Dunkle Geheimnisse (16): Auszug 1

forest

Moon light in darkness autumn forest. Beauty nature background

Ich möchte euch daran erinnern, dass der Text Fehler aufweisen kann, da es nicht die Endfassung ist und die Rechte am Text bei mir liegen!

*

1

Es war Freitagmittag. Ein scheinbar normaler Tag im April. Für Laura und ihre Freundinnen aber nicht ganz, denn nun begannen nicht nur die Ferien, sondern sie hatten die Schule hinter sich.

Die Prüfungen waren geschrieben.

Und Laura musste ehrlich gestehen, dass sie so was von froh darüber war. Der Stress war gegen Ende kaum noch zu ertragen und großzügig hinzu kam auch der Druck, den sie sich selbst gemacht hatte.

Wieder einmal stand einiges an.

Morgen kamen die Reitschüler, die die nächste Woche Reiterurlaub auf Green Valley nahmen. Darunter war diesmal auch ein Mädchen, das man nicht mehr ganz in die Altersklasse eines Kindes stecken konnte. Mit ihren sechzehn Jahren war sie schon eher eine junge Frau. Eher ungewöhnlich, denn der Reiterurlaub fand eigentlich für bis zu dreizehn Jahre alte Kinder statt. Aber wie Lauras Mutter so war, hatte Becky auf Bitte der Eltern hier eine Ausnahme gemacht.

Nächste Woche fand zudem der Abschlussball statt, aber erst am Samstagabend, wenn die Ferienkinder den Hof schon wieder geräumt haben würden. Den Ball hatten Lauras Eltern in Verbindung mit Green Valleys dreijährigen Jubiläum geplant, mit dem auch Lauras Klasse kein Problem hatte. Es hieß sogar, je größer die Fete, desto cooler.

Laura hatte sich noch nicht getraut Benny zu fragen, ob er sie begleiten würde. Immerhin wusste er ja, dass es ihr Abschlussball war und da wartete sie eher auf eine Einladung von ihm. War sie nun zu stolz, um ihn einfach zu fragen? – Gut möglich.

Sahra brachte Mike mit, Bianka kam – vielleicht sogar mit Benny, was erklären würde, warum er Laura noch nicht gefragt hatte – und dann war da noch Robin, aber ihm wollte sie weiter keine Hoffnung durch eine Einladung vermitteln.

Der Reitunterricht, den sie ihm in den letzten Wochen, nachdem der Schnee geschmolzen war, gegeben hatte, hatte gereicht, um ihr vor Augen zu führen, dass er nicht locker lassen würde mit seinen Anmachsprüchen. Da half es auch nicht, wenn Laura deutlich auf Abstand zu ihm ging.

Am kommenden Montag fand endlich der Tag der offenen Tür im Chieminger Tierheim statt, für deren Parade Sahra, Bianka und die Kinder hart und eifrig trainiert hatten. Viele Besucher hatten Nachfragen angestellt und angekündigt, sich schon sehr auf das Event zu freuen.

Am Sonntag kam Sahra zurück.

Für sie waren die nächsten drei Tage besonders anstrengend, denn sie machte ihren abschließenden Kurs im Pferdetraining. Hiermit würde sich für sie entscheiden, ob sie eine qualifizierte Pferdetrainerin werden würde, oder vorerst nicht. Sie stand sehr unter Strom, wie Laura von ihr wusste. Sie war heute Morgen losgefahren und hat schon eine Zwischenmeldung gegeben:

Bin angekommen. Jetzt wünscht mir bloß Glück :/

Natürlich tat Laura nichts anderes. Sie wusste, wie eingehend sich Sahra darauf eingestellt, wie intensiv sie dafür gelernt hatte. Laura hatte kaum Zweifel daran, dass ausgerechnet Sahra die Qualifikation nicht erhalten würde.

Laura saß auf der Terrasse auf einem Stuhl, genoss in Shorts und Top die ersten Sonnenstrahlen und kraulte ihren Border Collie Rüden Bandito, der es sichtlich genoss, dass sich Laura ihm so intensiv widmete.

Laura war nun fast neunzehn Jahre alt, wie sie sich in diesem Moment einmal mehr dachte. Sie hatte gerade ihr Abi fest in der Tasche und einen großen Plan. Ihre Anfragen an Unis, an denen sie Tiermedizin studieren wollte, liefen noch. Dass noch keine Rückmeldung kam, sah Laura mit gemischten Gefühlen.

Sie rückte ihre breite Sonnenbrille zurück auf die Nase und lehnte sich zurück, schaute sich den nun wieder grün blühenden Garten an. Bob hatte sich der Gartenarbeit bereits mühsam zugewandt und so konnte man die Zeit im Garten voll genießen.

Laura hatte die Haare hochgesteckt, nur hier und da lugten ein paar kürzere blonde Strähnen heraus.

Bandito winselte leise, als Laura aufhörte ihn zu streicheln.

Das Mädchen grinste. „Jaja.“ Und schon kraulte sie ihn wieder hinter den Ohren.

Robin und Benny waren mit Lauras Vater, Bob, auf der Ranch zugange am arbeiten. Becky gab im Round Pen vorne einer kleinen Gruppe von Schülern Reitunterricht und Laura genoss die beinahe sturmfreie Bude.

Zumindest noch …

Die Terrassentür ging, aber Laura wandte sich in ihrem Sonnenbad nicht um. Derjenige würde sich schon melden.

Plötzlich wurde ihr von hinten unvermittelt die Sonnenbrille weggerissen und jemand hielt ihr Mund und Augen zu.

Laura japste erschrocken auf. Ihr Herz pumpte angestrengt.

Sie spürte, wie sich jemand ihrem Ohr näherte. „Na, wer bin ich?“

Dann ließ man sie unvermittelt los.

Noch immer vom Adrenalin gepeinigt, sprang Laura auf, wirbelte herum und schlug ihrem Cousin ordentlich auf den Oberarm. „Was fällt dir ein, mich so zu erschrecken?“ Sie riss ihm ihre Sonnenbrille aus der Hand und setzte sie wieder auf.

Sie sah ihm entgegen, wie er sie verhohlen angrinste.

Dann war ihr Ärger verschwunden und sie fiel ihm in die Arme. „Schön, dass ihr da seid.“

So sah das aber gerade eben noch nicht aus“, lachte Jonah.

Wie kannst du so einen derben Scherz auch aus dem Hinterhalt abziehen?“

Er ließ sie los und hielt entwaffnet die Arme in die Höhe. „Ich sah die Gelegenheit. Und nutzte sie. Schuldig im Sinne der Anklage, kleine Cousine.“

Kleine?“ Laura hob eine Augenbraue.

Laura“, vernahm sie hinter Jonah die freudig piepsende Stimme ihrer Cousine Isa, die mit ihren gerade neunzehn gewordenen Jahren, nur wenige Monate älter als Laura war.

Isa.“ Sie kam auf ihre Cousine zu, der sie ebenfalls um den Hals fiel. „Es ist ja wirklich ewig her.“

Ewig nicht, aber zumindest so lange, dass ich dich kaum wiedererkenne, junge Dame.“

Laura ließ von Isa ab und kam auf ihren Onkel Chris zu, der von der Stimme und der flapsigen Art her ihrem eigenen Vater am ähnlichsten war.

Neben ihm stand seine Frau, Helen Bunkma, Jonahs und Isas Mutter.

Laura begrüßte auch ihre Tante freudig.

Ist ja ein richtiges Familientreffen, wie?“, meinte Jonah.

Laura nickte ihm bestätigend zu. „O ja, das wird es. Ihr seid die ersten, die ankamen.

Cool. Freie Platzwahl also noch“, scherzte Christian Bunkma, Bobs Bruder.

So in der Art. Es wird richtig voll, aber noch nicht kommende Woche, da haben wir Ferienkinder zu Besuch, aber dann trudeln auch Onkel Richard und Tante Mareike ein und zwei alte Freundinnen von mir reisen auch an.“

Und das nur wegen deines Abi-Balls“, schüttelte Chris schmunzelnd den Kopf.

Und wegen Green Valleys dreijährigem“, ergänzte Laura. „Was sich alles so ansammelt, wenn man eine große Familie hat.“

Chris nickte. „Und wer zuletzt kommt, muss auf dem Boden schlafen.“

*

Wie sieht’s aktuell aus?

Jay – er hat endlich einen Titel: DUNKLE GEHEIMNISSE.

Der Band befindet sich schon eine Weile in der Warteschlange des Korrektorats. Auf meinen Kanälen (hier – nämlich meinem Blog -, Facebook und meinem Newsletter) werde ich berichten, wenn auch der erhältlich ist. Band 17 DER GEHEIME VEREHRER habe ich soeben fertig geschrieben, was ich zum Anlass nahm endlich einen neuen Blogartikel zu veröffentlichen.

Zur Erscheinung des nächsten Buches werde ich wieder ein signiertes Taschenbuch davon verlosen. Diesmal werde ich mein Gewinnspiel nicht nur auf Facebook veranstalten, sondern auch hier auf meinem Blog (für alle Nicht-Facebooker 😉 ).

Meinen Blog zu abonnieren, macht dann also gleich doppelt Sinn!

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Wird Green Valley jetzt zu Dark Hill?

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Quelle: fotolia.com

Hä? – Dark Hill was?

Ja, so sollte meine neue ursprünglich angepeilte Serie heißen: DARK HILL SECRETS. Allerdings habe ich sie bereits nach Schreiben des ersten Drittels des ersten Bandes wieder abgebrochen. Warum? Weil es nicht Green Valley war. Die Serie ist mir dermaßen ans Herz gewachsen, dass ich mir nicht vorstellen kann, sie einzustellen.

DARK HILL – Inhalt und Charaktere

In der Serie um die verlassene kleine Ranch Dark Hill sollte es um die junge Nina gehen, die Journalismus studiert und mit ihrem Freunden, nämlich der pferdeverrückten Kathrin und dem begeisterten Kfz-Azubi Finn, die Ranch anmietet. Ihre Eltern starben früh bzw. wurden ermordet. Was daher niemand weiß, Nina gehört einer Organisation an, die Verbrechen bekämpft und undercover arbeitet – ihre Eltern arbeiteten bereits für sie und starben bei einem Auftrag. Fest entschlossen die Mörder zur Strecke zu bringen, begegnet sie Kaleb – dem scheinbar gut aussehendem und in sie vernarrten Waisen, der von seiner Mutter im Säuglingsalter zur Adoption freigegeben wurde. Allerdings lautet sein Auftrag, Nina schachmatt zu setzen. Was erst reine Manipulationstechnik von ihm ist, entwickelt sich zu tieferen Gefühlen für die geheimnisvolle, stille, hübsche und doch gefährliche Nina.

Allerdings finde ich die Grundidee schön. Es sollte nicht nur um Action gehen, sondern auch um Dark Hills düsteres Geheimnis, auf das Finn stößt. Wie ich es immer in meinen Büchern verarbeite, sollte das Leben – die Höhen und Tiefen – der Charaktere im Mittelpunkt stehen, sowie Emotionen, Spannung und natürlich Geheimnisse.

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Quelle: fotolia.com

GREEN VALLEY und DARK HILL SECRETS?

Nachdem ihr jetzt wisst, wofür DARK HILL gestanden hätte, möchte ich euch erzählen, warum ich euch das überhaupt mitteile: Da ich mich von GREEN VALLEY nicht lösen kann, um etwas Neues zu beginnen, werde ich die beiden Serien kombinieren. DARK HILL soll in meiner GREEN VALLEY SERIE eine Rolle spielen.

Wann? – Kann ich euch noch nicht sagen, aber es war mir wichtig, euch über die Planung zum weiteren Verlauf zu informieren.

Wie? – Zumindest nicht so, wie die Serie für sich allein gestanden hätte.

Wann kommt der nächste GREEN VALLEY PART?

Eine Frage, die mich oft erreicht. Ich möchte euch sagen, dass ich leider aktuell nicht mehr so viel Zeit finde an den Büchern zu schreiben – was dem ein oder anderen vielleicht bereits anhand der langen Spannen zwischen meinen Veröffentlichungen aufgefallen ist. Euer Feedback spornt ich jedes Mal an weiterzuschreiben. Und das werde ich auch. Mein Ziel ist es mindestens 2 Bände im Jahr zu veröffentlichen, sollte es zu lang dauern, dann tretet mich bitte in den Hintern, indem ihr mich anschreibt, wann der nächste Band kommt 😉

Ich schätze, dass der nächste Band in den nächsten 1-2 Monaten erscheint.

Wenn ihr benachrichtigt werden möchtet zur neuen Veröffentlichung, dann folgt mir entweder hier auf meinem Blog, meinem Newsletter oder meiner Facebook-Seite.

PS: Das Taschenbuch zu DER HIMMEL ÜBER GREEN VALLEY sollte im Verlauf der nächsten Woche bei Amazon verfügbar sein.

Ich schreibe Jugendromane & -thriller

„Junge Leute halten fit und jung ;-)“

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Quelle: pixabay.com

Ob man nun Laura & Co meiner Jugendromanreihe GREEN VALLEY SERIE als Beispiel nimmt, oder Zahra und Shadia meiner beiden Wüstenromane FEUER UND WASSER und RUF DER ZEIT, oder aber Alice und Mia meiner Thriller GEFÄHRLICHE WAHRHEIT und TÖDLICHES SPIEL, man kommt zum Schluss, dass meine Protagonisten – und somit auch die Antagonisten – sehr jung sind.

Meine Protas & ihr Alter

Vor dem Schreiben und dem Plotten habe ich zuallererst meine Prota im Kopf. Sie ist plötzlich da. Und dann beginne ich quasi zu skizzieren, sie real werden zu lassen. Ich schätze das Alter, lege es fest, beginne mit den Eigenschaften und so weiter.

Lauras Geschichte beginnt, als sie 16 jahre alt ist und mit ihren Eltern auf die verlassene Ranch im Chiemgau zieht. Im Verlauf der Bände gehen ganze Jahre vorüber und (Achtung!: ein kleiner Serienspoiler) bis die Reihe ins Finale geht, wird Laura etwa 19 oder 20 sein – da bin ich mir noch nicht so ganz sicher.

Zahra ist 19 jahre alt, Shadia ist sogar erst 17. Beide sind von verschiedenen Portalen direkt als Jugendromane eingestuft worden.

Alice ist 24 jahre alt und somit die bislang älteste meiner Protagonistinnen. Mia, aus meinem zweiten und zuletzt erschienenen Thriller, ist sogar erst 18.

Jugendromane & Jugendthriller

Die Kritik hat mich zum Nachdenken gebracht und mir klar gemacht, ob gewollt oder geplant, meine Hauptcharaktere sind alle (sehr) jung. Ich persönlich finde es nicht schlimm, finde sogar, dass es wichtig ist, dass junge Menschen (bin ja selbst einer 😉 ) ihren Weg finden und gehen, dass sie sich Ziele setzen und daran arbeiten sie irgendwann zu erreichen. Das Leben ist nicht immer leicht, ganz im Gegenteil sogar. Aber nur daran und davon kann man wachsen und lernen.

So auch meine Protagonistinnen.

Was man in all meinen Büchern findet sind Gefühle, Spannung und charakterstarke Menschen.

Ich schreibe über junge Menschen, deren Leben, zwischenmenschliche Probleme und wie sie mit einem Mal in irgendeine Gefahrenzone schlittern. Dabei gibt es Antagonisten und hierbei entstehen im Unterbewusstsein Gefühle – allerdings nicht auf kitschige Weise, denn um ehrlich zu sein, mag ich gar keine kitschigen Romanzen. Stellt Euch bei meinen Romanen also auf die Realität ein!

~ Meine Bücher sind also für junge Menschen und jung gebliebene.

~ Gern könnt Ihr auch mal in die Leseproben auf meinem Blog reinschauen, um einen kleinen Einblick in meinen Schreibstil zu bekommen.

~Meine Trailer auf YouTube bieten noch mehr Einsicht ins jeweilige Buch.

~ Zudem gibt es hier auf meinem Blog neben Textauszügen aus dem aktuellen Schreibprojekt auch Recherche– und Hintergrundberichte, da ich Euch ganz in den Entstehungsprozess mit einbinden möchte.

Erschienen: DER HIMMEL ÜBER GREEN VALLEY (15)

PicsArt_04-08-02.40.09Endlich ist das eBook zu Part 15 DER HIMMEL ÜBER GREEN VALLEY erschienen.

Hier könnt ihr es zum Fan-Preis von 0,99€ derzeit downloaden.

 

Inhalt:

„Das lang ersehnte Comeback!“

Laura und ihre Schulklasse steht kurz vor ihrem Abi, somit auch ihrem Abschlussball, den es zu organisieren gilt. Zudem hat das örtliche Tierheim finanzielle Probleme und stehen vor der Pleite. Die Freundinnen wollen nach einem Ausweg suchen und während all der Arbeit und Planung, geschieht etwas, womit schon niemand mehr gerechnet hat …
Wie geht’s weiter?
Natürlich arbeite ich weiter am nächsten Band, der nach wie vor titellos ist. Wie gewohnt werde ich euch hier, in meinem Newsletter und auf Facebook über die Erscheinung des nächsten Teils auf dem Laufenden halten.

DER HIMMEL ÜBER GREEN VALLEY (15): Auszug 2

winter-533482_1280Erfahrt heute endlich Neues zum nächsten Band der Serie.

Aber nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen des Auszugs & möchte euch daran erinnern, dass die Rechte am Text bei mir liegen!

*

Scheint so, als würde es doch einen Abi-Ball geben“, murmelte Sahra vor sich hin.

Mhm“, machte Bianka.

Laura sah es den beiden an, sie waren genauso müde und erledigt vom Tag wie sie selbst. Es war Freitagnachmittag. Frühes Aufstehen, Schule, teilweise schon mit den Hausaufgaben begonnen, vereinzelte Aufgaben auf dem Hof bereits übernommen und dann das Treffen ihrer Klasse auf Green Valley, welches sie am Mittwoch, direkt festgelegt hatten.

Anfangs war es mir ziemlich gleichgültig, ob es nun für uns einen Abschlussball gibt oder nicht. Aber jetzt muss ich euch gestehen, wäre ich enttäuscht, wenn er ausfällt.“

Irgendwie schon“, stimmte Laura zu. „Unsere Klassengemeinschaft ist zwar stellenweise recht durchgeknallt, aber im Grunde sind sie doch in Ordnung. Man verbringt den Großteil des Tages mit ihnen in einem Raum und genau das schweißt doch so zusammen.“

Sahra nickte. „Und dann da einen gemeinsamen letzten Abend zu verbringen, hat irgendwas.“

Mag schon sein, aber wie steht’s mit Begleitung?“, warf Bianka ein.

Laura zuckte die Schultern. „Im Notfall gehen wir eben allein hin, was soll’s?“

Du hast leicht Reden. Da draußen wartet ein klasse Typ quasi nur darauf, dass du ihm sagst, dass du noch eine Begleitung suchst.“ Sahra verschränkte die Arme.

Laura wandte das Gesicht ab. Mittlerweile wussten sie alle drei, dass Robin mehr von Laura wollte als nur Freundschaft, auch wenn sich das Mädchen dazu einfach noch nicht hinreißen lassen konnte. Sie mochte ihn, keine Frage, aber musste denn gleich mehr daraus werden?

Laura hatte Sahra damals kurz nach ihrem Gespräch mit Robin, in dem er Sahra gestanden hat, was er für Laura empfand, darauf angesprochen und natürlich wollten sie auch Bianka nicht außen vor lassen.

Es war nun nicht gerade Hauptthema, aber an dieser Stelle überraschte es Laura schon, dass Sahra das wieder zur Sprache brachte.

Machst du es denn?“, hakte Bianka nach.

Was?“, fragte Laura gegen, wusste schon in welche Richtung die Frage ihrer Freundin ging.

Robin fragen.“

Laura schüttelte den Kopf.

Und wenn er fragt?“

Das blonde Mädchen lehnte den Kopf zurück, starrte die Decke an. „Ich denke nicht.“

Warum?“ Bianka lehnte sich interessiert nach vorn.

Da verbringe ich den Abend lieber mit euch.“

Nett, dass du bereits davon ausgehst, dass wir ollen Jungfern allein bleiben. Und wenn Sahra und ich Begleitung finden sollten?“

Laura seufzte. „Dann schau ich weiter, wenn es so weit ist.“

Es wurde kurzzeitig still zwischen ihnen.

Jede hing ihren Gedanken nach: Sahra wurde wieder von einer kurzen Welle der Eifersucht auf Laura erfasst, dass sie Robin quasi noch nicht einmal fragen müsste – wollte sie aber wieder in den Griff bekommen, da auch ihre Freundin es einfach verdient hatte glücklich zu sein.

Bianka dachte an Benny, der mit Laura unter anderen Umständen zum Abschlussball gegangen wäre. Ihre Fragen in Bezug auf Robin waren nur der Einholung von Informationen gedacht. Sie wollte wissen, was wirklich zwischen Laura und Robin war, denn immerhin war Benny ihr Bruder.

Und Lauras Gedanken gingen querbeet. Die Schule heute, die Hausaufgaben, welche sie noch machen musste, das Klassentreffen vorhin, der anstehende Ball und ihr Teil, um den Abi-Ball zum Erfolg zu machen. Sie musste dringend mit ihren Eltern reden. Und dann glitt ihr Gedankengang kurz zu der Frage, was sie an dem Abend anziehen könnte. Aber nur kurz.

Habt ihr schon vom Tierheim Chieming gehört?“, meldete sich Bianka als erste wieder zu Wort.

Was denn?“, hakte Sahra nach.

Es scheint ganz so, als müssten sie schließen.“

Nicht wahr!“

Bianka nickte. „Doch, ich habe es vorhin von meiner Mutter gehört, die arbeitet ja regelmäßig mit ihnen zusammen.“

Und was wird aus den Tieren, die da ihr Zuhause haben?“, wollte Sahra wissen.

Man will versuchen sie in Pflegestellen unter zu bekommen, was allerdings nicht so leicht wird. Die haben ja von Ziegen, über Pferde, einen Esel und den normalen Haustieren alles da. Und wer soll da schon einen Esel in Pflege nehmen?“

Und warum schließt das Tierheim?“

Es fehlt an Geld. Hinten und vorne. Die finanziellen Spenden sind fast gänzlich verschwunden, die materiellen Geschenke sind auch stark zurückgegangen und das einzige was bleibt sind die ehrenamtlichen Tierschützer, die ihre Zeit dafür einsetzen, und die vielen Unkosten.“

Und wann wollen sie schließen?“

Voraussichtlich reicht das Geld noch für diesen und nächsten Monat, danach sind sie vollkommen ausgebrannt.“

Haben die keine Sponsoren, oder andere finanziellen Einkünfte, um die geringen Spenden etwas auszugleichen?“

Nein, keine Sponsoren. Sie bieten Patenschaften an, aber der Beitrag reicht nicht mal ansatzweise, um allein für das Futter zu sorgen, das die Tiere benötigen.“

O je“, seufzte Sahra. „Sieht übel aus.“

Und zwar richtig. Meine Eltern haben sich momentan in der Wolle deswegen. Meine Mutter will den Teil der Tiere bei uns auf dem Hof aufnehmen, die bis dahin keine Pflegestelle gefunden haben – und das werden wohl einige sein. Und mein Vater beschwert sich darüber, weil er die Kosten dafür nicht tragen will.“ Bianka seufzte. „Zum Verzweifeln mit meinem Vater, schließlich haben wir immer mit dem TSV kooperiert, warum jetzt nicht? Wir haben selbst Pflegetiere, die wir zu vermitteln suchen, warum will er nicht noch ein paar mehr aufnehmen?“

Dann machen die also wirklich zu? Endgültig und das steht schon fest?“

Bianka nickte. „Ich fürchte schon.“

Und da kann man nichts machen?“

Bianka seufzte. „Sieht nicht so aus. Es liegt wieder mal alles am lieben Geld. Es fehlt überall und ich wüsste nicht, wie man so schnell an genug Geld kommen könnte, um die Schließung hinauszuzögern beziehungsweise ganz zu verhindern.“

Hm …“, machte Sahra nachdenklich. „Es gibt doch oft so Spendengalas. Meint ihr, man könnte in dieser Richtung etwas organisieren?“

Was denn?“, hakte Laura nach.

Sahra zuckte mit den Schultern. „Dass man einen Tag der offenen Tür macht. Dabei könnte man vielleicht sogar einige Tiere vermitteln. Es wäre Werbung für das Tierheim und Spenden kämen mit Sicherheit auch reichlich rein.“

Und welches Programm soll es da geben?“, fragte Laura weiter.

Zum Beispiel Reiten“, meinte Bianka sofort. „Die haben einige Pferde, die würden sich echt freuen, wenn sie mal was anderes sehen und tun könnten.“

Okay. Reiten, und weiter? Für die Nichtreiter?“

Führung durchs Tierheim, die Tiere werden vorgestellt, man kann sie streicheln, um sich ein Bild von ihnen zu machen und von den Patenschaften erzählen. Man kann doch auch mehrere Patenschaften auf ein Tier setzen, oder? Und auf jeden Fall das finanzielle Problem ansprechen und um Spenden bitten.“ Sahra befand sich plötzlich wieder in einem glühenden Element.

Wenn man solche Veranstaltungen wiederholen würde, könnte dem Tierheim echt geholfen werden“, meinte Bianka, angestachelt von der Idee.

Auf diese Weise können einige Tiere vermittelt, auf die Umstände des Tierheims aufmerksam gemacht und zu Patenschaften aufgerufen werden.“

Und ihr meint, das löst das Problem auch langfristig?“, gab Laura zu bedenken.

Bianka zuckte mit den Schultern. „Und wenn die Schließung auf diese Weise vorerst nur verzögert wird, ist doch schon ein Großteil getan. Bis dahin ist der Rest der Tiere vermittelt oder haben einen Pflegeplatz gefunden.“

Kannst du mit dem Tierheim sprechen, ob sie mitmachen, Bianka?“, fragte Sahra sofort.

Das Mädchen nickte. „Ich hoffe, sie lassen sich drauf ein und halten es nicht für Zeitverschwendung. Wärt ihr denn dann mit dabei?“

Sahra sah Bianka entgeistert an. „Wohin denkst du, wir planen hier gerade, um dich allein damit zu beauftragen. Natürlich helfen wir, du Chaotin.“

Denke ich aber auch. Die Frage hättest du dir wirklich sparen können, Bianka“, sagte auch Laura.

Bianka hob entschuldigend die Hände. „Ich hatte es mir ja schon gedacht, wollte aber trotzdem nochmal fragen, denn gerade jetzt wo der Lernstress fürs Abi ist, haben wir anderes im Kopf, als Tieren dabei zu helfen weiter im Tierheim leben zu dürfen.“

Hey, Mädels.“ Becky streckte den Kopf ins Wohnzimmer.

Hey, Ma.“

Wer hat Hunger von euch?“

Die Mädchen sahen sich gegenseitig abschätzend an.

Da sagen wir nicht Nein.“

Sie erhoben sich und kamen gemeinsam in die Küche.

Bob packte einen Kuchen aus.

Es gibt Kuchen?“ Laura lief das Wasser im Mund zusammen.

Ja, zur Abwechslung ein etwas anderes Abendessen. Wir haben es uns auch mal verdient. Also, wer will?“

Natürlich musste Becky nicht nachzählen, um zu wissen, dass gerade alle Hände in die Luft gingen. Bob sogar beide Hände gespielt unauffällig in die Lüfte erhob.

Schon gut, blöde Frage.“ Sie schnitt den Kuchen an.

Robin verteilte die Teller auf dem Tisch. „Fehlt nur noch gutes Bier.“ Er zwinkerte den Mädchen zu. „Wisst ihr, wo man gutes bekommt?“

Bob sah den jungen Mann teils angewidert, aber auch überrascht an. „Käsekuchen und Bier. Du musst doch wirklich an Geschmacksverirrung leiden.“

Sie ließen es sich alle schmecken und natürlich musste Laura die Chance nutzen und ihre Eltern fragen, wenn sie schon so nett beisammen saßen. „Ma?“

Hm?“

Ich habe gerade einen Anflug eines Deja-vùs“, kommentierte Bob diese Einleitung.

Was würdet ihr eigentlich davon halten, wenn wir … na ja, wenn wir unseren Abi-Ball auf Green Valley veranstalten würden?“

Becky kaute langsam zu Ende, überlegte währenddessen schon und kam noch zu keinem Entschluss.

Bob lehnte sich zu ihr rüber. „Freundlich lächeln und den Kopf schüttelnd“, murmelte er ihr zu, wobei es natürlich wieder im Spaß von ihm daher gesagt war.

Becky schenkte ihm nur einen Blick der Art „Du-mal-wieder“, als sie sich auch schon wieder ihrer Tochter widmete. „Euren Abschlussball?“

Die drei Mädchen nickten mechanisch.

Becky sah sie der Reihe nach an, legte die Gabel bei Seite und stützte vorsichtig ihren Ellbogen auf den Tisch. „Nur aus Neugier: Wie viele seid ihr in eurer Klasse?“

Neunzehn.“

Becky nickte, machte dabei kurzzeitig große Augen. „Und wie viele der Sorte auf die man sich verlassen kann?“

Die Mädchen tauschten einen Blick. Nicht umsonst hatten sie von der Schulleitung eine Absage erhalten.

Etwa die Hälfte“, antwortete Laura wahrheitsgemäß.

Die Hälfte, nun gut, mehr als erwartet, aber … was wird bitteschön die andere Hälfte auf unserem Hof veranstalten? Sich volllaufen lassen, überall herum spucken, trinken bis sie ins Koma fallen?“

Laura wusste nichts zu antworten, denn auch wenn es sich gerade recht krass anhörte, auf so etwas ähnliches mussten sie sich wohl einstellen. Gerade die Jungs würden ordentlich zum Alkohol greifen.

Ich kann sie ja unter meine Fittiche nehmen“, scherzte Robin und kassierte dafür einen leichten Schlag von Bob auf den Hinterkopf.

Du und deine Fittiche, genauso brillant wie du und deine Reitkünste, wie?“

Wir lernen ja noch“, gab er Kontra.

Von wegen, nicht eine Reitstunde hast du bisher genommen junger Mann.“

Das lag ja wohl nicht an mir. Laura hatte bisher noch keine Zeit.“

Bob lehnte einen Arm über Robins Stuhllehne, begriff spätestens in diesem Moment ganz genau, warum Robin darauf bestand, von Laura unterrichtet zu werden und obwohl er etwas anderes sagte, drückte seine Miene aus: Hände weg von meiner Tochter!

Falls du es noch nicht weißt, mein Lieber, deine Arbeitgeber sind beide Reitlehrer, die dich gern unterrichten.“

Robin winkte grinsend ab. „Ach lasst mal. Ich will euch nicht noch mehr Arbeit aufhalsen. Ist noch Kuchen da?“ Er schob seinen Stuhl zurück, damit fiel auch Bobs Arm zwangsläufig von der Lehne, und trug seinen leeren Teller zur Spülmaschine, wo er sich im Anschluss gegen die Küchenarmatur lehnte.

Becky seufzte. „Um auf deine Frage zurückzukommen, Schatz: Können wir darüber nochmal nachdenken?“

Obwohl sie gern sofort eine Antwort bekommen hätte, nickte sie. Was blieb ihr auch anderes übrig?

Nach dem Essen verabschiedeten sich die Mädchen voneinander und Sahra und Bianka fuhren jeweils zu sich nach Hause.

Warum eigentlich, Laura?“

Das Mädchen drehte sich Robin zu, während sie noch an der Haustür stand und den davonfahrenden Autos hinterher sah. Robin hatte sie begleitet, während ihre Eltern drinnen waren.

Wovon sprichst du?“

Warum hattest du noch keine Zeit, mir eine Reitstunde zu geben?“

Sie strich sich eine Strähne hinters Ohr, blickte zwangsläufig auf die weiße Schneedecke, die sie erst letzte Woche mit den eisigen Minustemperaturen bekommen hatten.

Oder willst du gar nicht?“

Doch.“

Aber?“

Sie schwieg.

Robin nickte verstehend. „Schon klar, Laura. Du hast es mir vor zwei Monaten versprochen und noch nichts getan. Einen besseren Korb hättest du mir gar nicht geben können.“ Er ging über den Hof in sein Häuschen.

Laura schaute ihm verdutzt nach. Einen Korb? Waren sie schon so weit, dass er das als einen Korb auffasste? Und er nahm es ihr übel, fasste es persönlich auf.

Sie seufzte. Aber was sollte sie anderes tun, als diesen Kelch an sich vorübergehen zu lassen und den Schneeflocken zuzuschauen, die gerade wieder vom Himmel fielen und etwas Faszinierendes ausstrahlten, in dem Licht, das aus dem Küchenfenster schien.

*

Wie geht’s weiter?

Ich bin endlich mal wieder am Start!

Nachdem ich ein wenig mehr Zeit habe aktuell, nutze ich diese fleißig, um für euch den 15. Band der Green Valley Serie fertigzustellen. Das Korrektorat ist abgeschlossen, das Manuskript liegt bei mir fürs letzte Lesen. Ich weiß – endlich! Auf meinen Kanälen (hier – nämlich meinem Blog -, Facebook und mein Newsletter) werde ich berichten, wenn auch der erhältlich ist.

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