Leseprobe #2: VERLOGEN, (Dark Hill Secrets, Teil I)

Ich weiß, ihr wartet schon viel zu lange …

Auf Facebook und Insta habe ich angekündigt, dass ich eventuell noch dieses Wochenende mit der Finalfassung fertig werde. Was das bedeutet? Dass die Veröffentlichung als E-Book danach folgt!!!

Nun ist es der erste Band einer vollkommen neuer Serie und ihr wisst vermutlich noch kaum, worum es darin geht. Darum folgt heute ein weiterer Textauszug. Der vorangegangene könnt ihr mit dem Schlagwort „Dark Hill Secrets“ finden und lesen.

Wenn ihr am Ende des Artikels auf die Kategorie „Dark Hill Secrets“ klickt, findet ihr alle informierenden Blogartikel, die ich zur neuen Serie bereits veröffentlichte.

Klappentext, Cover, ein weiterer Auszug und die VERÖFFENTLICHUNG folgen …

Die Rechte am Text liegen allein bei mir!

*

„Angst?“

„Ja.“ Kathrin betrachtete die Bücher im Regal. „Vor dem Neuen. Vor dem, was uns nun erwartet. Vor dem, auf sich allein gestellt zu sein.“

Nina verstand, was ihre Freundin meinte, senkte den Blick in den Karton vor ihr und betrachtete den Kleinkram darin. „Nein. Es kann nur besser werden. Und du?“

Ihre Freundin nickte. „Doch, ja. Auch wenn meine Mutter und ich quasi verfeindet sind, gab es mir irgendwo Sicherheit. Jetzt bin ich hier. Nur mit einem Schulabschluss in der Tasche, ohne Ausbildung und ohne berufliche Sicherheit. Von heute auf morgen kann alles anders sein. Ja, ich habe Angst, dass ich das nicht schaffe.“

„Wir“, korrigierte Nina. „Es gibt kein du, oder ich. Nur ein wir. Und wir schaffen das, Kathrin.“

Sie lächelte zuversichtlich und räumte weiter die Filmsammlung ein. „Wann holst du Taboo?“

Kathrin seufzte bei dem sehnsüchtigen Gedanken daran, dass sie bald – wie sie es sich immer zutiefst wünschte – mit ihrem schwarzen Friesenhengst Taboo auf einem Hof wohnte. Nicht mehr immer erst zum Stall fahren zu müssen, um ihn zu versorgen, sondern aus dem Haus gehen zu können und ihn bereits auf der Weide stehen zu sehen.

„Erst nächsten Monat. Der Umzug ereignete sich schlagartig und schnell. Für Oktober ist die Boxenpacht schon bezahlt. Aber in vier Wochen zieht er dann endlich hier ein.“ Sie lächelte glücklich. „Ich kann es kaum erwarten. Den Stall muss ich noch vorbereiten. Zumindest eine Box und die Weide. Die sah sowieso ziemlich vergammelt und morsch aus. Da muss ich mich nochmal mit den Vermietern auseinandersetzen, was man da preislich zwecks Aufrüstung machen kann.“

Kathrin und Nina gruben Finns Kugelgrill aus und schmissen ihn an.

Als ihrer beider Freund von der Arbeit kam, war die erste Grillladung bereits fertig.

„Hunger?“, fragte Kathrin und schwenkte die Steakgabel in der Luft.

„Und wie.“

Nina stellte alles raus, was sie benötigten und reichte dann Kathrin auch schon die Pappteller.

Ihnen fehlte es zwar noch an Gartenmobiliar, aber einfach vor dem Haus im Gras zu sitzen und zu grillen, besaß dennoch etwas harmonisch idyllisches.

Sie aßen, quatschten über dies und das und lachten.

So lang, bis es begann zu dämmern.

Grillen zirpten und als es dunkel wurde, vernahmen sie nur noch Geräusche und sahen kaum noch etwas. Aus dem Zimmer hinter ihnen im Haus schien das Licht hinaus.

Die Atmosphäre war ruhig und gemütlich.

„Daran könnte ich mich echt gewöhnen“, meinte Finn.

„Ja, richtig schön hier“, bestätigte Kathrin.

Nina nahm die Ruhe in sich auf und schloss kurz die Augen. Frei sein, loslassen – dachte sie. Und es gelang ihr.

Sie atmete befreit durch und fühlte sich vollkommen unbeschwert.

„Aus dem kleinen Farmgelände kann man richtig was machen“, warf Kathrin in die Stille. „Wie hieß der Hof früher?“

„Dunscher Hof.“ Nina trank einen Schluck ihrer Cola.

„Hm, nein, da muss was anderes her.“

„Du willst dem Hof hier einen Namen geben?“

„Ja, klar. Weiß man, was hier auf dem Hof früher betrieben wurde?“

„Nein, kein Plan“, antwortete Nina.

„Wir wissen bloß das, was uns die Maklerin erzählte. Nämlich, dass der Hof einige Jahre leer stand und an Wert verlor.“

„Weshalb wir ihn für einen erschwinglichen Preis mieten können.“ Nina vollführte eine Geste mit ihrem Glas nach oben von sich weg, um das Anwesen anzudeuten.

„Warum eigentlich?“, fragte Finn, als wüsste jeder direkt was er meinte.

„Was, warum?“

„Warum eigentlich dieser Umzug so schnell?“

Es blieb still. Nina wusste für sich die Antwort – überlegten die anderen über ihr Motiv?

„Es kam ziemlich abrupt die Frage auf, ob wir drei zusammenziehen. Und dann die sofortige Suche nach etwas Passendem.“

„Gegenfrage: Warum hast du denn zugesagt?“, fragte Nina.

Er zuckte mit den Schultern. „Ich fand die Idee cool. Ich bin ja sowieso nächstes Jahr mit meiner Ausbildung fertig und wollte dann ausziehen. Dass das alles durch ein Zusammenziehen beschleunigt wurde, kam mir eigentlich gerade recht. Und ich kann mir Schlimmeres vorstellen, als mit euch beiden unter einem Dach zu hausen.“ Finn schmunzelte und kassierte links und rechts von den beiden Freundinnen einen Hieb.

„Ich habe es zuhause bei meinen Eltern nicht mehr ausgehalten. Aber mir hat die Überwindung gefehlt, auf eigenen Beinen zu stehen, mir etwas zu suchen, wo ich finanziell nicht wirklich sicher dastehe.“

„Wieso nicht sicher?“, meinte Finn. „Du arbeitest doch Vollzeit in diesem Pferdestall.“

„Ja.“ Kathrin verdrehte die Augen. „Aber das ist einfach nur irgendein Job, es gibt nicht mal eine Berufsbezeichnung für die Arbeit dort. Ich brauche mehr Sicherheit.“

Es folgte wieder kurze Stille.

„Und du, Nina?“

Sie atmete ein, überlegte, was sie ihren Freunden sagen sollte.

„Wieso hast du damals gefragt, was wir davon halten würden, zusammenzuziehen?“

Sie umkreiste mit dem Finger den Rand ihres Glases.

Wahrheit oder Lüge?

Wahrheit oder Lüge?, überlegte sie fieberhaft.

„Das kam spontan.“

Sie entschied sich für ein Geheimnis auf ehrlicher Basis. Immerhin stammte die Idee, zusammenzuziehen, von ihr.

„Aber im Ernst jetzt.“ Sie sah in die Runde. „Wir schaffen das, Leute!“

*

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