DER HIMMEL ÜBER GREEN VALLEY (15): Auszug 2

winter-533482_1280Erfahrt heute endlich Neues zum nächsten Band der Serie.

Aber nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen des Auszugs & möchte euch daran erinnern, dass die Rechte am Text bei mir liegen!

*

Scheint so, als würde es doch einen Abi-Ball geben“, murmelte Sahra vor sich hin.

Mhm“, machte Bianka.

Laura sah es den beiden an, sie waren genauso müde und erledigt vom Tag wie sie selbst. Es war Freitagnachmittag. Frühes Aufstehen, Schule, teilweise schon mit den Hausaufgaben begonnen, vereinzelte Aufgaben auf dem Hof bereits übernommen und dann das Treffen ihrer Klasse auf Green Valley, welches sie am Mittwoch, direkt festgelegt hatten.

Anfangs war es mir ziemlich gleichgültig, ob es nun für uns einen Abschlussball gibt oder nicht. Aber jetzt muss ich euch gestehen, wäre ich enttäuscht, wenn er ausfällt.“

Irgendwie schon“, stimmte Laura zu. „Unsere Klassengemeinschaft ist zwar stellenweise recht durchgeknallt, aber im Grunde sind sie doch in Ordnung. Man verbringt den Großteil des Tages mit ihnen in einem Raum und genau das schweißt doch so zusammen.“

Sahra nickte. „Und dann da einen gemeinsamen letzten Abend zu verbringen, hat irgendwas.“

Mag schon sein, aber wie steht’s mit Begleitung?“, warf Bianka ein.

Laura zuckte die Schultern. „Im Notfall gehen wir eben allein hin, was soll’s?“

Du hast leicht Reden. Da draußen wartet ein klasse Typ quasi nur darauf, dass du ihm sagst, dass du noch eine Begleitung suchst.“ Sahra verschränkte die Arme.

Laura wandte das Gesicht ab. Mittlerweile wussten sie alle drei, dass Robin mehr von Laura wollte als nur Freundschaft, auch wenn sich das Mädchen dazu einfach noch nicht hinreißen lassen konnte. Sie mochte ihn, keine Frage, aber musste denn gleich mehr daraus werden?

Laura hatte Sahra damals kurz nach ihrem Gespräch mit Robin, in dem er Sahra gestanden hat, was er für Laura empfand, darauf angesprochen und natürlich wollten sie auch Bianka nicht außen vor lassen.

Es war nun nicht gerade Hauptthema, aber an dieser Stelle überraschte es Laura schon, dass Sahra das wieder zur Sprache brachte.

Machst du es denn?“, hakte Bianka nach.

Was?“, fragte Laura gegen, wusste schon in welche Richtung die Frage ihrer Freundin ging.

Robin fragen.“

Laura schüttelte den Kopf.

Und wenn er fragt?“

Das blonde Mädchen lehnte den Kopf zurück, starrte die Decke an. „Ich denke nicht.“

Warum?“ Bianka lehnte sich interessiert nach vorn.

Da verbringe ich den Abend lieber mit euch.“

Nett, dass du bereits davon ausgehst, dass wir ollen Jungfern allein bleiben. Und wenn Sahra und ich Begleitung finden sollten?“

Laura seufzte. „Dann schau ich weiter, wenn es so weit ist.“

Es wurde kurzzeitig still zwischen ihnen.

Jede hing ihren Gedanken nach: Sahra wurde wieder von einer kurzen Welle der Eifersucht auf Laura erfasst, dass sie Robin quasi noch nicht einmal fragen müsste – wollte sie aber wieder in den Griff bekommen, da auch ihre Freundin es einfach verdient hatte glücklich zu sein.

Bianka dachte an Benny, der mit Laura unter anderen Umständen zum Abschlussball gegangen wäre. Ihre Fragen in Bezug auf Robin waren nur der Einholung von Informationen gedacht. Sie wollte wissen, was wirklich zwischen Laura und Robin war, denn immerhin war Benny ihr Bruder.

Und Lauras Gedanken gingen querbeet. Die Schule heute, die Hausaufgaben, welche sie noch machen musste, das Klassentreffen vorhin, der anstehende Ball und ihr Teil, um den Abi-Ball zum Erfolg zu machen. Sie musste dringend mit ihren Eltern reden. Und dann glitt ihr Gedankengang kurz zu der Frage, was sie an dem Abend anziehen könnte. Aber nur kurz.

Habt ihr schon vom Tierheim Chieming gehört?“, meldete sich Bianka als erste wieder zu Wort.

Was denn?“, hakte Sahra nach.

Es scheint ganz so, als müssten sie schließen.“

Nicht wahr!“

Bianka nickte. „Doch, ich habe es vorhin von meiner Mutter gehört, die arbeitet ja regelmäßig mit ihnen zusammen.“

Und was wird aus den Tieren, die da ihr Zuhause haben?“, wollte Sahra wissen.

Man will versuchen sie in Pflegestellen unter zu bekommen, was allerdings nicht so leicht wird. Die haben ja von Ziegen, über Pferde, einen Esel und den normalen Haustieren alles da. Und wer soll da schon einen Esel in Pflege nehmen?“

Und warum schließt das Tierheim?“

Es fehlt an Geld. Hinten und vorne. Die finanziellen Spenden sind fast gänzlich verschwunden, die materiellen Geschenke sind auch stark zurückgegangen und das einzige was bleibt sind die ehrenamtlichen Tierschützer, die ihre Zeit dafür einsetzen, und die vielen Unkosten.“

Und wann wollen sie schließen?“

Voraussichtlich reicht das Geld noch für diesen und nächsten Monat, danach sind sie vollkommen ausgebrannt.“

Haben die keine Sponsoren, oder andere finanziellen Einkünfte, um die geringen Spenden etwas auszugleichen?“

Nein, keine Sponsoren. Sie bieten Patenschaften an, aber der Beitrag reicht nicht mal ansatzweise, um allein für das Futter zu sorgen, das die Tiere benötigen.“

O je“, seufzte Sahra. „Sieht übel aus.“

Und zwar richtig. Meine Eltern haben sich momentan in der Wolle deswegen. Meine Mutter will den Teil der Tiere bei uns auf dem Hof aufnehmen, die bis dahin keine Pflegestelle gefunden haben – und das werden wohl einige sein. Und mein Vater beschwert sich darüber, weil er die Kosten dafür nicht tragen will.“ Bianka seufzte. „Zum Verzweifeln mit meinem Vater, schließlich haben wir immer mit dem TSV kooperiert, warum jetzt nicht? Wir haben selbst Pflegetiere, die wir zu vermitteln suchen, warum will er nicht noch ein paar mehr aufnehmen?“

Dann machen die also wirklich zu? Endgültig und das steht schon fest?“

Bianka nickte. „Ich fürchte schon.“

Und da kann man nichts machen?“

Bianka seufzte. „Sieht nicht so aus. Es liegt wieder mal alles am lieben Geld. Es fehlt überall und ich wüsste nicht, wie man so schnell an genug Geld kommen könnte, um die Schließung hinauszuzögern beziehungsweise ganz zu verhindern.“

Hm …“, machte Sahra nachdenklich. „Es gibt doch oft so Spendengalas. Meint ihr, man könnte in dieser Richtung etwas organisieren?“

Was denn?“, hakte Laura nach.

Sahra zuckte mit den Schultern. „Dass man einen Tag der offenen Tür macht. Dabei könnte man vielleicht sogar einige Tiere vermitteln. Es wäre Werbung für das Tierheim und Spenden kämen mit Sicherheit auch reichlich rein.“

Und welches Programm soll es da geben?“, fragte Laura weiter.

Zum Beispiel Reiten“, meinte Bianka sofort. „Die haben einige Pferde, die würden sich echt freuen, wenn sie mal was anderes sehen und tun könnten.“

Okay. Reiten, und weiter? Für die Nichtreiter?“

Führung durchs Tierheim, die Tiere werden vorgestellt, man kann sie streicheln, um sich ein Bild von ihnen zu machen und von den Patenschaften erzählen. Man kann doch auch mehrere Patenschaften auf ein Tier setzen, oder? Und auf jeden Fall das finanzielle Problem ansprechen und um Spenden bitten.“ Sahra befand sich plötzlich wieder in einem glühenden Element.

Wenn man solche Veranstaltungen wiederholen würde, könnte dem Tierheim echt geholfen werden“, meinte Bianka, angestachelt von der Idee.

Auf diese Weise können einige Tiere vermittelt, auf die Umstände des Tierheims aufmerksam gemacht und zu Patenschaften aufgerufen werden.“

Und ihr meint, das löst das Problem auch langfristig?“, gab Laura zu bedenken.

Bianka zuckte mit den Schultern. „Und wenn die Schließung auf diese Weise vorerst nur verzögert wird, ist doch schon ein Großteil getan. Bis dahin ist der Rest der Tiere vermittelt oder haben einen Pflegeplatz gefunden.“

Kannst du mit dem Tierheim sprechen, ob sie mitmachen, Bianka?“, fragte Sahra sofort.

Das Mädchen nickte. „Ich hoffe, sie lassen sich drauf ein und halten es nicht für Zeitverschwendung. Wärt ihr denn dann mit dabei?“

Sahra sah Bianka entgeistert an. „Wohin denkst du, wir planen hier gerade, um dich allein damit zu beauftragen. Natürlich helfen wir, du Chaotin.“

Denke ich aber auch. Die Frage hättest du dir wirklich sparen können, Bianka“, sagte auch Laura.

Bianka hob entschuldigend die Hände. „Ich hatte es mir ja schon gedacht, wollte aber trotzdem nochmal fragen, denn gerade jetzt wo der Lernstress fürs Abi ist, haben wir anderes im Kopf, als Tieren dabei zu helfen weiter im Tierheim leben zu dürfen.“

Hey, Mädels.“ Becky streckte den Kopf ins Wohnzimmer.

Hey, Ma.“

Wer hat Hunger von euch?“

Die Mädchen sahen sich gegenseitig abschätzend an.

Da sagen wir nicht Nein.“

Sie erhoben sich und kamen gemeinsam in die Küche.

Bob packte einen Kuchen aus.

Es gibt Kuchen?“ Laura lief das Wasser im Mund zusammen.

Ja, zur Abwechslung ein etwas anderes Abendessen. Wir haben es uns auch mal verdient. Also, wer will?“

Natürlich musste Becky nicht nachzählen, um zu wissen, dass gerade alle Hände in die Luft gingen. Bob sogar beide Hände gespielt unauffällig in die Lüfte erhob.

Schon gut, blöde Frage.“ Sie schnitt den Kuchen an.

Robin verteilte die Teller auf dem Tisch. „Fehlt nur noch gutes Bier.“ Er zwinkerte den Mädchen zu. „Wisst ihr, wo man gutes bekommt?“

Bob sah den jungen Mann teils angewidert, aber auch überrascht an. „Käsekuchen und Bier. Du musst doch wirklich an Geschmacksverirrung leiden.“

Sie ließen es sich alle schmecken und natürlich musste Laura die Chance nutzen und ihre Eltern fragen, wenn sie schon so nett beisammen saßen. „Ma?“

Hm?“

Ich habe gerade einen Anflug eines Deja-vùs“, kommentierte Bob diese Einleitung.

Was würdet ihr eigentlich davon halten, wenn wir … na ja, wenn wir unseren Abi-Ball auf Green Valley veranstalten würden?“

Becky kaute langsam zu Ende, überlegte währenddessen schon und kam noch zu keinem Entschluss.

Bob lehnte sich zu ihr rüber. „Freundlich lächeln und den Kopf schüttelnd“, murmelte er ihr zu, wobei es natürlich wieder im Spaß von ihm daher gesagt war.

Becky schenkte ihm nur einen Blick der Art „Du-mal-wieder“, als sie sich auch schon wieder ihrer Tochter widmete. „Euren Abschlussball?“

Die drei Mädchen nickten mechanisch.

Becky sah sie der Reihe nach an, legte die Gabel bei Seite und stützte vorsichtig ihren Ellbogen auf den Tisch. „Nur aus Neugier: Wie viele seid ihr in eurer Klasse?“

Neunzehn.“

Becky nickte, machte dabei kurzzeitig große Augen. „Und wie viele der Sorte auf die man sich verlassen kann?“

Die Mädchen tauschten einen Blick. Nicht umsonst hatten sie von der Schulleitung eine Absage erhalten.

Etwa die Hälfte“, antwortete Laura wahrheitsgemäß.

Die Hälfte, nun gut, mehr als erwartet, aber … was wird bitteschön die andere Hälfte auf unserem Hof veranstalten? Sich volllaufen lassen, überall herum spucken, trinken bis sie ins Koma fallen?“

Laura wusste nichts zu antworten, denn auch wenn es sich gerade recht krass anhörte, auf so etwas ähnliches mussten sie sich wohl einstellen. Gerade die Jungs würden ordentlich zum Alkohol greifen.

Ich kann sie ja unter meine Fittiche nehmen“, scherzte Robin und kassierte dafür einen leichten Schlag von Bob auf den Hinterkopf.

Du und deine Fittiche, genauso brillant wie du und deine Reitkünste, wie?“

Wir lernen ja noch“, gab er Kontra.

Von wegen, nicht eine Reitstunde hast du bisher genommen junger Mann.“

Das lag ja wohl nicht an mir. Laura hatte bisher noch keine Zeit.“

Bob lehnte einen Arm über Robins Stuhllehne, begriff spätestens in diesem Moment ganz genau, warum Robin darauf bestand, von Laura unterrichtet zu werden und obwohl er etwas anderes sagte, drückte seine Miene aus: Hände weg von meiner Tochter!

Falls du es noch nicht weißt, mein Lieber, deine Arbeitgeber sind beide Reitlehrer, die dich gern unterrichten.“

Robin winkte grinsend ab. „Ach lasst mal. Ich will euch nicht noch mehr Arbeit aufhalsen. Ist noch Kuchen da?“ Er schob seinen Stuhl zurück, damit fiel auch Bobs Arm zwangsläufig von der Lehne, und trug seinen leeren Teller zur Spülmaschine, wo er sich im Anschluss gegen die Küchenarmatur lehnte.

Becky seufzte. „Um auf deine Frage zurückzukommen, Schatz: Können wir darüber nochmal nachdenken?“

Obwohl sie gern sofort eine Antwort bekommen hätte, nickte sie. Was blieb ihr auch anderes übrig?

Nach dem Essen verabschiedeten sich die Mädchen voneinander und Sahra und Bianka fuhren jeweils zu sich nach Hause.

Warum eigentlich, Laura?“

Das Mädchen drehte sich Robin zu, während sie noch an der Haustür stand und den davonfahrenden Autos hinterher sah. Robin hatte sie begleitet, während ihre Eltern drinnen waren.

Wovon sprichst du?“

Warum hattest du noch keine Zeit, mir eine Reitstunde zu geben?“

Sie strich sich eine Strähne hinters Ohr, blickte zwangsläufig auf die weiße Schneedecke, die sie erst letzte Woche mit den eisigen Minustemperaturen bekommen hatten.

Oder willst du gar nicht?“

Doch.“

Aber?“

Sie schwieg.

Robin nickte verstehend. „Schon klar, Laura. Du hast es mir vor zwei Monaten versprochen und noch nichts getan. Einen besseren Korb hättest du mir gar nicht geben können.“ Er ging über den Hof in sein Häuschen.

Laura schaute ihm verdutzt nach. Einen Korb? Waren sie schon so weit, dass er das als einen Korb auffasste? Und er nahm es ihr übel, fasste es persönlich auf.

Sie seufzte. Aber was sollte sie anderes tun, als diesen Kelch an sich vorübergehen zu lassen und den Schneeflocken zuzuschauen, die gerade wieder vom Himmel fielen und etwas Faszinierendes ausstrahlten, in dem Licht, das aus dem Küchenfenster schien.

*

Wie geht’s weiter?

Ich bin endlich mal wieder am Start!

Nachdem ich ein wenig mehr Zeit habe aktuell, nutze ich diese fleißig, um für euch den 15. Band der Green Valley Serie fertigzustellen. Das Korrektorat ist abgeschlossen, das Manuskript liegt bei mir fürs letzte Lesen. Ich weiß – endlich! Auf meinen Kanälen (hier – nämlich meinem Blog -, Facebook und mein Newsletter) werde ich berichten, wenn auch der erhältlich ist.

Wenn ihr über neue Blogartikel benachrichtigt werden wollt, könnt ihr gerne meinen Blog in der rechten Spalte abonnieren.

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