2. Leseprobe: ZWISCHEN LIEBE UND WAHN (Band 17)

wolf-547203_1920Viel Spaß mit einem weiteren Textschnippsel aus dem neuen Green Valley.

Weiter unten hab ich noch Infos zu aktuellen Preisaktionen und dem Taschenbuch-Dilemma.

Wie immer liegen die Rechte bei mir!

*

Laura suchte nach dem Essen alle Sachen zusammen, die sie für das anstehende Zelten benötigte. Kleidung, Zelt, Schlafsack, Taschenlampe, sonstige Ausrüstung und die Dinge, die man eben noch so brauchte. Zum Schluss war ihr Wanderrucksack voll und das Zelt in seiner eigenen Tasche verstaut.

Sieht aus, als würdest du auswandern.“ Erst jetzt klopfte Benny an die Tür, die angelehnt war.

Nicht mehr lange, und es wird vielleicht tatsächlich der Fall sein.“ Sie nahm ihn in den Arm, während sie an Kanada dachte und die Entfernung, die zwischen ihnen liegen würde.

Benny küsste sie auf die Stirn. „Dann machst du es also?“

Sie seufzte gequält. „Ich bin noch so unsicher.“

Du wirst dich schon richtig entscheiden.“ Er setzte sich auf ihr Bett und begutachtete ihr Gepäck. „Ich hab ziemlich Mist gebaut“, sprach er leise, schaute seine Freundin aber nicht an.

Inwiefern?“

Ich wollte Bianka für ein Barrel Race Turnier anmelden.“

Sie macht doch kein Barrel Race mehr.“

Das stimmt so nicht ganz. Ich hab sie vor einigen Wochen beobachtet, wie sie im Wald trainiert hat. Sie macht es also immer noch, eben nur heimlich.“

Warum das denn?“

Sie will nicht, dass man sie danach fragt und so weiter. Jedenfalls dachte ich, wenn sie ja noch heimlich trainiert, kann die Leidenschaft zu diesem Westernreitsport ja noch nicht ganz erloschen sein, also …“

… hast du sie im guten Glauben angemeldet“, beendete Laura.

Benny nickte. „Sie war sauer und will nicht antreten.“

Ist es das übernächste Woche?“ Natürlich wusste Laura von Bennys anstehendem Turnierplan.

Wieder ein Nicken seinerseits.

Na ja, es war vielleicht nicht die Reaktion, die du dir erwünscht hast, aber du kennst doch Bianka. Die kann noch so wütend sein, morgen ist sie wieder ganz die Alte.“

Er nickte. „Ja, ich weiß.“ Dennoch schien es ihn nicht wirklich aufzumuntern.

Du hättest es lieber gehabt, dass sie auch reitet, stimmt’s?“

Ja.“

Vielleicht kommt das ja wieder.“ Sie stellte sich neben ihn, lehnte sich gegen ihn und strich ihm durch die dunklen Haare.

Meinst du wirklich?“

Sie zuckte mit den Schultern. „Ich möchte zwar nicht meine Hand dafür ins Feuer halten, aber wenn sie nach wie vor trainiert, ist es tatsächlich nicht mehr viel bis zu einem richtigen Turnier. Vielleicht folgt sie deinem Beispiel irgendwann wieder.“

Hm“, machte er, noch immer wenig Trost findend.

Du weißt, dass sie nach wie vor trainiert. Warum schlägst du ihr nicht mal gemeinsames Training vor? Vor allem jetzt, wo du für dein Turnier noch ach so hart üben musst.“ Das Mädchen zwinkerte ihn verschwörerisch an.

Benny sah an ihr hoch. „Gute Idee, Laura.“

Weißt ja, eine meiner genialer Spezialitäten.“ Sie hob und senkte mehrmals die Augenbrauen.

Stimmt.“ Er packte sie an den Armen und zog sie auf seinen Schoß, um sie zu küssen.

Zum Abendessen saßen Bunkmas, Benny und Robin zusammen draußen auf der Terrasse und genossen die abendlichen Geräusche der idyllischen Ranch. Grillen zirpten, vereinzelt zwitscherten noch die Vögel, hier mal ein Pferdewiehern und dort angeregte Gespräche am Tisch.

Robin hatte weiter mit Bennys und Lauras Beziehung kein Problem – zumindest hatte sich der junge Hofarbeiter noch nicht dazu geäußert. Laura wusste nicht, ob sie ihm mittlerweile nicht mehr so wichtig war, immerhin schrieb er nach wie vor noch mit dieser Nina Schiller, die vor Wochen auf Green Valley für Wirbelwind sorgte; oder ob er seine Gefühle nur nicht zeigen wollte. Wie auch immer: Laura bemühte sich darum nicht allzu aufdringlich Bennys und ihr Glück zu präsentieren. War ohnehin komisch, dass ihr Freund auf dem Hof lebte und arbeitete, auf dem sie mit ihren Eltern wohnte.

Von Sahra wussten Bianka und sie mittlerweile auch, dass Sahra heimlich in Robin verliebt war – und das seit dem ersten Tag. Kaum zu fassen, wie lang sie das geheim hielt! Nun aber war Mike in ihrem Leben – mehr oder weniger eben. Sie wusste nicht wohin mit ihren Gefühlen. Dass es zwischen ihr und Mike lief wie immer war erfreulich, aber andererseits auch kompliziert. Laura konnte schon verstehen, dass Sahra nicht wusste, was nun Sache war. Da küsste er ihre Freundin, machte ein paar Bemerkungen und dann war alles wie vorher?

Sie müsste mal offen mit ihm reden, aber sie fand offensichtlich nicht den Mut dazu. Warum sollte auch sie den ersten Schritt machen? Schließlich hatte Mike sie einfach damit überrascht. Aber war das nicht eigentlich schon der erste Schritt und der nächste galt ihr?

Komplizierte Gefühlslage, wie Laura dachte und selbst gut nachempfinden konnte.

Bianka und Jonah hatten anscheinend keinen weiteren Kontakt, nachdem Lauras Cousin mit seiner Familie zurück nach Oregon flog. Auch für Bianka schien es nicht mehr als ein kleiner Sommerflirt.

Ohnehin plante Bennys Schwester momentan ihr zukünftiges Berufsleben, beziehungsweise alles um den anstehenden Lehrgang zur Therapie mit Tieren.

Apropos Berufsleben und Tiere: Sahra hatte momentan kein Pferd zu trainieren, hatte allerdings nach ihrem letzten Klienten, dessen Training sich doch noch ein wenig komplizierter darstellte als anfangs vermutet, weniger Probleme damit.

Sahras Mutter, Carola Düllmen – ihres Zeichen momentan im achten Monat schwanger – hatte beruflich auf dem Düllmenner Hof einige Gänge runter geschaltet und empfahl ihre Tochter alternativ als Pferdetrainerin, da sie momentan immer nur ein Pferd übernahm. Sie tat allerdings ausschließlich Bodenarbeit, da ihr alles andere zu riskant war. Aufs Pferd setzte sie dann Sahra und dirigierte sie. Wie früher in den Sommerferien, wenn Sahra mit den Pferden arbeitete, halfen hier Mutter und Tochter zusammen.

Die Vorbereitungen für den Familiennachwuchs waren bereits fast beendet. Laura hatte stolz von Carola und Sahra die Babyecke im Schlafzimmer der Eltern begutachtet. Ein kleines Bett, eine Wickelkommode, bereits Pampers, Puder und dergleichen hatte seinen Platz gefunden. Fehlte nur noch der Hauptakteur für all das. Aber der Kleine ließ bestimmt nicht mehr lange auf sich warten.

Sahra freute sich ebenfalls riesig auf ihren kleinen Bruder, schließlich hatte sie ja keine Geschwister.

Die Pferdezucht der Düllmens war ja sowieso eher Rudolfs Part auf dem gemeinsamen Hof, so kümmerte er sich um die Pferde nach wie vor.

Der Hof Bennys und Biankas Eltern war ein Gutshof für Tiere. Sie hatten eine eigene Zucht, Susi Schafser war Pferdetrainerin und half ehrenamtlich im Chieminger Tierheim mit, vor allem wenn es um Vermittlungen ging, oder wenn der Tierheimplatz ausgeschöpft war, dann nahmen sie ein paar der Tiere in Pflege und halfen bei deren Vermittlung mit.

Die achtjährige Julia Schafser ging noch ganz normal zur Schule und hatte quasi neben der Schule keine weiteren Verpflichtungen als Freunde zu treffen oder ihrer Mutter hin und wieder mit den Pferden zu helfen. Ganz so den Draht wie ihre pferdenärrischen Geschwister zu den Vierbeinern hatte sie nämlich nicht.

*

Benny schloss die Haustür seines kleinen Häuschen und lief auf der kleinen Veranda zu der Bank, auf der er oft abends noch saß und den Abend ausklingen ließ. Eine alte Gewohnheit, die er auch hier auf Green Valley weiter übernommen hatte.

In diesen Momenten war er dankbar dafür, wie alles kam, dafür dass er mittlerweile ein Leben führte, das er wirklich wollte und glücklich war.

Manchmal saß auch Robin bei ihm und sie unterhielten sich noch über dies und das, aber seit Benny mit Laura zusammen war, kam es kaum noch vor. Benny kannte auch den Grund: Hatte ihm der Typ doch tatsächlich gesagt, dass er mit Laura zusammen war! Benny hatte Robin vor Laura damals nicht verpfiffen, aber ganz vergessen hatte er Robins dreiste Lüge bislang auch nicht.

Ob es ihm nun gefiel, dass Benny und Laura wider seines Versuchs es zu verhindern zusammen gekommen waren, interessierte den jungen Mann nicht weiter.

Laura war mit Bianka und Sahra auf dem Düllmenner Hof. Sie veranstalteten einen ihrer Mädchenabende.

Benny trank einen Schluck aus seiner Coladose und lauschte den abendlichen Geräuschen. Es war bereits halb elf durch und dunkel. Die Sterne ließen sich vereinzelt blicken.

In Robins Haus war kein Licht, im Haupthaus der Bunkmas brannte durch das Küchenfenster noch gedämpftes Licht, wahrscheinlich hatten sie die Zwischentür zum Wohnzimmer auf und schauten dort noch Fern.

Er dachte an das anstehende Turnier, an dem er zusammen mit seiner Schwester teilnehmen wollte. Dann würde er diesmal eben alleine antreten, vielleicht hatte Laura ja Recht und Bianka würde irgendwann wieder ein Turnier reiten.

Seine Schwester hatte sich bei ihm nicht wieder gemeldet. Vermutlich musste sie eine Nacht über ihre Auseinandersetzung schlafen.

Benny plante kurz seinen Trainingsplan. Er musste neben der Arbeit auf dem Hof noch Zeit für sein Training finden. Er hatte zwar das Training nie auf Eis gelegt, aber ohne Training auf einem Turnier zu starten, war auch nicht wirklich effektiv.

Das Gebüsch raschelte, weil der Wind durchfuhr.

Der Wind?

Welcher Wind?, ging es Benny durch den Kopf, als er bemerkte, dass gar keiner ging.

Dann ertönte Gebell. Das kam von Lauras fast anderthalbjährigen Border Collie Bandito. Aber was machte der um diese Uhrzeit draußen? Er war doch normalerweise nachts bei den Bunkmas im Haus. Oder war er irgendwie noch heimlich durch die Tür entwischt?

Jedenfalls ging das Bellen lautstark durch die Nacht, sodass Benny, auch wenn er es nicht gewollte hätte, aufstand und nach dem kleinen Rebell sah.

Robins Tür ging auf, als Benny an dessen Häuschen vorbeiging, dorthin wo das Bellen herkam.

Was ist denn plötzlich los?“, murmelte er müde.

Das ist Bandito.“

Und warum? Das macht er doch sonst nie.“

Benny überlegte noch für sich selbst, als das Bellen nach einem wehleidigen Aufschrei des kleinen Rüden endete.

Was ist jetzt?“

Hast du eine Taschenlampe? Ich geh nachsehen.“

Warte! Ich komme mit.“ Robin verschwand im Haus, dessen Licht zu Benny nach draußen schien.

Kurz bevor Robin wieder draußen war, hörte Benny bereits das Winseln. Und dann kam Bandito im Laufschritt um die Ecke. Er sah Benny und winselte wieder. Doch anstatt zu ihm zu kommen, lief er an ihm vorbei auf die Scheune zu.

Bandito!“, rief Benny ihm nach.

Was ist?“ Robin kam aus dem Haus, betätigte die Taschenlampe und schaute wie Benny in Richtung Scheune lief, er leuchtete dorthin.

Bandito ist einfach an mir vorbei. Er ist so komisch.“

Lass uns nachsehen, Benny.“

Die beiden jungen Männer näherten sich langsam Bandito, der vor der Scheune stand und zu ihnen hinüberschaute.

Hey, Kleiner.“ Benny ging etwa zwei Meter von dem Hund entfernt in die Hocke. „Was ist denn los mit dir, Bandito? Ich bin es doch bloß.“

Warum winselt er denn nur die ganze Zeit?“, flüsterte Robin leise.

Keine Ahnung“, gestand er. Benny kam näher und strich dem schwarz-weißen Border Collie behutsam über den Rücken. „Alles gut, Kleiner. Was hast du denn nur?“

Benny glaubte etwas entdeckt zu haben. „Robin, leuchte mal mit der Taschenlampe neben Bandito auf den Boden.“

Er tat wie geheißen.

Benny sah das Blut an Banditos Pfoten. „Oh Mist!“

Was ist?“, wollte Robin wissen.

Er hat Blut an den Pfoten.“

Meinst du er hat sich verletzt?“

Allerdings. Aber mir kommt da noch ein ganz anderer Gedanke.“

*


Wisst ihr, welchen Gedanken Benny hat? Wenn ja, schreibt’s mal in die Kommentare 😉

Wenn nicht, könnt ihr direkt weiterlesen und euch das E-Book runterladen bei Amazon.

Aktuelles …

Die E-Book-Aktionen zu je 0,99 Euro für Band 4 und 5 der Reihe habe ich um den Januar verlängert. Also noch schnell zuschlagen ehe der Monat rum ist 😉

Desweiteren habe ich mich, wie versprochen, weiter mit einer Lösung beschäftigt, um auch die Taschenbuch-Version auf den Markt zu bringen. Hierfür ist geplant, dass ich Band 17 und 18 in einen Band als Taschenbuch zusammenfassen werde, damit Taschenbuch-Leser nicht noch länger warten müssen.

PS: Momentan liege ich in den letzten Schreibzügen von Band 18 – der länger wird als alle vorherigen Bände der Serie 😉

PPS: Demnächst gibt’s News, wie es nach Band 18 weitergeht mit der Reihe 🙂

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