ALTES UND NEUES (8): Textausschnitt 1

a9c8398dcb03aa201a24c97f4b076462.jpgHeute starte ich mal ein völlig neues Projekt auf meinem Blog. Und bedanken für diese ganz wunderbare Idee möchte ich mich bei der einmaligen Annika Bühnemann. Sie ist nicht nur ein super toller Coach, sondern auch noch jemand dem nie die Ideen ausgehen.
Momentan gibt es etwa einmal im Monat einen neuen Blogartikel von mir mit News. Das soll sich ab heute ändern, weil ich wöchentlich (geplant ist jeden Samstag) einen Textauszug auf meinem Blog von meinem derzeit laufenden Projekt stellen werde: Heute ist es Band 8 der Green Valley Serie mit dem Titel ALTES UND NEUES.

Bitte großzügig über die Fehler hinweglesen, denn der Ausschnitt ist noch unkorrigiert!
Die Rechte am Text liegen ausschließlich bei mir!

***

1

Unruhig wälzte sich Laura in ihrem Bett hin und her.
Es war mitten in der Nacht, alles dunkel und alles still. Bis auf ihr entnervtes Seufzen. Warum konnte sie nur nicht schlafen? Das blonde Mädchen fuhr sich durchs Gesicht und setzte sich aufrecht hin. Natürlich kannte sie den Grund. Es war wegen Button. Die Fuchsstute stand seit fünf Wochen nachts im Stall, um sich an die Umgebung zu gewöhnen. Und seit knapp zwei Wochen füllten sich ihre Euter. Es musste also bald soweit sein, dass Button fohlte.
Laura lief zum Fenster, sah in die Nacht hinaus und blickte auf die Silhouetten des Schnees, der sie seit zwei Tagen heimsuchte. Es war Anfang Januar. Ein merkwürdiges Gefühl, wie Laura fand. Das neue Jahr war immer so ungewohnt und irgendwie fremd. Doch wie die Jahre zuvor würde sie sich auch dieses Jahr irgendwann damit abgefunden haben.
Sie war hin- und hergerissen. Kurzerhand schnappte sie sich ihre Jeans, schlüpfte in ein Sweatshirt und schlich sich aus ihrem Zimmer. Ihre Eltern sollten von ihrem besorgten Nachtausflug nichts mitbekommen. Unten an der Haustür zog sie sich ihre Jacke und die Stiefel an, griff nach der Taschenlampe nur unweit und sperrte vorsichtig die Tür auf.
Die kalte Winterluft ergriff sie schnell. Doch daran wollte sie jetzt nicht denken. Laura zog den Schlüssel ab und nahm ihn mit. Sie sperrte den Stall auf und zog das schwere Tor langsam auf. Allerdings waren ihre Bemühungen leise zu sein sinnlos, da das Tor für ordentlich Krach sorgte. Hinter sich zog sie es wieder zu.
Das Mädchen leuchtete mit der Taschenlampe hinein, fand den Lichtschalter, knipste ihn an und entspannte sich sichtlich, als sie die Quarter Horse Stute in ihrer Box stehend entdeckte. Ein Lächeln überkam sie.
Sie zog das Stalltor hinter sich zu, hoffte währenddessen, dass ihre Eltern und Benny nicht wach geworden waren und ging an die ersuchte Box.
Buttons Fell glänzte feucht.
Laura legte die Taschenlampe zur Seite, entriegelte die Box und trat ein. „Hey, Süße“, sprach sie besorgt und streckte die Hände nach ihr aus.
Button peitschte unruhig mit dem Schweif hin und her und tänzelte nervös in ihrer Box herum.
Das blonde Mädchen wusste sehr wohl, was all das zu bedeuten hatte. Es war so weit.
Ob es nun eine Ahnung, oder tatsächlich purer Zufall war, irgendetwas hatte sie in den Stall gezogen.
Das Stalltor ging erneut vorsichtig auf.
Laura sah erschrocken aus der Box und erkannte Benny, der verschlafen ein paar Schritte auf sie zu kam. Er trug Jogginghose, eine Jacke und seine Stiefel – ein ziemlich ungewohntes Bild.
„Ist was? Ich hab das Tor gehört.“
Sie schüttelte den Kopf. „Nein, ich wollte nur nach Button sehen. Aber schau sie dir mal an. Ich hab zwar keine Erfahrung mit Fohlengeburten, aber das was ich darüber gelesen hab, stimmt mit Buttons Verhalten überein.“
Benny nickte verstehend, kam näher und sah in die Box. „Hm.“ Er schaute die Fuchsstute prüfend an, fuhr ihr beruhigend über die Stirn. „Sieht ganz so aus.“
„Ich hol meine Eltern.“ Sie wollte aus der Box laufen, wurde aber von Benny festgehalten.
„Lass das lieber.“
„Aber sie müssen doch kommen.“
Er schüttelte den Kopf. „Nein, und besser wäre es, wenn auch du wieder ins Haus gehen würdest.“
„Was? Nein, ich werde hier bleiben.“
„Button braucht so viel Ruhe, wie nur irgend möglich. Ich bleibe bei ihr.“
Laura verstand. „Ich bleibe trotzdem hier.“ Sie sahen beide zu Button, die aufgeregt schnaubte. „Soll ich den Tierarzt anrufen?“
Benny schüttelte den Kopf. „Ist nicht nötig.“
„Und falls doch etwas …“
„Laura!“ Er nahm sie an den Armen und sah ihr in die Augen. „Beruhige dich! Es ist alles okay.“
Sie sah ihn an, schluckte und nickte.
„Ich war schon bei einigen Fohlengeburten anwesend. Und bislang haben wir nur zweimal einen Tierarzt dazuholen müssen.“
Laura wollte Benny vertrauen. Schließlich war er derjenige mit der Erfahrung.
„Wir verhalten uns ganz ruhig, damit Button sich voll und ganz auf die Geburt einstimmen kann.“
Laura nickte aufgeregt. Sie sollte einfach zuschauen, wie sich Button abmühte, Schmerzen litt und nun zu Anfang ganz aufgeregt am schwitzen war.
Sie folgte Benny, der sich an der Boxenwand, links von ihm die Boxentür, im Stroh niederließ. Sie setzte sich neben ihn, beobachtete ihre Stute und wünschte sich nichts sehnlicher in diesem Augenblick, als dass alles gut gehen möge.
Das Mädchen spielte mit ihren Händen und wollte sich ihre Aufregung nicht lediglich nur nicht anmerken lassen, sondern sie wirklich verschwinden lassen.
„Button ist nicht das erste Pferd, das ein Fohlen bekommt.“
„Ich weiß.“ Sie seufzte noch immer angespannt. „Es ist glaube ich auch weniger die Angst, dass es Komplikationen gibt, sondern mehr die Vorfreude.“
Benny lehnte sich zurück. „Kann ich verstehen.“
Laura beobachtete das nervöse Treiben ihrer Stute. Button stampfte laut mit dem Huf und drehte ihren Hals, um zu ihrem Bauch zu sehen.
„Ihre Fruchtblase müsste bald platzen.“
Laura schluckte. „Wie lange dauert so eine Geburt?“
Benny zuckte mit den Schultern. „Unterschiedlich. Im Durchschnitt etwa zwei Stunden.“
„Ist sie nicht eigentlich einen Monat zu früh mit der Geburt dran?“
„Tja, daran kann man nichts ändern. Man sagt, dass das Fohlen den Tag der Geburt aussucht und die Stute die Stunde.“
„Stimmt das?“
Wieder zuckte er mit den Schultern. „Das ist so eine alte Weisheit, aber irgendwie scheint es doch zu stimmen. Denn fast alle Fohlen kommen nachts zur Welt. Wenn alles ruhig ist, fühlt sich die Stute am wohlsten.“
„Kann es problematisch werden? Ich meine, weil das Kleine zu früh dran ist.“
„Der Termin wurde glaube ich im Februar geschätzt, nicht?“
Laura nickte. „Sie ist jetzt um die dreihundert Tage trächtig.“
„Da sollte eigentlich alles gut gehen. Unter dem dreihundertsten Tag ist es sehr wahrscheinlich, dass …“ Benny verstummte, als er Lauras Gesichtsausdruck bemerkte.
„Eigentlich?“, hakte sie nach.
„Na, ganz sicher kann man sich nie sein.“

***

Der Band erscheint am 01. April!
Der nächste Ausschnitt folgt nächsten Samstag:)

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