VERHÄNGNISVOLLER BESUCH (11): Textauszug 2

Der Motorradfahrer (1).jpgJetzt hat es doch eine ganze Weile gedauert bis endlich der zweite Auszug aus VERHÄNGNISVOLLER BESUCH erschienen ist. Trotzdem hoffe ich, dass er euch gefällt 🙂

Die Rechte am Text liegen bei mir.

Das Manuskript befindet sich im Korrektorat, daher bitte über Fehler hinweglesen!

***

Das blonde Mädchen band sich ihre Bluse um die Hüfte und schwang sich federnd in den Sattel. Dieser Juni hatte es wettermäßig wirklich in sich. Es war heiß. Die Sonne stach regelrecht auf sie ein.

Zur Abkühlung hatte Laura Button mit dem Wasserschlauch abgespritzt, natürlich nicht nur sie, Rocky Star war mit von der Partie. Und als der kleine Quarter Horse Hengst seinen Spaß an der Sache fand, wollte auch der kleine Border Collie Welpe wissen, ob er daran Gefallen finden könnte.

Als Laura ihn mit dem Wasserstrahl erwischte, wich er zurück, rannte um die Ecke des Stalls und schüttelte sich wild. Damit hatte das Mädchen das Erste gefunden, was dem Kleinen nicht gefiel.

Minuten später kam er um die Ecke, beobachtete das Treiben der beiden Pferde vorsichtig aus einiger Entfernung und traute sich nur langsam wieder auf sie zuzukommen.

Laura machte ihre Hand nass und spritzte Bandito entgegen. Der Welpe wich zurück, mit weit aufgerissenen Augen stand er wie erstarrt da und wusste nichts damit anzufangen. Nach einigen Sekunden schien er es als nicht schlimm definiert zu haben, denn er wurde schon wieder lebhafter. Er blieb bei Laura und den Pferden stehen, wollte aber von dem Wasserschlauch nichts wissen, zumindest nicht in der Menge, wie er es beim ersten Mal abbekam. Seither spritzte das Mädchen nur noch spärlich nach ihm, was ihm sichtlich besser behagte. Das kühle Nass brachte neuen Schwung in ihn und schon bald tobte er in großen Bögen auf dem Hof umher.

Nun ritt sie in den Round Pen, hatte ihre Ruhe, denn Becky und Bob waren einkaufen. So nutzte sie die Zeit, das Alleinsein mit ihrer Button und schritt in die Mitte der Rundfläche.

Heute Morgen hatte sie komischerweise mit einem Mal Lust auf Reining bekommen. Ihr Onkel Richard hatte ihr vergangenen Sommer bei ihrem Urlaubsaufenthalt auf seiner North Hill Ranch einige Übungen gezeigt. Nun wollte sie es spaßeshalber mal mit Button ausprobieren.

Sie begann mit dem Rückwärtsrichten, was ganz gut funktionierte, wenn auch nicht so schnell und geübt, wie beim erfahrenen Reining-Pferd – wie Richards Dunkelfuchs Black Star.

Schließlich erinnerte sie sich noch ans Roll Back, angaloppieren, bremsen, hundertachtzig Grad Drehung und wieder angaloppieren. Dafür benötigte sie allerdings mehr Platz, weshalb sie den Round Pen auch schon wieder verließ. Mitten auf dem Hof, der genügend Fläche bot, machte sie sich breit. Sie trabte zum Wohnhaus, drehte, sah vor sich auf ihre Strecke, auf die Weide, die bis in den Horizont reichte und dann vom Chiemgauer Gebirge abgelöst wurde.

Sie ließ Button angaloppieren, nahm die Hälfte der Strecke, bremste, lenkte ihre Stute um die hundertachtzig Grad, was bei der Quarter Horse Stute nicht ganz so schnell ging – um ehrlich zu sein, dachte Laura anfangs, dass Button nicht begreifen würde, was ihre Besitzerin von ihr wollte. Und dann setzte sie sich doch langsam in Bewegung. Laura lobte sie kräftig und umschloss den langen Hals ihrer Stute, spürte das weiche und von der Sonne erhitzte Fell, roch den typischen Pferdeduft und wurde plötzlich von einem Glück durchfahren, welches sie schon eine ganze Weile nicht mehr verspürt hatte.

Sie nahm die Zügel auf, gab dem Pferd die Hilfe und ließ Button wieder im Galopp nach vorne schießen, wobei sie kurz vor dem Weidegatter zum Stehen kamen.

Laura rieb Buttons Hals und lächelte überglücklich. Sie hätte nicht geglaubt, dass sie das so reibungslos und gut zustande bringen konnten. Und doch machte es einen Riesenspaß mit Button zusammen mal etwas vollkommen Neues auszuprobieren. Etwas von dem sie beide gleich wenig Ahnung hatten. Quasi ein ganz neues Abenteuer.

Das blonde Mädchen grübelte weiter, überlegte, welche Übungen ihr Onkel ihr noch beigebracht hatte, doch es wollte ihr keine mehr einfallen. Keine bis auf den nicht in bester Erinnerung gebliebenen Spin, der war ihr nämlich sogar als allererstes eingefallen.

Schließlich wollte sie es doch nochmal probieren, denn auch Button war noch nicht geübt und somit würde es mit Sicherheit nicht so enden, wie damals auf Black Star.

Laura nahm eine gute Haltung auf der Stute ein, atmete durch und lenkte ihre Stute dann mit Zügel- und Fersenhilfe nach rechts.

Button drehte sich brav, blieb dann aber stehen, wusste nicht, was es bedeutete, dass ihre junge Besitzerin nicht den Druck der Zügel wegnahm, weshalb sie auch noch zwei Schritte machte.

„Gutes Mädchen“, lobte Laura und nahm den Druck noch immer nicht weg.

Button machte weitere Schritte, hatte fast eine ganze Drehung geschafft.

Laura schmunzelte. Nein, das war definitiv nicht so wie vor fast einem Jahr bei ihrem Onkel, als sich der Reining-Champion Black Star in einer halsbrecherischen Geschwindigkeit um sich selbst drehte und Laura dabei ganz schwindelig geworden war.

***

Nächste Woche erscheint der dritte Auszug hier auf meinem Blog. Ich hoffe, dass ihr dann wieder mit dabei seid. Noch ein schönes Wochenende für euch alle 😉

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