VERSPROCHEN IST VERSPROCHEN (9): Textausschnitt 5

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Quelle: pixabay.com

Schön, dass Ihr wieder auf Green Valley vorbeischaut. Mal sehen, wie es bei den Bunkmas und den Schafsers weitergeht.

Die Rechte am Text liegen bei mir!

***

*

Bianka war hin und weg von den Welpen. Die fielen ihr nämlich direkt auf, als sie zuhause ankam. Susi kümmerte sich um sie, das hieß, sie fütterte sie gerade mit der Flasche.

Doc Friedhelm Streichinger war dabei und sah zu, dass alles reibungslos funktionierte.

Sie erfuhr, dass Laura sie gefunden und gebracht hatte und noch einiges mehr …

„Wo schlafen sie?“, platzte es aus ihr heraus.

Susi stellte die Milchflasche weg, der Doc war mittlerweile gegangen. Mutter und Tochter waren alleine im Hundehaus. „Ich denke doch hier.“

„Aber die sind noch so klein. Die können doch nicht allein im Hundehaus schlafen. Nachts wird es doch auch noch kühl.“

„Hast du eine bessere Idee?“

„Ich könnte sie in mein Zimmer mitnehmen.“

Susanne schüttelte den Kopf. „Nein, die kommen nicht ins Haus.“

„Was? Du willst sie tatsächlich allein hier draußen lassen? Und wenn mal was sein sollte? Die sind so klein, bei denen kann immer etwas Unvorhergesehenes sein.“

Susanne lächelte. „Deine Bearbeitungsmethode ist einmalig.“

Bianka hielt dem prüfenden Blick ihrer Mutter stand.

„Also gut. Aber nur solange sie noch so klein sind.“

„Abgemacht.“ Bianka lächelte glücklich. „Ich gebe ihnen alle paar Stunden die Flasche und kümmere mich auch ansonsten darum, dass es den Kleinen gut geht.“ Sie sah in die aufgeweckte Runde. „Haben sie schon Namen?“

„Klar. In wenigen Stunden bekomme ich die ganze Arbeit und passende Namen unter einen Hut“, sagte sie mit triefender Ironie.

„Gut, dann werde ich mich darum auch kümmern. Die können nämlich nicht namenlos bleiben, dafür sind sie viel zu putzig.“ Sie strich jedem einzelnen über das kuschelig noch weiche Babyfell. „Die sind so hübsch. Sind es reinrassige Border Collies?“

„Weiß ich nicht. Aber es scheint ganz so.“

Bianka nickte.

*

„Laura?“

„Ja, aber sag das besser nicht zu laut, Susi.“ Laura kam vorhin auf Green Valley an, hatte Button und Rocky versorgt, auf die Weide gestellt und war sofort ins Haus geeilt, um Susanne anzurufen. „Was machen die Welpen?“, kam sie auf den Brennpunkt.

Susi seufzte. „Friedhelm ist gerade gegangen. Er hat die Kleinen untersucht und keine gesundheitlichen Schäden festgestellt.“

„Das ist doch gut.“

„Das schon. Aber er hat auch meine Annahme bestätigt. Die Welpen sind erst knappe drei Wochen alt. Wir haben kein Muttertier hier. Weißt du was das bedeutet?“

„Dass sie mit der Flasche großgezogen werden müssen“, antwortete Laura reflexartig.

„Genau das.“ Susanne seufzte erneut. „Das wird wieder Ärger geben.“

Laura musste gar nicht fragen, sie konnte sich bereits denken, dass sie Frank damit meinte. Er würde sich mal wieder über sie und ihre Familie ärgern. „Und wie wäre es, wenn ich die Welpen übernehmen würde. Ich hab Zeit und …“

„Das weiß ich zu schätzen, Laura, aber das bedeutet eine Menge Arbeit und Verantwortung.“

„Ich hab Ferien. Da bleibt mir eine Menge Zeit und wegen der Arbeit: Meine Eltern und Benny würden bestimmt helfen.“

„Nein, nein, Laura“, lächelte Biankas Mutter. „Die Kleinen bleiben hier. Es war ganz gut, dass du sie hergebracht hast. Durch sie hab ich jetzt auch ein wenig Ablenkung.“

Bestimmt meinte sie Ablenkung von Frank, dachte sich Laura sofort. „Und was wird jetzt aus ihnen?“

„Die Hunde bleiben hier, egal was Frank sagt. Wir werden versuchen sie mit drei Monaten zu vermitteln. Wie üblich bei unseren Fundtieren. Bei Jungtieren ist die Vermittlung im Grunde kein Problem. Jeder will ein Baby, nur auf den erwachsenen Tieren bleibt man meist sitzen.“

Laura nickte, wohl wissend, dass Susi es nicht sehen konnte. „Trotzdem, wenn du Hilfe brauchst, sag einfach Bescheid. Wir können den Wurf auch aufteilen, dann kümmert ihr euch um zwei Welpen und wir uns um drei Welpen.“

„Besser wäre es, wenn sie zusammen bleiben.“

Das konnte Laura verstehen. „Ich will nur nicht, dass ihr glaubt, dass ich sie einfach bei euch abschieben wollte.“

„Das glaubt keiner, Laura. Wie kommst du darauf?“

„Frank hat es vorhin gesagt.“

„Quatsch. Das hat er im Ärger gesagt. Sogar Frank wird mir bei der Aufzucht der Kleinen helfen, einfach weil er keine Ungerechtigkeit mag und Tiere selbst liebt.“

„Na dann“, sagte Laura einfach.

„Tut mir leid, dass er sich vorhin so aufgeführt hat. Ich weiß selbst nicht, was in ihn gefahren ist. Ich werde nachher nochmal mit ihm sprechen.“

„Lass das lieber. Vergessen wir das einfach. Nicht, dass es noch mehr Streit gibt.“

„Wegen den Welpen halte ich dich auf dem Laufenden. Bis dann, Laura“, meinte Susi einfach und überging Lauras Bitte.

„Ja, bis dann.“

Susanne legte auf.

Laura hatte noch das Telefon in der Hand, schaute es an, schüttelte den Kopf und legte es auf den Tisch zurück. Sie ließ sich auf die Couch fallen und seufzte laut und lang. Was für ein Tag.

„Hört sich nach einem üblen Tag an.“ Bob schob die Tür auf. „Alles okay?“

Laura setzte sich auf. „Ich hab heute Hundewelpen gefunden.“

„Soso, einfach so. Wusste gar nicht, dass die schon im Frühjahr von den Bäumen fallen“, scherzte er und ging währenddessen die Post durch.

„Ich meine es ernst, Pa.“

Er sah seine Tochter an. „Ich auch. Bekanntlich wachsen die nämlich gar nicht an Bäumen.“

Laura seufzte. Diesmal war Bobs Humor nicht sonderlich gut.

„Ui.“ Er setzte sich neben sie. „Hast ja ziemlich miese Laune.“

Laura stand auf. „Nö. Aber noch Arbeit.“ Damit ging sie aus dem Wohnzimmer.

***

Nächsten Samstag, den 14.05., erscheint an dieser Stelle der letzte Auszug aus VERSPROCHEN IST VERSPROCHEN, denn ich bin guter Dinge, dass der Band noch in der kommenden Woche erscheint. Wenn Ihr wissen wollt, wann genau, meldet Euch doch zu meinem Newsletter an.

ERSCHEINUNG: Mai 2016
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