VERSPROCHEN IST VERSPROCHEN (9): Textausschnitt 2

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Quelle: pexels.com

Cool! Heute schon mein dritter Auszug, der zweite aus dem neuen Buch. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen. Mal schauen, wie es weitergeht 😉

Mal wieder die Fehler ignorieren, weil das Manuskript erst die erste Überarbeitung durchlaufen hat – gut, das erste Kapitel ist mittlerweile auch schon durch die zweite gegangen.
Wie bekannt liegen die Rechte am Text ganz allein bei mir!

***

Laura stieg über Äste, wich Dornen aus und durchkämmte einen mittelhohen Busch. Nur um dann das zu sehen.

Das blonde Mädchen starrte irritiert darauf, sah wie es sich wand und Geräusche von sich gab.

Sie war noch etwa einen Meter entfernt, kniete sich nieder und beobachtete diesen Stoffsack, wie er sich dort bewegte. Sie wollte nur ungern den Sack öffnen und plötzlich Bekanntschaft mit einer Natter machen, die sich ein schattiges Plätzchen gesucht hat.

Aber diese Geräusche kamen nicht von einer Schlange. Sie nahm allen Mut zusammen und griff nach einem Stock, der um sie herumlag, damit wollte sie das Band, das den Sack verschloss, lösen. Doch der erschrockene Insasse gebärdete sich fürchterlich, weshalb Laura alle Angst vergaß, den Stock einfach hinlegte und den Sack öffnete.

Sie schluckte, als sie sah wer sich im Sack befand. Für Sekundenbruchteile war sie erstarrt, dachte an einen schlechten Traum der sie vollends einnahm. Aber das hier war die Realität. Und die konnte manchmal grausam sein. So grausam, dass es Tierschutzhöfe wie den Gutshof gab, oder eben so grausame Menschen die so etwas taten.

Hunde. Besser gesagt Welpen. Nichts anderes befand sich in diesem Sack. Fünf schnuckelige Welpen die winselten und Laura wehleidig anschauten. Alle hatten sie schwarz-weißes, wuscheliges und mittellanges Fell.

Laura streckte die Hand nach ihnen aus, strich jedem einzelnen über das kuschelig warme Fell und spürte deren Vorsichtig, aber stellenweise auch diese Sicherheit, die sie vereinzelt an die Kleinen vermittelte.

„Wie kann man euch Süßen nur einfach hier aussetzen?“ Laura schaute sich um. Von der Zufahrtsstraße sah man von hier aus nichts. Was wäre nur aus ihnen passiert, wenn Laura an diesem Morgen nicht zufällig hier entlang geritten wäre? Dann wären sie nie gefunden worden, wären leichte Beute für Waldtiere geworden, wie diesen Wolf, der im Chiemgau zu sein schien, sich aber nicht mehr blicken ließ, oder aber sie wären hier verhungert und verdurstet. Langsam und elendig.

Laura erhob sich, wollte diesen Gedanken von sich weisen und den Welpen helfen. Sie nahm den Sack behutsam in die Arme und trug ihn zurück, wobei sie wieder die Hecke durchgehen und über Äste und Dornen klettern musste.

Button drehte sich zu ihr herum, streckte neugierig den Kopf nach oben, die Ohren dem Mädchen zugewandt. Dann erst bemerkte sie, was ihre Besitzerin mitbrachte. Die Fuchsstute schnaubte und kam einen Schritt vor, schnüffelte vorsichtig und ausgiebig am Sack. Dann öffnete Laura ihn behutsam und ließ das Pferd einen Blick hineinwerfen.

Rocky, der hinter seiner Mutti stand, kam nun auch hervor, steckte seinen kleinen Kopf kess und etwas zu tief in den Sack, so dass er ihn direkt wieder herausnahm, sich kräftig schüttelte und gegen seine Mutter stolperte, die in seine Richtung schnaubte.

„Tja, Kleiner. Man soll ja nicht zu neugierig sein. Nimm dir ein Beispiel an deiner Mama: Erst riechen, dann genauer hinsehen.“ Sie fuhr Rocky Star einmal über den Rücken und sah zwischen dem Sack und Button hin und her. Irgendwie musste sie den Leinensack transportieren. Aber wie?

Kurzerhand band sie ihn mit dem Band, welches ihn bis vor fünf Minuten noch verschlossen hat, an den Sattelknauf und ließ ihn am Sattel herunterbaumeln. Laura prüfte den sicheren Halt und als sie damit zufrieden war, nahm sie die Stricke von Button und Rocky und führte sie zurück.

Wobei sie auf den Feldweg einbog, der zum Gutshof führte. Die Kleinen mussten unbedingt zu Susanne. Sie würde sich um alles weitere kümmern.

Laura hörte das gleichmäßige Knarren des Ledersattels und blickte immer wieder über die Schulter zurück, um den Sack zu beäugen. Nur ungern wollte sie, dass die Welpen samt Sack zu Boden fielen und sich möglicherweise ernsthaft verletzten.

Eine Dreiviertelstunde war sie unterwegs bis sie endlich das Hoftor passierte und Susanne abpasste, als sie gerade aus dem Stall kam.

„Laura! Wie geht’s dir? Bianka ist nicht da. Sie ist bei euch und übt mal wieder mit Benny.“

Laura nickte. Davon wusste sie bereits von Benny. „Ich wollte auch eigentlich zu dir.“ Sie ließ Buttons Zügel fallen und widmete sich dem Lösen des Sacks vom Sattel.

„Zu mir?“ Susanne war überrascht.

„Ja. Ich habe die hier nämlich gefunden.“ Vorsichtig ließ sie den Sack zu Boden und öffnete ihn. „Und da hab ich direkt an dich gedacht.“

Susi schaute hinein, hielt sich mit einer Hand schockiert den Mund zu und schüttelte den Kopf. „So hast du die gefunden?“ Susi kniete sich hin und öffnete den Sack ganz, damit sie die Kleinen streicheln konnte.

„Ja. Vor knapp einer Stunde. Einfach hinter Büschen abgestellt.“

„Das sind ganz junge Border Collies. Reinrassig, wie es mir scheint.“ Susanne öffnete das Maul von einem der Welpen. „Noch keine drei Monate. Aber das hab ich bei der Größe auch nicht erwartet. Ich schätze, dass sie gerade mal vier Wochen alt sind.“ Sie nahm die Hand aus dem Sack und schaute stirnrunzelnd in die Runde der Kleinen. „Es war gut, dass du gekommen bist. Die brauchen unbedingt …“

„Was ist hier los?“ Frank kam zügigen Schrittes auf sie beide zu.

Susanne erhob sich. „Schau dir an, was Laura unterwegs gefunden hat.“

„Das interessiert mich nicht. Ich will, dass du den Hof verlässt!“, wies er Laura scharf an.

Diese starrte ihn erschrocken an. „Aber …“

„Kein Aber. Du verschwindest von hier. Sofort!“

***

Die Fortsetzung gibt es nächsten Samstag, den 16.04., hier auf meinem Blog. Auf Wiederlesen 😉

ERSCHEINUNG: Mai/Juni 2016
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