Leseprobe #1: VERNICHTET UND ZERSTÖRT (Band 18)

Howling Wolf Background

Howling Wolf Dark Background. Full Moon and the Wilderness.

Vor dem Lesen des Auszugs möchte ich euch noch darauf hinweisen, dass das Schreiben gerade erst abgeschlossen wurde, der Text deshalb noch alle Fehler enthält & die Rechte am Auszug allein bei mir liegen!

*

1

Ein Jahr zuvor

Benny saß am Tisch und stierte die Holzplatte gedankenverloren an.

Was Laura wohl gerade tat?

Er wäre am liebsten bei ihr und nicht an diesem Ort. Auch wenn der Mann ihm gegenüber alles tat, um ihm den Aufenthalt – so nannte er es für sich: vorübergehender Aufenthalt – angenehm zu machen, sodass sich Benny heimisch fühlen konnte.

Englisch zu sprechen kam ihm mittlerweile so leicht vor, als hätte er nie etwas anderes getan.

Er war jetzt eine Woche weg von Green Valley.

Schmeckt es dir nicht?“, fragte der Mann.

Benny sah hoch, dann auf seinen Teller und seine Gabel, die er lediglich in der Hand hielt.

Du hast doch bestimmt Hunger. Wir haben viel gearbeitet.“

Der junge Mann nickte.

Mein Vater sagte immer: wer hart arbeitet, muss essen. Denn wer nicht isst, kann nicht arbeiten. Und wer nicht arbeitet, lebt nicht.“

Wieder ein Kopfnicken von Benny. „Dein Vater hat Recht.“ Er begann in seinem Essen zu stochern. „Wo wohnt deine Familie?“

Sie wohnen in einem Reservat in Nordamerika.“

Ziemlich weit weg.“

Der Mann zuckte mit den Schultern.

Meine Frau und mich hat es nach Kanada verschlagen und wir lebten immer sehr glücklich hier.“

Kann ich mir vorstellen, so schön wie es hier ist.“ Benny schaute aus dem Küchenfenster, allerdings war es mittlerweile dunkel.

Am Tage war alles grün. Eine Ranch inmitten der kanadischen Wälder.

Erinnerte ihn ein wenig an Green Valley.

Allerdings war dieser Hof abgeschnitten von der Zivilisation. Strom bekamen sie meist nur über einen Aggregat. An gutes Internet war nicht zu denken und alle TV-Programme bekam man auch nicht rein.

Und doch war es ein wunderschöner Ort.

Das Leben zieht so schnell an uns vorbei, wir müssen jeden Augenblick zu schätzen lernen. Das macht wahres Glück aus.“

Solche Worte kamen meist von ihm. Sie waren nicht daher gesagt, sondern tiefgründig. Benny musste ihm einmal mehr zustimmen.

Er hielt sich zwar hier auf und der Mann ihm gegenüber kannte vielleicht nicht Bennys Geschickte, aber er hatte Ahnung vom Leben, von ihrer Philosophie und deren Umsetzung. Benny spürte, dass er einiges von ihm lernen konnte.

Wir dürfen nicht vergessen, dass nichts Zufall ist – alles hat einen Sinn. Und ebenso kommt alles zu seiner Zeit.“

Benny prägte sich diese Worte ein.

Etwas musste dran sein, denn der Indianer Federwind lebte glücklich auf Mountain Kián und das, obwohl er selbst einige Schläge vom Leben verpasst bekam.

*

Gegenwart

Benny wurde aus seinen Gedanken gerissen.

Und du hockst wieder hier draußen?“ Robin reichte ihm eine Bierdose, die er von drinnen mitgebracht hatte und ließ sich neben ihm nieder.

Ja, weißt doch, eine alte Angewohnheit.“

Ja, ich weiß. Und mich hast du damit auch angesteckt. Es hat etwas nach einem harten Arbeitstag einfach da zu sitzen, mit einem Bier in der Hand und entweder dem Untergang der Sonne zuzusehen, oder im Winter einfach bloß im Schein des Lichts von drinnen da zu sitzen und die Ruhe zu genießen.“

Ganz genau.“ Benny nahm einen Schluck aus der Dose.

Und heute ist erst Montag.“

Nein, der Montag ist fast vorbei. An jedem weiteren Wochentag gibt es weniger Arbeit. Kann also nur besser werden.“

Gut gesagt, Benny.“

Die beiden Männer verstummten, als das Gebüsch raschelte.

Angespannt horchten sie.

Dann trat der Vierbeiner durchs Gebüsch.

Benny sah im Augenwinkel, wie Robin merklich zurückschrak.

Wow“, entkam es seinem Kollegen dann leise.

Der Wolf sah zu ihnen hoch.

Bennys Herz pumpte, als sich im schwachen Licht, welches aus seinem Häuschen raus schien, seine und Crashs Blicke trafen.

Das Glitzern und Funkeln der lebendigen Augen eines wilden Wolfes.

Crash beobachtete sie für einen Bruchteil einer Minute, setzte sich dann hin und sah über den Hof. Er saß dabei so entspannt, dass es den Anschein erweckte, als ob Crash sich zu ihnen gesellte.

Seine Ohren zuckten bei den kleinsten Geräuschen: dem Zirpen von Grillen und dem Surren von Mücken.

Das Tier hob den Kopf und entließ ein Heulen in die stille und dunkle Nacht.

Benny bekam Gänsehaut.

*

Laura taxierte seinen Gang konzentriert.

Es war noch früher Morgen – demnach ruhig, denn alles schlief noch – und zum Glück auch kühl.

Es war Mitte Juli und Laura hatte bereits die Nase voll von der Hitze. Zum verrückt werden war das.

In ihren Arbeitsstiefeln, einer verwaschenen Jeans, einem Top und ihrem Hut stand sie im Round Pen. Den Blick gesenkt, um Rocky Star zu beobachten.

Momentan machte es sich Laura zur Angewohnheit aufzustehen, wenn es gerade dämmerte – meist zwischen vier und fünf Uhr morgens -, dafür ging sie abends aber auch deutlich früher zu Bett.

So früh morgens war es noch kühl. Angenehm den Tag über dahin zu vegetieren bei dieser brütenden Hitze war es nämlich bestimmt nicht.

Die Pferde gefüttert und getränkt, war es nun sechs Uhr früh. Laura hatte einen Kaffee hinter sich und longierte ihren Junghengst.

Mit seinen anderthalb Jahren hatte er eine beachtliche Größe erreicht und war fast so groß wie seine Mutter – Button. Vom Temperament kam er eher nach seinem Vater – Boyly Chance, so viel hatte Laura bereits registriert. Rocky war etwas eigen, nicht immer ganz willig seiner Besitzerin folgsam zu hören, aber mit der Zeit, die sie nun auf Green Valley und unter Pferden täglich lebte, hatte sie dazugelernt – vor allem was den Umgang und das Durchsetzungsvermögen bei sturen Pferden anging.

Der kleine Quarter Horse Hengst wurde noch nicht eingeritten, erlernte lediglich das Bodentraining, welches ihn darauf vorbereitete.

*

Aktuell …

… schreibe ich bereits am Nachfolger von Band 18 (was genau, und in welche Richtung der geht, erfahrt ihr schon seeehr bald), während der genannte Band momentan sein Lektorat durchläuft.

Jepp, es dauert nicht mehr lang 🙂

Und das neue Projekt lässt mir keine Ruhe, also setz ich mich jetzt gleich wieder dran…

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