DER WANDERRITT (12): Auszug 5

Der Motorradfahrer (4).jpg

Die Rechte am Text liegen bei mir. Der Text kann Fehler enthalten, darüber bitte hinweglesen, da es nicht die Endfassung ist!

***

„Hört sich nicht schlecht an, Schatz.“

„Ist ja auch meine Idee“, lächelte Becky glücklich. „Ich mach mich gleich dran und schicke Mails an unsere Interessenten raus.“

„Warte mal, Becky. Wir haben nicht mal eine Route.“

„Die werden wir schon noch finden. Allein im Gebirge gibt es eine Menge zu sehen.“ Ihre Augen weiteten sich vor Tatendrang. „Mensch, das wird ja immer besser.“

„Am Ende mietest du ’ne Rakete und bietest einen Blick auf Green Valley vom Mond an.“

Becky stutzte.

Bob hob abwehrend die Hand. „Nichts da! Vergiss unser hungriges Sparschwein nicht.“

Laura schüttelte grinsend den Kopf.

„Vorerst bleibe ich beim Wanderritt, aber die Mond-Tour ist auch eine Überlegung wert.“ Sie zwinkerte ihren Mann an.

Der sah ihr kopfschüttelnd nach bis sie oben verschwunden war. „Das würde ich ihr glatt noch zutrauen.“

Laura nickte. „Ich auch.“

Bobs Blick haftete an einer Stelle. Laura folgte ihm, um in Erfahrung zu bringen, was ihn so stutzen ließ. Aber da war nichts.

„Was hast du denn?“

„Siehst du das?“ Er deutete auf die Küchenarmatur, eine freie Fläche, nichts weiter.

„Nein.“

„Eben. Wo ist die Kaffeedose hin?“

Laura erinnerte sich an die kunstvoll und liebevoll vergoldete Kaffeedose, die Bob und Becky zu ihrer Hochzeit von Tante Mareike und Onkel Richard geschenkt bekamen.

„Vielleicht hat Ma sie woanders hingestellt“, mutmaßte Laura.

„Solange ich sie nicht auf dem Mond wiederfinde, ist alles in Ordnung.“ Bob erhob sich und verließ die Küche, ging ins Wohnzimmer.

Laura blieb allein in der Küche zurück. Sie dachte daran, was sie noch machen könnte. Vielleicht ein wenig mit Buttons Fohlen Rocky Star trainieren? Oder doch ausreiten? Zu Bianka oder Sahra reiten, die Zeit gemeinsam totschlagen?

„Bandit!“

Laura wollte gerade aufstehen und zu ihrem Vater, als auch schon die Wohnzimmertür aufging und ihr frecher Border Collie Welpe in die Küche gerannt kam.

Laura sah ihm nach, wie er seine Runde drehte und vor der geschlossenen Haustür anhalten musste. „Was hast du denn nur wieder angestellt?“

„Sieh dir an, was dein Hund schon wieder gemacht hat!“

Das Mädchen sah die zerkauten und sabbernd nassen Gartenschuhe ihres Vaters in dessen Händen und wusste genau, was für eine Standpauke folgen würde.

„So geht das nicht weiter, Laura! Dieser Hund ist mittlerweile gute vier Monate alt und hört so gut wie die Leute im Altersheim.“

Das Mädchen nickte.

Bob deutete auf sie. „Das machst du jedes Mal, aber es ändert sich einfach nichts.“

„Was soll ich tun, Pa? Er hört, wenn man ihm etwas sagt, seine Kommandos kann er und zuverlässig ist Bandito auch. Bestimmt ist das nur so eine Phase.“

Zerknirscht hob Bob seine zerfledderten Schuhe. „Sehr zuverlässig“, meinte er nur.

„Er kann nur eben nicht allein sein.“

„Kann er schon. Sehr gut sogar, wie man an meinen Schuhen sieht. Er sucht sich dann immer eigene Beschäftigungen. Nicht ganz zu unserer Zufriedenheit, aber einfallslos ist dein Bandit wirklich nicht.“

„Er wird sich bessern, wenn er etwas älter ist.“

Bob dachte angestrengt nach. „Wie lange sagst du uns das nun schon? Stimmt, seit du ihn hast, also zwei Monate. Wie alt muss er denn noch werden bis er kapiert, dass er nichts kaputt machen darf?“

Laura kam gar nicht dazu zum Protest anzusetzen.

„Nein, Laura! Das haben wir wirklich lang genug mitgemacht. Er darf von nun an nicht mehr ins Haus!“

„Was?“

„Mach nicht so, als hättest du nicht verstanden. Nimm deinen Hund und bring ihn raus!“

„Aber er ist noch so klein.“

„Schau ihn dir an. Er ist mittlerweile alles andere, aber nicht mehr klein.“

„Aber Bandito ist so süß, das kannst du ihm nicht antun.“

„Momentan finde ich ihn so süß wie meine vollgesabberten Schuhe.“

Laura wusste nichts mehr zu sagen.

***

Nächste Woche gibt’s keinen Auszug, sondern einen Artikel der Kategorie „Buchhintergründe“.

ERSCHEINUNG Band 12: Dezember 2016/Januar 2017
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