DER HIMMEL ÜBER GREEN VALLEY (15): Auszug 1

winter-533482_1280Erfahrt heute, wie es im nächsten Band weitergeht …

Aber nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen des Auszugs & möchte euch daran erinnern, dass der Text Fehler aufweisen kann, da es nicht die Endfassung ist und die Rechte am Text bei mir liegen!

*

1

Laura lehnte sich zu Bianka, die neben ihr stand. „Wir scheinen alle vollzählig zu sein, was meinst du?“

Diese nickte. „Scheinen alle aus unserer Klasse da zu sein.“

Laura stand zwischen Sahra und Bianka und überblickte das rege Treiben, das normalerweise nur in ihrer Schulklasse herrschte. Wie merkwürdig es sich anfühlte, dass sie an diesem Nachmittag alle auf Green Valley waren – um präziser zu sein: in ihrem Wohnzimmer.

Der Großteil hatte es sich auf der Wohnlandschaft bequem gemacht, für den Rest hatten sie die ganzen Stühle auf dem Hof zusammengesucht.

Das erste außer der Reihe stattfindende Klassentreffen der dreizehnten Klasse fand deshalb im Wohnzimmer Green Valleys statt, weil es an diesem Januartag zu kalt war, um es draußen zu veranstalten und sie eine Menge Platz benötigten, um ihre Klassenkameraden unter zu bekommen. Biankas Vater hatte natürlich prompt nein gesagt und Carola mochte so ein Durcheinander nicht in ihrem momentanen Zustand. Also blieb nur noch Green Valley.

Also“, einer von Lauras Kameraden rieb sich voller Vorfreude die Hände, „planen wir unseren Abi-Ball.“

Was gibt’s zu planen? Solang es Bier gibt, ist alles cool.“

Laura verdrehte gespielt die Augen. Typisch Jungs!

Ganz meine Meinung.“ Robin, ihr Hofarbeiter, kam ins Wohnzimmer, hatte zufällig die Unterhaltung mitangehört. „Wo kann man sich bedienen?“

Laura deutete zur Tür. „Am Türgriff, Robin!“

Er hob beschwichtigend die Hände und zog den Rückzug an.

Der sollte lieber seinen Arbeiten nachkommen, als hier wieder den Clown zu spielen – dachte Laura.

Nein, jetzt mal im Ernst“, meldete sich eine dominierende Stimme zu Wort – Dixie Kerner. „Wir sollten schon ernsthaft planen. Was brauchen wir?“

Bier!“, rief einer der Jungs dazwischen und unterbrach die kleine Schuldiva somit in ihrer Aufzählung, die genervt nach ihm schlug.

Welche Mengen von allem?“

So viel wie geht“, quatschte wieder einer dazwischen. „Bier kann man nie genug haben“, grinste er seinen Freund und Sitznachbarn an.

Wer was besorgt.“

Machen wir.“

Dixie senkte die Hand mit der sie aufgezählt hatte. „Kannst du mal ruhig sein, ich versuche die Sache ernsthaft zu besprechen.“

Wir auch.“

Sie winkte ab. „Und wo genau alles stattfindet.“

Von der Schulleitung haben wir eine Absage bekommen“, meinte Bianka. „Die wollen unsere Klasse beim Abschlussball nicht mal annähernd ans Schulgebäude lassen, wenn Alkohol in Verbindung mit bestimmten Personen im Spiel ist.“ Damit sah sie die dafür verantwortliche Jungengruppe an, die sich schon passend zusammengesetzt hatte.

Na klasse! Und ich dachte da bereits die ganze Zeit an die Turnhalle.“

Bianka schüttelte den Kopf.

Und was nun? Wo sollen wir den Abi-Ball abhalten?“

Ich sehe es schon kommen, wir sind die einzige Klasse, die keinen haben wird“, jammerte eine von Dixies Freundinnen.

So weit wird es nicht kommen.“

Die planenden Mädchen wurden ruhig, überlegten jeder für sich, während die Jungs vor sich hin plappernd alles mögliche taten, aber bestimmt nichts Sinnvolles oder Überlegtes.

Und wenn wir es hier veranstalten würden?“, fragte Dixie einfach.

Laura wurde unvermittelt von dieser Frage überrollt. Warum eigentlich nicht? Und dann kam ihr der Grund. „Aber wir haben keinen beheizten Platz dafür und draußen ist es zu kalt.“

Hier ist so viel Platz. Allein die beiden Gebäude da drüben.“ Dixie deutete durch die Wohnzimmerwand, um die Nebenhäuschen auf dem Hof anzusprechen.

Wovon eins noch unserem Hofarbeiter gehört.“

Und das andere?“ Dixie hob die Augenbraue.

Laura dachte nach. „Da müsste ich mit meinen Eltern drüber sprechen.“

Cool!“, jauchzte Dixie sofort.

Das war keine Zusage“, bremste Laura sie direkt ein.

Ich weiß, aber damit hätten wir immerhin eine echte Chance auf eine Alternative zur Turnhalle.“

Das Mädchen hörte die Eingangstür und wusste, dass es nur ihre Mutter oder ihr Vater sein konnte.

Dixie deutete auf die Tür, hatte es auch gehört. „Sind sie das?“

Ich denke schon.“

Dann frag doch!“

Laura drehte sich seufzend um und ging in die angrenzende Küche, in der ihr Vater Bob stand und sich einen Keks aus der Packung stibitzte. „Wie läuft der erste große Green Valley Kongress?“, zwinkerte er seiner Tochter zu.

Ganz gut. Du, Pa?“

Hm?“

Meinst du, man könnte hier bei uns einen Abschlussball organisieren?“

Bob hielt inne. „Du denkst da nicht zufällig an deinen eigenen?“

Doch.“

Von hier aus zu organisieren dürfte kein Problem sein. Wo soll der denn dann stattfinden?“ Er lehnte sich gegen die Küchenarmatur und schaute seine Tochter schalkhaft an. Er wusste genau was sie meinte.

Laura zog eine genervte Miene. „Das weißt du genau, Pa. Also?“

Er wurde ernst, kratzte sich am Kinn. „Da muss ich mit Becky drüber reden.“

Jetzt?“

Später.“

Wirklich nicht jetzt?“

Ganz wirklich.“

Laura ließ die Luft aus. „Okay.“ Damit ging sie ins Wohnzimmer zu den anderen zurück.

Und?“, flammte Dixie auf.

Noch keine Zusage. Sie wollen drüber reden. Ich sag euch dann, wie die Entscheidung ausfiel.“

Mhm.“ Dixie zog einen Schmollmund.

Ansonsten finden wir bestimmt auch noch andere Möglichkeiten. Wir könnten uns bei Freunden und Bekannten informieren, ob die etwas wüssten“, schlug Sahra vor.

Laura nickte.

Macht es denn da Sinn jetzt irgendetwas zu planen, wo wir noch nichts haben wo wir feiern?“

Klar, Dixie“, meinte Sahra. „Wir finden schon was und planen müssen wir sowieso.“

Ich wäre für einen DJ“, brachte eine von Dixies Freundinnen den ersten Vorschlag vor.

O ja“, schloss sich diese an. „Mit coolem Bass und super Sound.“

Und das Essen?“, fragte einer der Jungs mal zur Abwechslung.

Catering“, warf eins der Mädchen ein.

Aber das wird so teuer.“

Willst du es etwa selbst machen?“

Warum nicht? Wir backen und kochen … Wo ist denn unsere Hauswirtschaftsgruppe?“ Karla zeigte auf die Klassenkameraden, die als Wahlpflichtfach Hauswirtschaftslehre belegt hatten. Unter anderem Bianka. „Die scheinen doch das so gern zu machen. Und so gut wie die Schule im Anschluss immer riecht, machen die das echt klasse. Was meint ihr?“

Bianka und die anderen der Gruppe schauten sich an und nickten sich nach und nach gegenseitig zu.

Cool! Das hätten wir also schon mal geregelt. Überrascht uns mit euren Spezialitäten.“

Und was ist nun mit meinem DJ?“

Darüber können wir noch nachdenken. Schau schon mal nach welchen in unserer Nähe und frag die Preise an, danach reden wir nochmal drüber.“

Wann hatte Karla das Kommando übernommen? – fragte sich Laura gerade.

Was brauchen wir noch?“, fragte diese auch schon wieder, wobei die Frage eher ihr selbst galt, als den anderen.

Eine Location. Immer noch“, meinte Dixie.

Ist in Planung. Alles der Reihe nach, Kleines“, winkte Karla ab.

Programm. Wir brauchen was, das die Stimmung konstant hält.“

Dafür sollte eigentlich der DJ sorgen, wenn nicht, dann taugt er nichts.“

Jetzt gibt’s also doch einen DJ?“, fragte Bianka.

Na ja, vielleicht eben.“

Und wenn nicht?“

Dann brauchen wir was anderes.“

Was?“, ließ Bianka nicht locker.

Karla Bremer zuckte die Schultern. „Such was raus und schlag es vor.“

Aber nix mit euren Gäulen“, warf einer der Jungs ein.

Aber im Grunde ist die Idee mit dem DJ nicht schlecht, oder?“, kam Karla darauf nach genauerem Bedenken zurück.

Sie fand Zustimmung. „Vielleicht sollten wir wirklich in die Richtung denken. Denn der sorgt nicht nur für coole Musik, sondern auch noch für Partystimmung.“

Genial. Dann müssen wir die Planungsbereiche jetzt nur noch unter uns aufteilen. Und es muss jeder helfen, dass das klar ist“, meinte Dixie.

Die Hauswirtschaftsgruppe weiß ja hiermit schon mal für was sie sorgen wird: gutes Essen und Snacks. Sucht was Gutes raus und überrascht uns.“

Du wirst dich um den DJ kümmern, den du vorgeschlagen hast.“

Ich allein?“

Nein, such dir ein paar aus, die dir helfen sollen. Ihr vier, Dixie, Bianka, Laura und Sahra, kümmert euch um die Location. Sollte das mit dem Platz hier hinhauen, wäre das echt der Hammer.“

Mit dem Platz? Green Valley war doch kein Platz – ging es Laura im Kopf umher. Dennoch nickte sie. Karla wusste es als Streber-Fashiongirl nicht besser.

Dann wandte sich Karla seufzend an die Jungs. „Und nun zu euch. Ich hoffe, ich werde es nicht bereuen euch eine Aufgabe aufgetragen zu haben, dessen Versauen dennoch kleine Auswirkungen auf den Abschlussball haben könnte: die Getränke.“

Kein Ding“, grinsten sie sich alle breit ab. „Das kriegen wir hin.“

Hoffentlich. Ihr denkt auch ein wenig an die weibliche Ballpartie?“

Natürlich. An niemand anderen. Wie viel vertragt ihr?“

Karla legte seufzend den Kopf schief. „Danke, aber wir wollen nicht abgefüllt werden, ja?“

Und was wollt ihr dann da?“

Sie sah den Jungen ernsthaft zweifelnd an. „Das ist diesmal kein Spaß. Getränke sind wichtig für ’ne Party. Cocktails, Sekt, Säfte und Wasser falls es jemandem zu viel wird.“

Und Bier!“, kam es von drei der Jungs laut schallend.

Karla winkte ab. „Haben wir jetzt alles?“ Wieder galt die Frage eher ihr selbst, als den Anwesenden. So war sie. Karla war ein absolutes Planungsgenie, nahm es immer selbst in die Hand und hatte ein besseres Gefühl dabei, wenn sie die Aufgaben verteilte und sie stellenweise auch noch für andere übernahm. Laura wusste von Sahra, die mit Karla mal an einem Projekt hatte arbeiten müssen, dass das Mädchen schier verrückt wurde, wenn Sahra mit der Zeit nicht hinterher kam. Zum Schluss hatte sie selbst einen Teil vorgeplant und Sahra somit um die Hälfte der Arbeit erleichtert.

Karla war eine zielstrebige Persönlichkeit, die manchmal etwas arrogant wirkte, was aber auch von ihrem Selbstbewusstsein kommen konnte. Sie war eine Person, die Laura ab und zu wirklich beneidete. Sie war intelligent, hübsch und ein Mensch, mit dem eigentlich jeder auskam, denn trotz allem blieb sie immer auf dem Boden und ließ sich nicht von anderen beeinflussen.

Gut, dann macht mal jeder seinen Job und wir bleiben in Kontakt wegen der einzelnen Planungsbereiche. Fragen?“

Keiner meldete sich zu Wort.

Fein. Die Tagung ist beendet“, meinte sie spaßig zum Schluss und erhob sich schwunghaft. Sie richtete ihren Minirock, den sie trotz der kalten Temperaturen trug und zog sich ihren schwarzen Mantel an.

Nach und nach fuhren die Autos von der Ranch, die sich durch ihre Klassenkameraden angesammelt hatten.

Nur die drei Freundinnen Sahra, Bianka und Laura blieben gemeinsam im Wohnzimmer und ließen sich dann, kaum dass sie alleine waren, auf die Couch plumpsen.

*

Wie geht’s weiter?

Der 15. Band DER HIMMEL ÜBER GREEN VALLEY ist fertig geschrieben und Anfang dieser Woche ins Korrektorat gegangen. Auf meinen Kanälen (hier – nämlich meinem Blog -, Facebook und mein Newsletter) werde ich berichten, wenn auch der erhältlich ist.

Band 16 hat zwar noch keinen Titel, hat aber gestern seine erste Überarbeitung abgeschlossen. Ich bin wieder so voller Ideen und Elaan, dass ich die ersten Sätze zu Band 17, mit dem derzeitigen Titel DER GEHEIME VEREHRER, verfasst habe. Ab Montag tippe ich dann mal wieder einen neuen Green Valley Part 🙂

Der nächste Blogartikel erscheint am 23. September mit einem Hintergrundbericht zu Band 14 AUFBRUCH ZU NEUEN UFERN, der neulich erschienen ist. Wenn ihr darüber benachrichtigt werden wollt, könnt ihr gerne meinen Blog in der rechten Spalte abonnieren.

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