GREEN VALLEY SERIE: Ein wenig Tierpsychologie

„Es grenzte an ein Wunder, dass sie trotz allem nicht aggressiv und bösartig war, sondern Laura mit ihrer Dankbarkeit überhäufte.“

(Ein Zitat aus Band 7, ABGRÜNDE DER VERGANGENHEIT, in Bezug auf Buttons Vorgeschichte)

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Quelle: pixabay.com

In diesem Artikel werde ich nicht in die Komplexität der tierischen Psyche abtauchen, sondern lediglich anhand eines lebenden Beispiels zeigen, wie Tiere trotz traumatischer Vergangenheit bereit sein können darüber hinaus wieder Vertrauen fassen zu können – und was das Besondere an diesem Vertrauen ist.

Meine Erfahrung

Genau darum wird es sich größtenteils handeln: Meine Erfahrungen. Was ziemlich wenig Menschen von mir wissen: Ursprünglich wollte ich einmal Hundetrainerin werden. Ich setze mein „Wissen“ allerdings nur privat, Freunden und Bekannten gegenüber ein.

Man weiß als erfahrener Hundebesitzer (oder allgemein als Tierbesitzer), dass man die Freundschaft von diesen sensiblen und meist intellektuell unterschätzten Tieren nur durch Ruhe, Geduld und Gefühl gewinnen kann.

Als ich damals Band 7 meiner Jugendromanreihe schrieb, ABGRÜNDE DER VERGANGENHEIT, wurde mir erst bei der Überarbeitung des Textes bewusst, dass ich unbewusst einen meiner Hunde als Vorlage gewählt habe. Komisch, nicht?

Mein Buffalo

Jep, jetzt wird es mal ein wenig persönlicher – die beste und eine der seltenen Gelegenheiten mir mal etwas Privates zu entlocken 🙂

Zu Buffalo: Nein, es ist kein Pseudonym, so heißt mein Rüde wirklich. Er ist ein Border Collie Mix mit dem Farbschlag Red-Tricolour (Foto weiter unten). Eine absolut treue, verschmuste und anhängliche Seele. Ich übertreibe nicht: Er würde für mich durchs Feuer gehen.

Buffalo kommt ursprünglich aus dem Ausland. Ich bin nebenbei ja auch noch ehrenamtlich im Tierschutz tätig – stellenweise auch als Vermittlungshilfe für auswärtige Tierschutzvereine. Einer der (schwierig) zu vermittelnden Schützlinge war Buffalo. Er hatte anfangs noch eine Lebensfrist von 4 Wochen. Trotz aller Bemühungen verstrich Woche um Woche und schließlich brach die letzte an und der Knirps hatte noch immer keine Hoffnung auf ein schönes Zuhause – geschweige denn zu leben.

Sein Hintergrund: Um zu verstehen, warum seine Vermittlung so ziemlich unmöglich war, gilt zu beachten, wie sein damaliger gesundheitlicher und psychischer Zustand war und was ihm widerfuhr. Seine Vergangenheit möchte ich an dieser Stelle nicht erläutern, weil sie definitiv nichts für schwache Nerven ist.

Anti-Trauma Training

Um ehrlich zu sein, hatte ich wenig Hoffnung aus Buffalo wieder einen psychisch gesunden Hund machen zu können. Ein Hund, der anfangs vor mir weggelaufen ist, der Angst vor allen Geräuschen hatte (wirklich vor allen, so alltäglich und leise sie auch waren), vor Menschen und Tieren panische Angst hatte und wegrannte, auf seiner Pflegestelle gemobbt und dadurch bedingt ein zurückhaltender ohne Selbstbewusstsein lebender Hund war, der Angst hatte zu schlafen, weil er dann die Augen schließen musste. Ein Hund, der sich in eine Ecke verzog, um seine Umgebung im Auge zu haben, und sich nicht traute eine gemütliche Position einzunehmen, denn er wusste ja nicht, dass es nun keinen Grund mehr zur abrupten Flucht gab.

Das Training dauerte lang und war ständig mit Rückschlägen verbunden, aber es hat sich alles gelohnt, denn heute ist er selbstbewusst, hat weder Angst vor Menschen noch Tieren, kann auch mal ziemlich herrisch werden und ja, auch mal ungehorsam. Kaum zu glauben, dass es tatsächlich derselbe Hund ist. Aber wie war das möglich, wo seine Vergangenheit, sein Zustand so schlimm und labil war?

Die Antwort habe ich weiter oben bereits genannt: mit Ruhe, Geduld und Gefühl. Wir sind alle Schritte gemeinsam gegangen, ich hab ihn nie irgendwo irgendetwas allein machen lassen, weshalb er an Vertrauen mir gegenüber gewann. Er lebt ohne Panikattacken und ist ein loyaler Hund.

Die einzigen Makel, die ihm noch geblieben sind (aber wer weiß, vielleicht werde ich ihm auch irgendwann noch darüber hinweg helfen können):

  • Er träumt noch immer schlecht, wacht aber nicht mehr panisch auf, sondern hat gelernt, dass die Vergangenheit wirklich vorbei ist.
  • Er mag es überhaupt nicht, wenn plötzlich wildfremde Menschen in „seinem“ Haus stehen. Er knurrt und bellt – mehr allerdings nicht.
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Ist er nicht süß – mein Buffalo?

Buffalo & Button

Zurück zum anfänglichen Zitat: In diesem Sinne haben die beiden eine große Gemeinsamkeit. Es ist also durchaus nicht übertrieben, dass Button eine vollkommen liebe Stute ist – das wollte ich mit diesem Blogartikel, der mal total aus der Reihe schlägt, aufzeigen und klarstellen. Denn auch Laura gewann Buttons Liebe und ihr Vertrauen. So wie ich die von meinem Buffalo. Es ist also definitiv nicht unmöglich!

Zurück zu meinen Büchern

Mit dem Scheiben komme ich momentan super voran. Band 10 mit dem Titel HINTER DEM HORIZONT habe ich Anfang Mai beendet und erst einmal zur Seite gelegt, damit mein Schreibfluss direkt in Band 11 (noch titellos) weiterfließen kann. Da bin ich jetzt schon im 5. Kapitel angekommen – ihr seht, es läuft 😉

Nächste Woche gibt es nicht wie gewohnt wieder einen Textauszug aus meinem aktuellen Projekt, sondern zur Erscheinung der neuen Version von FEUER UND WASSER und RUF DER ZEIT wird es einen zweiteiligen Blogbericht über meinen Wüstenroman der Kategorien „Buchhintergründe“ und „Leseproben“ geben. Es wird also nächste Woche, am 28.05., einen Textauszug aus RUF DER ZEIT geben.

Schaut doch vorbei!

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