DER WANDERRITT (12): Auszug 1

Der Motorradfahrer.jpgDie Rechte am Text liegen allein bei mir!

Bitte über Fehler hinweglesen, da das Manuskript derzeit in Überarbeitung ist und es sich hier nicht um die Endfassung handelt!

***

1

„Und, wie findet ihr es?“ Stolz präsentierte Bob sein Werk, an dem er tagelang hart und ausdauernd gearbeitet hatte.

Becky und Laura standen nebeneinander, betrachteten den Unterstand für die Pferde auf der Weide und konnten anscheinend beide nicht in Worte fassen, was sie empfanden.

Bob wurde unruhig. „Man gab euch einen Mund zum Reden“, erklärte er ihnen im nervösen Singsang, was seine Tochter und seine Frau zum Lachen brachte.

„Ehrlich, Pa, du weißt doch, dass du handwerklich geschickt bist.“

Ihr Vater verdrehte spaßeshalber die Augen. „Trotzdem hört man es immer wieder gern und es schadet auch nicht, so etwas hin und wieder mal zu betonen.“ Er tippte seiner Tochter auf die Nase.

Becky lachte, kam einen Schritt vor und rüttelte am Unterstand, den Bob für die Pferde auf der Weide gebaut hatte. „Ich finde ihn sehr gelungen.“

Laura sah sich den Unterstand an. Er bestand aus vier Eckpunkten, die jeweils von in die Luft ragenden Säulen gestützt wurden. Das hübsche Dach rundete alles ab. Der Unterstand war sehr geräumig und bot gut Platz für mindestens die Hälfte ihrer Pferde. Für den Anfang nicht schlecht.

Ein Motor bewegte sich auf den Hof zu.

Die drei wandten sich um.

Biankas blauer alter VW Polo 6N aus dem Baujahr 1999 näherte sich. Noch immer war es für Laura unverständlich, wie Bianka ihren Vater zu einem Auto überreden konnte – vor allem auch, weil Benny bis zu seinem einundzwanzigsten Lebensjahr keins von ihm bekommen hatte. Warum also seine Schwester Bianka direkt mit achtzehn?

„Wow. Cooler Unterstand.“ Bianka kam auf sie zugelaufen.

„Dankeschön“, meinte Bob stolz und verschränkte den Hals reckend die Arme vor der Brust.

„Ehrlich, Bob, du bist so ein Spinner“, lachte Becky und stieß ihren Mann leicht in die Seite.

Laura und Bianka warfen sich einen Blick zu, mussten sich beide das Lachen verkneifen.

„Was habt ihr denn heute noch vor?“, fragte Becky beiläufig.

Bianka stemmte die Hände auf die Hüften. „Genau aus dem Grund bin ich hier. Ich dachte, dass Laura, Sahra und ich was gemeinsam machen könnten.“

Laura schaute auf ihre Uhr. „Eigentlich ja gern. Aber ich hab einen Termin, den ich nicht verpassen darf.“

„Ich verstehe.“ Bianka nickte, denn sie wusste von diesem überaus wichtigen Termin, hatte ihn wohl nur gerade für einen kleinen Augenblick vergessen.

„Ich bin dann mal weg.“ Und schon bewegte sich Laura von der Weide zum Wohnhaus, vor dem seit wenigen Tagen noch ein zweites Auto stand. Neben dem Ford Mondeo ihrer Eltern nämlich noch ihr eigener ganzer Stolz. Lang hatte sie dafür gespart, und dort stand er nun in all seiner Pracht. Na ja, vielleicht war es ein wenig übertrieben von Pracht zu sprechen, denn es war schließlich nur ein roter VW Lupo aus dem Jahr 1998, aber es war ihr eigenes Auto. Denn nun hatte sie ihr so lang herbeigesehntes achtzehntes Lebensjahr erreicht.

Laura schwang sich in ihr Auto und startete den 60 PS Motor. Das Mädchen winkte Bianka und ihren Eltern zu und fuhr dann vom Hof.

Auf dem Anliegerweg kam sie sogar noch an Sahra vorbei, die gerade nach Hause kam, wobei Laura beim Anblick des Autos, das nicht Sahras alter VW Passat war, wieder an die Situation vor ein paar Wochen denken musste. Man hatte Sahras Auto vollkommen demoliert und zu einem einzigen Schrotthaufen gemacht, den sie auf dem Düllmenner Hof versteckt hatten, damit es Fremden nicht auffiel, was sich dort über einen ganzen Tag hinweg abgespielt hatte. Sahra wurde dabei verletzt, konnte aber nicht sofort ins Krankenhaus gebracht werden, was alles nicht gerade verbessert hatte.

Zumindest hatte sie einen gleichwertigen Wagen erstattet bekommen. Der blaue VW Passat B3 aus dem Jahr 1993 wich einem silbernen Opel Astra F aus dem Jahr 1995, natürlich wieder ein Kombi.

Laura hatte beide Fenster offen und ließ den Wind ihre Haare zerzausen, während sie das Radio laut stellte und diesen sonnig warmen Julitag genoss.

Es waren Sommerferien und es stand eine Menge an: Sahra hatte wieder alle Hände voll zu tun, ihren Kursplan unter einen Hut zu bekommen, damit ihre Zukunft als Pferdetrainerin Gestalt annehmen konnte. Bianka würde auf dem Gutshof ihrer Eltern aushelfen und sich somit nebenher etwas dazuverdienen und auch Laura würde nicht tatenlos herumsitzen, denn ihre Aufgabe für die Sommerferien fuhr sie gerade an.

***

Nächste Woche gibt’s hier den nächsten Auszug.

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ERSCHEINUNG Band 12: Dezember 2016/Januar 2017
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