Benny hatte Robin vor Laura damals nicht verpfiffen, aber ganz vergessen hatte er Robins dreiste Lüge bislang auch nicht.

Ob es ihm nun gefiel, dass Benny und Laura wider seines Versuchs es zu verhindern zusammen gekommen waren, interessierte den jungen Mann nicht weiter.

Laura war mit Bianka und Sahra auf dem Düllmenner Hof. Sie veranstalteten einen ihrer Mädchenabende.

Benny trank einen Schluck aus seiner Coladose und lauschte den abendlichen Geräuschen. Es war bereits halb elf durch und dunkel. Die Sterne ließen sich vereinzelt blicken.

In Robins Haus war kein Licht, im Haupthaus der Bunkmas brannte durch das Küchenfenster noch gedämpftes Licht, wahrscheinlich hatten sie die Zwischentür zum Wohnzimmer auf und schauten dort noch Fern.

Er dachte an das anstehende Turnier, an dem er zusammen mit seiner Schwester teilnehmen wollte. Dann würde er diesmal eben alleine antreten, vielleicht hatte Laura ja Recht und Bianka würde irgendwann wieder ein Turnier reiten.

Seine Schwester hatte sich bei ihm nicht wieder gemeldet. Vermutlich musste sie eine Nacht über ihre Auseinandersetzung schlafen.

Benny plante kurz seinen Trainingsplan. Er musste neben der Arbeit auf dem Hof noch Zeit für sein Training finden. Er hatte zwar das Training nie auf Eis gelegt, aber ohne Training auf einem Turnier zu starten, war auch nicht wirklich effektiv.

Das Gebüsch raschelte, weil der Wind durchfuhr.

Der Wind?

Welcher Wind?, ging es Benny durch den Kopf, als er bemerkte, dass gar keiner ging.

Dann ertönte Gebell. Das kam von Lauras fast anderthalbjährigen Border Collie Bandito. Aber was machte der um diese Uhrzeit draußen? Er war doch normalerweise nachts bei den Bunkmas im Haus. Oder war er irgendwie noch heimlich durch die Tür entwischt?

Jedenfalls ging das Bellen lautstark durch die Nacht, sodass Benny, auch wenn er es nicht gewollte hätte, aufstand und nach dem kleinen Rebell sah.

Robins Tür ging auf, als Benny an dessen Häuschen vorbeiging, dorthin wo das Bellen herkam.

Was ist denn plötzlich los?“, murmelte er müde.

Das ist Bandito.“

Und warum? Das macht er doch sonst nie.“

Benny überlegte noch für sich selbst, als das Bellen nach einem wehleidigen Aufschrei des kleinen Rüden endete.

Was ist jetzt?“

Hast du eine Taschenlampe? Ich geh nachsehen.“

Warte! Ich komme mit.“ Robin verschwand im Haus, dessen Licht zu Benny nach draußen schien.

Kurz bevor Robin wieder draußen war, hörte Benny bereits das Winseln. Und dann kam Bandito im Laufschritt um die Ecke. Er sah Benny und winselte wieder. Doch anstatt zu ihm zu kommen, lief er an ihm vorbei auf die Scheune zu.

Bandito!“, rief Benny ihm nach.

Was ist?“ Robin kam aus dem Haus, betätigte die Taschenlampe und schaute wie Benny in Richtung Scheune lief, er leuchtete dorthin.

Bandito ist einfach an mir vorbei. Er ist so komisch.“

Lass uns nachsehen, Benny.“

Die beiden jungen Männer näherten sich langsam Bandito, der vor der Scheune stand und zu ihnen hinüberschaute.

Hey, Kleiner.“ Benny ging etwa zwei Meter von dem Hund entfernt in die Hocke. „Was ist denn los mit dir, Bandito? Ich bin es doch bloß.“

Warum winselt er denn nur die ganze Zeit?“, flüsterte Robin leise.

Keine Ahnung“, gestand er. Benny kam näher und strich dem schwarz-weißen Border Collie behutsam über den Rücken. „Alles gut, Kleiner. Was hast du denn nur?“

Benny glaubte etwas entdeckt zu haben. „Robin, leuchte mal mit der Taschenlampe neben Bandito auf den Boden.“

Er tat wie geheißen.

Benny sah das Blut an Banditos Pfoten. „Oh Mist!“

Was ist?“, wollte Robin wissen.

Er hat Blut an den Pfoten.“

Meinst du er hat sich verletzt?“

Allerdings. Aber mir kommt da noch ein ganz anderer Gedanke.“

*


Wisst ihr, welchen Gedanken Benny hat? Wenn ja, schreibt’s mal in die Kommentare 😉

Wenn nicht, könnt ihr direkt weiterlesen und euch das E-Book runterladen bei Amazon.

Aktuelles …

Die E-Book-Aktionen zu je 0,99 Euro für Band 4 und 5 der Reihe habe ich um den Januar verlängert. Also noch schnell zuschlagen ehe der Monat rum ist 😉

Desweiteren habe ich mich, wie versprochen, weiter mit einer Lösung beschäftigt, um auch die Taschenbuch-Version auf den Markt zu bringen. Hierfür ist geplant, dass ich Band 17 und 18 in einen Band als Taschenbuch zusammenfassen werde, damit Taschenbuch-Leser nicht noch länger warten müssen.

PS: Momentan liege ich in den letzten Schreibzügen von Band 18 – der länger wird als alle vorherigen Bände der Serie 😉

PPS: Demnächst gibt’s News, wie es nach Band 18 weitergeht mit der Reihe 🙂

Leseprobe: ZWISCHEN LIEBE UND WAHN (Band 17)

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Ich wollte Band 17 noch unbedingt dieses Jahr für euch veröffentlichen – und … es hat funktioniert! Viel Spaß mit der folgenden Leseprobe, wobei die Rechte am Text bei mir liegen!

***

1

Liebste Sahra,

ich hab mich heute wieder schrecklich nach dir gesehnt! Ich wollte erst zu dir kommen, als du in Chieming bei deinen Freundinnen standest, aber hab mich dann doch nicht getraut.

Irgendwann bin ich so weit und kann dir sagen, was ich dir momentan noch schreibe …

Liebste Grüße,

dein größter Verehrer auf Erden

Sahra Düllmen sah ihre beiden Freundinnen Bianka Schafser und Laura Bunkma entgeistert an, nachdem sie den Brief, den sie heute wieder einmal im Briefkasten an sie adressiert gefunden hatte, laut vorgelesen hatte.

Habt ihr das mitbekommen?“, fragte sie, als von diesen keine Reaktion kam.

Klar, du hast es ja vorgelesen“, meinte Bianka.

Der ist doch echt verrückt. Der hat uns gestern beobachtet, als wir in Chieming bummeln waren“, sprach Laura aus, was ihr Sorge bereitete. Nicht der Gedanke, dass Sahra einen heimlichen Verehrer hatte, machte ihr Gedanken, sondern der, dass er ihrer Freundin nachstellte, sie beobachtete und ihr dann heimlich seit einigen Tagen diese Briefe zukommen ließ.

Was mach ich denn bloß? Der soll mich in Ruhe lassen.“ Sie ließ sich in Lauras Sessel fallen, der in ihrer Zimmerecke stand.

Das wird schon irgendwann aufhören“, wollte Bianka beschwichtigen.

Und wenn nicht?“

Dann musst du eben mehr Zeit mit Mike verbringen und ihm vorgaukeln, dass du vergeben bist.“

Sahra wurde bei Biankas Bemerkung etwas rot.

Natürlich hatte sie ihren beiden Freundinnen von dem Kuss erzählt, aber mehr war seit dem vor zwei Monaten nicht gewesen. Es war wie vorher, das Ereignis schien auf Eis gelegt.

Es sei denn, Mike entpuppt sich als dein Verehrer“, erlaubte sich Bianka zu spaßen und kassierte einen ernsten Blick ihrer rot gelockten Freundin im Sessel ein.

Die anstehende Abschlussfahrt wird dich auf andere Gedanken bringen. Wirst schon sehen, der wird das Interesse verlieren und aufhören“, meinte Laura.

Sahra erwiderte nichts, dachte bestimmt an Montag, wenn die Abschlussfahrt ihrer Klasse begann. Es war Freitag Mittag, also nicht mehr lange hin.

Die meisten wollten entweder nach Spanien ans Meer oder nach Südfrankreich. Letztendlich würden sie zelten gehen. Die Entscheidung ihrer Lehrer, die mit ihrer Klasse keine weite Fahrt eingehen würden – aus dem Grund heraus, weil man ihnen einfach nicht trauen konnte. Tja, so war das. Immer diese Verallgemeinerungen, unter denen alle zu leiden hatten – auch wenn es nur die Jungs betraf. Eben die und einige Mädchen aus ihrer Klasse – unter ihnen Sahra, Bianka und Laura – hatten sich mit dem Schicksal abgefunden und wollten das Beste daraus machen. Allerdings gab es auch noch jene wie Dixie Kerner und ihre Clique, für die Fashion und ihr Lifestyle nicht ganz in ein Zelt im Wald passen wollten. Sie hatten sich fürchterlich aufgeregt.

Nicht unser Problem – hatte sich Laura gedacht.

Die Abschlussfahrt, oder besser das Camper-Wochenende, würde das Letzte sein, das sie als Klasse zusammen tun würden. Danach trennten sich die Wege. Ein komischer Gedanke, wie Laura empfand.

Sie würde Anfang September mit ihrem Studium der Tiermedizin beginnen. Es war Anfang Juni. Laura musste sich nun entscheiden, wo sie studieren wollte, denn es waren nur noch drei Monate bis alles begann. Aber was genau? Was würde sie erwarten? Wurde es so, wie sie es sich vorstellte?

Laura hatte ein Studienplatz in Kanada ergattern können. Es war eine Alternativbewerbung gewesen, weil sie bis Dato nur Absagen bekommen hatte. Mittlerweile lagen auch schon ein paar Zusagen deutscher Unis vor, aber es reizte sie doch ungemein ein Auslandsstudium anzugehen. Das einzige, was ihr hier zu denken gab, war Benny.

Seit dem Green Valley Fest vor knapp zwei Monaten, lief es besser denn je zwischen ihnen. Nun waren sie auch offiziell zusammen. Jeder wusste es und Laura fühlte sich so gut, wenn sie mit ihm zusammen war. Er war ein guter Freund, wie ihr großer Bruder – einfach ein wichtiger Teil ihres Lebens.

Sie würde ihn allerdings zurücklassen müssen, wenn sie tatsächlich nach Kanada gehen würde …

Laura zwang sich aus ihren Gedanken heraus und klopfte ihren beiden Freundinnen auf die Schultern. „Lasst uns ausreiten, dann bekommen wir alle gleich einen kühleren Kopf.“

*

Der Name?“

Benny Schafser“, antwortete er dem Mann, der seine Anmeldung zum nächsten Barrel Race Turnier entgegen nahm.

Anschrift?“

Benny gab die der Green Valley Ranch an.

Geburtsdatum?“

Der Zweiundzwanzigjährige gab sein Datum an.

Unter welcher Telefonnummer sind Sie erreichbar?“

Der junge Mann gab seine Handynummer und den Festnetzanschluss der Bunkmas an, den er auswendig kannte wie seine eigene.

Mit welchem Pferd?“

Boyly Chance.“

Rasse, Heimatstall und Alter?“

Boyly ist ein elfjähriger brauner Quarter Horse Hengst von der Green Valley Ranch.“

Sie sind schon Mitglied in unserer Vereinsgruppe?“

Benny nickte.

Dann noch Ihre Mail-Adresse, bitte?“

Auch die gab er durch.

Der Mann druckte das Anmeldeformular aus, ging mit Benny die aufzubringenden Kosten durch, die vor Start zu überweisen waren und bat ihn zu unterschreiben.

Zum Schluss rang er mit sich.

Noch was?“, fragte deshalb der Mann.

Benny nickte. „Ein weiterer Teilnehmer.“

Der Mann tippte in den Computer vor sich. „Name?“

Wieder ein kurzes Zögern von Bennys Seite. „Bianka Schafser.“ Er gab auch ihre Daten durch, wie zuvor seine eigenen.

Auf welchem Pferd?“

Auf Rush.“

Rasse, Heimatstall und Alter?“

Sie ist eine zehnjährige Appaloosa Stute vom Gutshof Schafser.“ Und auch zu dem Pferd seiner Schwester erteilte er die benötigten Daten.

Zum Schluss nickte der Mann, als er die Eingaben überflog. „Wir brauchen dann nur noch eine Unterschrift von Frau Schafser und dann ist auch ihre Anmeldung gültig. Teilnahmeschluss ist morgen.“

Daran hatte Benny nicht mehr gedacht, trotzdem nickte er.

Seine Schwester würde ihn für diese Aktion umbringen!

Ich schicke es Ihnen per Mail noch heute.“

Er stieg in seinen Pick-up, einen blaumetallic VW Amarok – sein ganzer Stolz -, und fuhr zurück auf die Ranch seiner Arbeitgeber. Er hatte Besorgungen erledigen müssen und war in der Nähe gewesen, also hatte er die Anmeldung zum nächsten Barrel Race Turnier nächsten Samstag direkt auf dem Hof erledigt, auf dem es stattfand. Normalerweise schickte er die Anmeldung nämlich online weg.

Ein Preisgeld von 1000 Euro winkte. Das ließ er sich nicht entgehen.

Die Anmeldung seiner Schwester lag auf dem Beifahrersitz.

Bianka würde ihm die Hölle heiß machen!

Er fuhr auf die Ranch und sah Bob und Becky mit dem Besitzer der eingestellten Schafherde debattieren, dem Mitte vierzigjährigen Manni Malmer.

Benny stellte seinen Wagen vor das kleine Häuschen, das er bewohnte und trottete langsam auf Lauras Eltern und Malmer zu.

Also?“, meinte Malmer und stemmte die Hände wütend in die Hüften. „Wie verbleiben wir?“

Wir werden uns natürlich darum kümmern“, meinte Bob beschwichtigend.

Wie? Ich muss wissen, ob mir noch mehr meines Viehs verloren geht oder ich die Herde doch besser wo anders einstelle.“

Benny glaubte, dass es besser war, wenn er diese Sache ausschließlich Lauras Eltern überließ. Er machte sich währenddessen daran die Sachen auszuladen, die er mitgebracht hatte.

Er sah Bob und Becky auf ihn zukommen, schloss die hintere Klappe seines Pick-ups und drehte sich ihnen zu, sagte allerdings nichts.

Becky seufzte. „Du wirst nicht glauben, was passiert ist … Dieser Malmer hat heute Nacht offensichtlich einen Teil seiner Schafe verloren. Sie wurden ihm von Wild gerissen. Die Überreste lagen noch auf seiner Weide herum. Er verlangt Schadensersatz von uns“, kam sie zum Punkt.

Ja, und das, wo wir damals noch so gnädig mit ihm waren, als er uns betrogen hat“, fügte Bob hinzu.

Er meinte, er hätte schon juristischen Rat eingeholt und wüsste somit, dass er im Recht ist mit seiner Behauptung, dass er von uns Schadensersatz erlangen kann.“

Na ja, das sind doch nur ein paar Schafe. Ist ja nicht so, dass es sich hier um einen Viehbestand von zweitausend Tieren handelt“, meinte Benny.

Richtig. Aber es geht einfach ums Prinzip. Irgendein Vieh reißt hier nachts Tiere. Wenn das so weitergeht, kommt uns das teuer zu stehen.“

Benny verstand, warum sich Becky aufregte. Er wusste von dem ständigen Auf und Ab der Finanzen der Familie, da so ein Hof einiges an Geld kostete, es aber leider nicht immer so schnell reinkam, wie es ausgegeben werden musste.

Dann würde sich hier bestimmt die Investition in Zäune mit Strom lohnen. Dadurch kommt Wild nicht mehr ans Vieh“, schlug Benny vor. „Ich sehe die Dinger ständig im Pferdemarkt, wenn ich da was holen soll. Ich kann das nächste Mal was mitbringen.“ Er sah seine Arbeitgeber an.

Wir haben ja eigentlich auch Bandito, der seinen Job als Herdenschutzhund aufnehmen kann“, meinte Bob, wobei Benny diesmal nicht ganz wusste, ob es bloß ein Witz war.

Jedenfalls müssen wir uns hier eine Lösung einfallen lassen.“ Becky seufzte über dieses neue Problem.

Becky kümmerte sich um das Mittagessen, das auf der Terrasse des großen Wohnhauses hergerichtet wurde, während Benny und Bob in der Zwischenzeit online und in Zeitungen nach Schafen schauten, die verkauft wurden – schließlich schuldete die Ranch Malmer zwei Schafe.

Die Sonne schien draußen am Tisch beim Mittagessen heftig an diesem Junitag auf sie nieder.

Sahra und Bianka aßen ebenfalls mit. Sie waren mittags gemeinsam ausgeritten und hatten erst später von dem Wildvorfall gehört. Natürlich gab es am Tisch kein anderes Gesprächsthema.

Ob das Crash war?“, fragte Bianka ihren Bruder.

Quatsch!“, nahm er den Wolf gleich in Schutz. „Er ist schon weit über ein Jahr hier im Chiemgau und hat noch nie auf Green Valley gerissen, warum soll er jetzt plötzlich damit anfangen?“

Seine Schwester zuckte mit den Schultern.

Es war bestimmt ein Wildschwein oder so“, tat es Benny ab.

Ja, schon“, meinte Bianka nicht gänzlich überzeugt.

Benny hat recht, das kam vorher ja auch nie vor. Das war bestimmt nur einmalig.“ Robin nahm einen Bissen.

Möglich. Aber de Facto ist es meist so, dass Wild, wenn es weiß, wo es etwas zu Essen bekommt, wiederkommt“, klärte Becky auf.

Ihr meint also, dieses Tier kommt wieder?“

Bestimmt“, seufzte Becky.

Vielen Dank für das Essen, Becky.“ Bianka erhob sich. „Aber ich reite mal so langsam nach Hause, hab noch ein wenig zu tun.“

Gern.“

Benny schaute ihr nach. Irgendwas war da doch noch …

Er sprang auf, als sie aus der Tür war. „Bin gleich wieder da.“ Er warf die Tür hinter sich ins Schloss, hörte dahinter noch Bobs Stimme:

Die ist definitiv zu.“

Ach, Bianka?“

Sie wandte sich um.

Ich …“ Seufzend fuhr er sich durch die Haare. „Da ist noch etwas, das ich dir gestehen muss.“

Ach ja?“

Er nickte, ging zu seinem Auto und nahm auf dem Beifahrersitz Biankas Anmeldung zum Barrel Race Turnier heraus, welche er ihr ohne weitere Worte gab.

Sie überflog es, sah Benny an, runzelte bloß die Stirn, mehr nicht.

Und?“

Und, was? Was soll ich dazu sagen? Du hast mich hinterrücks einfach zu einem Turnier angemeldet. Warum? Du weißt doch, dass ich auf kein Turnier mehr gehe!“

Sie war sauer auf ihn – wie er schon vermutet hatte.

Theoretisch gesehen bist du noch nicht angemeldet. Du musst die Anmeldung noch unterschreiben und den Veranstaltern mailen. Am besten noch heute, denn ..“

Aber praktisch gesehen werde ich hieran nicht teilnehmen.“ Sie knüllte die Anmeldung zusammen. „Vergiss es!“ Sie warf es ihm entgegen und machte auf dem Absatz kehrt, um auf Rush den Hof zu verlassen.

Ich reite auch und dachte es wäre toll, wenn wir zusammen dran teilnehmen würden, Bianka“, rief er ihr nach.

Sie antwortete ihm nicht mehr.

Ach, so ein Mist aber auch“, murmelte er vor sich hin.

*


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Freunden des Taschenbuchs muss ich leider gestehen, dass es derzeit technische Schwierigkeiten gibt und ich mich offensichtlich neu orientieren muss. Sobald es verfügbar ist, gebe ich natürlich Bescheid.

Ich wünsche euch ein schönes Jahresende und ruhige Feiertage!

Liebe Grüße,

eure LINDA ANN

Dunkle Geheimnisse (16): Auszug 2

PicsArt_11-01-11.25.39Ich möchte euch daran erinnern, dass die Rechte am Text bei mir liegen!

*

*

Benny ritt durch den Wald.

Es tat ihm wirklich gut zurück zu sein. Er hatte sich eigentlich wieder weitgehend auf Green Valley eingelebt.

Er ritt so ziemlich jeden Tag mit seinem Quarter Horse Hengst Boyly Chance aus, mit dem er auch das Barrel Race Training aufgenommen hatte und sich erst neulich nach den aktuellen Turnieren umgesehen hatte. Die vermisste er nämlich wahnsinnig.

Es war heute ein wunderschöner Tag und so nutzte er seine Pause, indem er seinen Hengst gesattelt hat und die warmen Sonnenstrahlen genoss.

Boyly Chance ging es mittlerweile auch besser, was Benny beruhigte. Das Training und die Zweisamkeit mit ihm halfen dem Tier sichtlich.

Wenn er daran dachte, dass er bis heute Abend das kleine Ferienhaus geräumt haben musste, in denen er die letzten Wochen gewohnt hatte, und bei Robin vorübergehend einziehen musste, wurde ihm ganz anders.

Nicht wirklich gegen Robin, aber der knapp neunzehn Jahre alte Knacker hatte Bennys Sympathie für ihn angekratzt, seit er ihm gesagt hat, dass zwischen Robin und Laura anscheinend was lief. War es Eifersucht? – Gut möglich. Wollte er das aber zugeben? – Auf keinen Fall!

Er hatte sich zurückgehalten, wollte nicht aufdringlich erscheinen und auch Laura machte keinen weiteren Schritte auf ihn zu, wenn er sich auch eingestehen musste, dass das Mädchen auch nicht wirklich viel anders mit Robin umsprang.

So langsam zweifelte er ein wenig an Robins Aussage und glaubte immer mehr daran, dass er Laura selbst mal darauf ansprechen sollte. Fragen durfte man ja.

Benny nahm seinen Cowboyhut ab, den er so ziemlich den ganzen Tag draußen bei der Hofarbeit trug und fuhr sich durch die klammen Haare. Die Sonne besaß schon enorm viel Kraft, wie er nun merkte.

Der junge Mann setzte seinen Hut wieder auf, hielt seinen braunen Hengst an und knöpfte sich sein kariertes Baumwollhemd auf, worunter er noch ein weißes T-Shirt trug, das ihm bei diesen Temperaturen definitiv genügte. Sein Hemd wickelte er um den Sattelknauf und trieb sein Pferd wieder an.

Super, Rush“, hörte er plötzlich eine Stimme, die ihm mehr als vertraut war.

Benny stoppte und horchte.

Schnauben. Aufwirbelnde Blätter oder Laub. Und die Stimme seiner Schwester, die er deutlich hier im Wald vernahm.

Behutsam näherte er sich dem Geräusch, wollte Bianka nicht erschrecken, aber wissen, was sie tat.

Er schritt gemächlich über einen sanften Hügel und hielt schmunzelnd Boyly an, lehnte sich interessiert zuschauend nach vorn, mit dem Oberarm auf den Sattelknauf und sah seiner Schwester bei dem zu, was sie machte.

Es war nicht schwer zu erraten – für Benny schon gar nicht. Und nach einigen Galoppsprüngen war klar, dass er mit seiner Vermutung Recht behielt.

Das war klasse, Rush. Du bist einfach die Beste.“

Benny schüttelte amüsiert den Kopf und fuhr seinem Braunen über den Hals. „Das meint sie nur, weil wir beide nicht in der Nähe sind“, wisperte er seinem tierischen Freund zu ohne dass seine Schwester ihn bemerkte.

Bianka beendete die Runde, schritt gemächlich wieder zurück an ihren imaginären Start und lobte ihre Appaloosastute ausgiebig.

Na komm, Junge“, meinte Benny leise und brachte Boyly in Bewegung, trabte den kleinen Hügel hinunter auf seine Schwester zu, die ihn noch immer nicht kommen sah.

Wirklich schade um dein Talent“, machte er sich bemerkbar.

Bianka wirbelte im Sattel herum, erschreckte sich mehr davor, dass ihr Bruder sie beim Barrel Race Training erwischt hatte, als sie sich freute ihm hier zu begegnen.

Sie strich sich eine der aus ihrem Zopf gelösten Strähnen hinters Ohr, um Zeit zu gewinnen. „Was genau meinst du?“

Er kam vor seiner Schwester zum Stehen. „Das weißt du genau.“ Benny deutete auf die Fläche, die sie vorher noch als provisorischen Parcours genutzt hatte.

Ja. Das“, meinte sie nur lahm.

Hm“, machte Benny. „Du trainierst also weiterhin?“

Ich hab es wieder aufgenommen, ja.“

Und du willst sicher nicht mehr auf Turniere gehen?“

Bianka schüttelte den Kopf.

Dein Talent ist herausragend, Bianka. Das wäre eine wirkliche Verschwendung. Und das sage ich eben nicht nur, weil du meine Schwester bist.“

Wieder schüttelte das Mädchen nur beharrlich den Kopf. „Wie viel Verschwendung von Talent das war, habe ich auf meinem ersten Turnier gesehen. Es war eine erstklassige peinliche Aufführung.“

Benny zuckte mit den Schultern, hatte damals im Nachhinein den Ritt seiner Schwester online angesehen. „Und weiter? Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“ Er musterte sie.

Bianka erwiderte nichts.

Man sagt doch, wenn man den ersten Durchlauf verpatzt, boomt die spätere Kariere umso mehr.“

Bianka legte den Kopf schief, schüttelte ihn dabei leicht. „Nein. Ich lege keinen gesteigerten Wert auf irgendeine Karriere. Ich will nur meine Ruhe vom Turnierleben und einige Durchläufe zum Spaß machen.“

Und warum dann hier? Heimlich. Und niemandem verrätst du davon. Noch nicht einmal mir.“

Unsicher schaute sich Bianka um. „Eben deshalb. Ich will keine Fragen, ich will mich nicht rechtfertigen und will doch nur hin und wieder ein paar Durchläufe machen, um …“

… in Form zu bleiben?“ Benny hob eine Augenbraue. „Um in Form zu bleiben, musst du aber nicht regelmäßig trainieren. Das macht man eigentlich nur, wenn man ernstere Absichten verfolgt.“

Bianka schaute ihren Bruder aufmerksam an. „Sagst du es jemandem?“

Er runzelte die Stirn, stellte sich ahnungslos. „Wovon denn?“

Sie lächelte ihn an. „Danke.“

Benny spielte weiter den Ahnungslosen. „Wofür denn?“

Okay, du kannst jetzt damit aufhören.“ Sie setzte Rush in Bewegung, ritt in Richtung Green Valley an.

Womit denn?“, machte Benny weiter, um seine Schwester zum Lachen zu bringen und folgte ihr.

Ach, Benny“, seufzte Bianka schmunzelnd. „Das hab ich vermisst.“ Sie sah ihn an.

Was denn?“

Diese Zweisamkeit. Das Lachen und Herumalbern mit dir.“

Benny streckte die Hand nach seiner Schwester aus. „Mir auch, Schwesterchen.“ Und damit meinte er jedes Wort vollkommen im Ernst.

Ich hab dich lieb.“

Und ich dich, Bianka.“

*


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Dunkle Geheimnisse (16): Auszug 1

forest

Moon light in darkness autumn forest. Beauty nature background

Ich möchte euch daran erinnern, dass der Text Fehler aufweisen kann, da es nicht die Endfassung ist und die Rechte am Text bei mir liegen!

*

1

Es war Freitagmittag. Ein scheinbar normaler Tag im April. Für Laura und ihre Freundinnen aber nicht ganz, denn nun begannen nicht nur die Ferien, sondern sie hatten die Schule hinter sich.

Die Prüfungen waren geschrieben.

Und Laura musste ehrlich gestehen, dass sie so was von froh darüber war. Der Stress war gegen Ende kaum noch zu ertragen und großzügig hinzu kam auch der Druck, den sie sich selbst gemacht hatte.

Wieder einmal stand einiges an.

Morgen kamen die Reitschüler, die die nächste Woche Reiterurlaub auf Green Valley nahmen. Darunter war diesmal auch ein Mädchen, das man nicht mehr ganz in die Altersklasse eines Kindes stecken konnte. Mit ihren sechzehn Jahren war sie schon eher eine junge Frau. Eher ungewöhnlich, denn der Reiterurlaub fand eigentlich für bis zu dreizehn Jahre alte Kinder statt. Aber wie Lauras Mutter so war, hatte Becky auf Bitte der Eltern hier eine Ausnahme gemacht.

Nächste Woche fand zudem der Abschlussball statt, aber erst am Samstagabend, wenn die Ferienkinder den Hof schon wieder geräumt haben würden. Den Ball hatten Lauras Eltern in Verbindung mit Green Valleys dreijährigen Jubiläum geplant, mit dem auch Lauras Klasse kein Problem hatte. Es hieß sogar, je größer die Fete, desto cooler.

Laura hatte sich noch nicht getraut Benny zu fragen, ob er sie begleiten würde. Immerhin wusste er ja, dass es ihr Abschlussball war und da wartete sie eher auf eine Einladung von ihm. War sie nun zu stolz, um ihn einfach zu fragen? – Gut möglich.

Sahra brachte Mike mit, Bianka kam – vielleicht sogar mit Benny, was erklären würde, warum er Laura noch nicht gefragt hatte – und dann war da noch Robin, aber ihm wollte sie weiter keine Hoffnung durch eine Einladung vermitteln.

Der Reitunterricht, den sie ihm in den letzten Wochen, nachdem der Schnee geschmolzen war, gegeben hatte, hatte gereicht, um ihr vor Augen zu führen, dass er nicht locker lassen würde mit seinen Anmachsprüchen. Da half es auch nicht, wenn Laura deutlich auf Abstand zu ihm ging.

Am kommenden Montag fand endlich der Tag der offenen Tür im Chieminger Tierheim statt, für deren Parade Sahra, Bianka und die Kinder hart und eifrig trainiert hatten. Viele Besucher hatten Nachfragen angestellt und angekündigt, sich schon sehr auf das Event zu freuen.

Am Sonntag kam Sahra zurück.

Für sie waren die nächsten drei Tage besonders anstrengend, denn sie machte ihren abschließenden Kurs im Pferdetraining. Hiermit würde sich für sie entscheiden, ob sie eine qualifizierte Pferdetrainerin werden würde, oder vorerst nicht. Sie stand sehr unter Strom, wie Laura von ihr wusste. Sie war heute Morgen losgefahren und hat schon eine Zwischenmeldung gegeben:

Bin angekommen. Jetzt wünscht mir bloß Glück :/

Natürlich tat Laura nichts anderes. Sie wusste, wie eingehend sich Sahra darauf eingestellt, wie intensiv sie dafür gelernt hatte. Laura hatte kaum Zweifel daran, dass ausgerechnet Sahra die Qualifikation nicht erhalten würde.

Laura saß auf der Terrasse auf einem Stuhl, genoss in Shorts und Top die ersten Sonnenstrahlen und kraulte ihren Border Collie Rüden Bandito, der es sichtlich genoss, dass sich Laura ihm so intensiv widmete.

Laura war nun fast neunzehn Jahre alt, wie sie sich in diesem Moment einmal mehr dachte. Sie hatte gerade ihr Abi fest in der Tasche und einen großen Plan. Ihre Anfragen an Unis, an denen sie Tiermedizin studieren wollte, liefen noch. Dass noch keine Rückmeldung kam, sah Laura mit gemischten Gefühlen.

Sie rückte ihre breite Sonnenbrille zurück auf die Nase und lehnte sich zurück, schaute sich den nun wieder grün blühenden Garten an. Bob hatte sich der Gartenarbeit bereits mühsam zugewandt und so konnte man die Zeit im Garten voll genießen.

Laura hatte die Haare hochgesteckt, nur hier und da lugten ein paar kürzere blonde Strähnen heraus.

Bandito winselte leise, als Laura aufhörte ihn zu streicheln.

Das Mädchen grinste. „Jaja.“ Und schon kraulte sie ihn wieder hinter den Ohren.

Robin und Benny waren mit Lauras Vater, Bob, auf der Ranch zugange am arbeiten. Becky gab im Round Pen vorne einer kleinen Gruppe von Schülern Reitunterricht und Laura genoss die beinahe sturmfreie Bude.

Zumindest noch …

Die Terrassentür ging, aber Laura wandte sich in ihrem Sonnenbad nicht um. Derjenige würde sich schon melden.

Plötzlich wurde ihr von hinten unvermittelt die Sonnenbrille weggerissen und jemand hielt ihr Mund und Augen zu.

Laura japste erschrocken auf. Ihr Herz pumpte angestrengt.

Sie spürte, wie sich jemand ihrem Ohr näherte. „Na, wer bin ich?“

Dann ließ man sie unvermittelt los.

Noch immer vom Adrenalin gepeinigt, sprang Laura auf, wirbelte herum und schlug ihrem Cousin ordentlich auf den Oberarm. „Was fällt dir ein, mich so zu erschrecken?“ Sie riss ihm ihre Sonnenbrille aus der Hand und setzte sie wieder auf.

Sie sah ihm entgegen, wie er sie verhohlen angrinste.

Dann war ihr Ärger verschwunden und sie fiel ihm in die Arme. „Schön, dass ihr da seid.“

So sah das aber gerade eben noch nicht aus“, lachte Jonah.

Wie kannst du so einen derben Scherz auch aus dem Hinterhalt abziehen?“

Er ließ sie los und hielt entwaffnet die Arme in die Höhe. „Ich sah die Gelegenheit. Und nutzte sie. Schuldig im Sinne der Anklage, kleine Cousine.“

Kleine?“ Laura hob eine Augenbraue.

Laura“, vernahm sie hinter Jonah die freudig piepsende Stimme ihrer Cousine Isa, die mit ihren gerade neunzehn gewordenen Jahren, nur wenige Monate älter als Laura war.

Isa.“ Sie kam auf ihre Cousine zu, der sie ebenfalls um den Hals fiel. „Es ist ja wirklich ewig her.“

Ewig nicht, aber zumindest so lange, dass ich dich kaum wiedererkenne, junge Dame.“

Laura ließ von Isa ab und kam auf ihren Onkel Chris zu, der von der Stimme und der flapsigen Art her ihrem eigenen Vater am ähnlichsten war.

Neben ihm stand seine Frau, Helen Bunkma, Jonahs und Isas Mutter.

Laura begrüßte auch ihre Tante freudig.

Ist ja ein richtiges Familientreffen, wie?“, meinte Jonah.

Laura nickte ihm bestätigend zu. „O ja, das wird es. Ihr seid die ersten, die ankamen.

Cool. Freie Platzwahl also noch“, scherzte Christian Bunkma, Bobs Bruder.

So in der Art. Es wird richtig voll, aber noch nicht kommende Woche, da haben wir Ferienkinder zu Besuch, aber dann trudeln auch Onkel Richard und Tante Mareike ein und zwei alte Freundinnen von mir reisen auch an.“

Und das nur wegen deines Abi-Balls“, schüttelte Chris schmunzelnd den Kopf.

Und wegen Green Valleys dreijährigem“, ergänzte Laura. „Was sich alles so ansammelt, wenn man eine große Familie hat.“

Chris nickte. „Und wer zuletzt kommt, muss auf dem Boden schlafen.“

*

Wie sieht’s aktuell aus?

Jay – er hat endlich einen Titel: DUNKLE GEHEIMNISSE.

Der Band befindet sich schon eine Weile in der Warteschlange des Korrektorats. Auf meinen Kanälen (hier – nämlich meinem Blog -, Facebook und meinem Newsletter) werde ich berichten, wenn auch der erhältlich ist. Band 17 DER GEHEIME VEREHRER habe ich soeben fertig geschrieben, was ich zum Anlass nahm endlich einen neuen Blogartikel zu veröffentlichen.

Zur Erscheinung des nächsten Buches werde ich wieder ein signiertes Taschenbuch davon verlosen. Diesmal werde ich mein Gewinnspiel nicht nur auf Facebook veranstalten, sondern auch hier auf meinem Blog (für alle Nicht-Facebooker 😉 ).

Meinen Blog zu abonnieren, macht dann also gleich doppelt Sinn!