„Hinter goldenen Gittern – Ich wurde im Harem geboren“ von Choga Regina Egbeme

Obwohl die Recherchen für „Feuer und Wasser“ abgeschlossen sind und der Roman selbst schon erschienen, lässt mich das Grundthema an sich einfach nicht zur Ruhe kommen. Zwangsheirat und die fehlende und/oder unterdrückte Emanzipation der Frauen.

Die Biografie von Choga Regina Egbeme, Tochter einer deutschen, die durch eine Heirat in ein afrikanisches Harem geraten ist. Die ältere Schwester von Choga blieb währenddessen allerdings in Deutschland, genauer gesagt in Bayern, am Chiemsee. Sie ging in das Klosterinternat auf der Fraueninsel.
Choga kommt in Afrika zur Welt und wächst behütet im Harem auf. Lange, detailiert, aber fesselnd erzählt sie von ihrer Kindheit und Jugend. Doch dann kommt es, wie es kommen muss: Ihr Vater verheiratet sie ohne Rücksicht auf Verluste mit einem 30 Jahre älteren Mann. Sofort musste ich dabei an meine Protagonistin Zahra denken, die ebenfalls einfach verheiratet wird.
Anfangs bleibt das Buch aber eher in der Vorgeschichte. Wie Chogas Mutter, eine Deutsche, überhaupt dazu kam, die 33. Frau eines reichen Nigerianers zu werden. Genau aus dem Grund hatte ich erst so meine Schwierigkeiten in das Buch, die Geschichte einsteigen zu können. Alles aus der Perspektive ihrer Tochter. Diese wurde nur 27 Jahre alt und starb 2003. Sie hinterließ einen Sohn von ihrem ‚Mann‘.
Obwohl das Buch anfangs einige Stellen aufgeworfen hat, die weniger interessant waren, hat mich das Buch dennoch nach und nach gefesselt. Ich musste einfach wissen, wie das weitere Leben dieser Frau verlief, die gegen Ende ihres kurzen Lebens so viel für andere Menschen und ihren Sohn getan hat.
Während meinen Recherchen für und um meinen Roman habe ich es mit vielen tiefgehenden Frauen zu tun gehabt, die ganz unterschiedlich auf ihre arrangiertenund geplanten Ehen reagiert haben und deren Zukunft sich deshalb auch drastisch veränderte. Choga ist eine dieser Frauen. Allerdings habe ich von ihr erst nach Beendigung des Romans gehört, was mich aber nicht davon aufgehalten hat, mal in die Biografie hinein zu schauen.
Neben Choga gibt es aber noch eine Frau, deren Geschicht einfach zu lebendig und andauernd ist, um sie sofort wieder zu vergessen. Während der Recherchen für den bereits oben genannten Roman habe ich mir ein Interview mit ihr angesehen. Doch vor Kurzem habe ich gesehen, dass sie auch Bücher herausgebracht hat. Natürlich habe ich es mir bestelt und heute erhalten:) Auch mit ihr werde ich mich in der nächsten Zeit noch ein wenig beschäftigen. Um wen es dabei geht? – Lasst es Euch nicht entgehen, denn das Leben dieser Frau ist mitreißend, gefährlich, noch andauernd und fesselnd zugleich!

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